FH JOANNEUM Kapfenberg: Mehrfacher Nutzen für die Region

Das Ergebnis einer Studie belegt: Die FH JOANNEUM Kapfenberg bringt einen hohen materiellen Nutzen für die Region und fördert das Image.

Eine Studie, die der Kapfenberger Studiengang „Industriewirtschaft / Industrial Management“ durchführte, brachte überraschende Ergebnisse. Die Fachhochschule Kapfenberg mit 686 Studierenden, 103 MitarbeiterInnen und 84 Lehrbeauftragten verursacht enorme regionalwirtschaftliche Effekte. Im Rahmen der Podiumsdiskussion "Impulszentrum oder Elfenbeinturm? Was bringt die FH JOANNEUM Kapfenberg der Region" stellte Sabina Paschek, kaufmännische Geschäftsführerin der FH JOANNEUM, die Studie vor.

Jährlich fließen drei Millionen Euro durch die Ausgaben der Fachhochschule, der Stadtgemeinde Kapfenberg sowie der Studierenden und MitarbeiterInnen in den Großraum Kapfenberg/Bruck an der Mur. Durch weitere indirekte mittelfristige Effekte profitiert die Region zusätzlich mit zwei Millionen Euro. Längerfristig sind durch mehrfache Ausgabenströme weitere 3,6 Millionen Euro zu erwarten.

 

Erstmalige Ermittlung der Geldflüsse

Zur Berechung dieser Werte haben die StudienautorInnen Claudia Brandstätter, Marta Jordan, Martina Pretterer und Richard Treutler vom Studiengang „Industriewirtschaft / Industrial Management“ unter der Leitung von FH-Prof. Martin Tschandl das Konsumverhalten der Studierenden und MitarbeiterInnen sowie das Beschaffungsverhalten der FH JOANNEUM und der Stadtgemeinde Kapfenberg empirisch ermittelt. Mit dieser Studie wurden erstmals die regionalwirtschaftlichen Auswirkungen und Verflechtungen des Campus Kapfenberg in Zahlen gegossen.

Neben diesen messbaren Effekten löst der FH-Standort Kapfenberg auch sogenannte tangible (nicht messbare) Effekte aus. Dafür befragten die StudienautorInnen die Studierenden und MitarbeiterInnen. Die Studierenden heben dabei vor allem das „Image als Hochschulstadt“ hervor, gefolgt von „mehr Freizeitangebot“ und „Ansiedelung von Unternehmen“. Die MitarbeiterInnen nennen an erster Stelle die „Belebung der Region durch Zuwanderung“, die „Ansiedelung von Unternehmen“ und die Faktoren „Internationalität/Werbung/Prestige“.

Landesrätin Elisabeth Grossmann dazu: „Der Standort der FH JOANNEUM in Kapfenberg liegt mir besonders am Herzen. Gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, wo wir gemeinsam um jeden Arbeitsplatz kämpfen, ist es enorm wichtig, dass wir gleichzeitig Wissen fördern und Bildung ausbauen. So geben wir unseren jungen Menschen eine Perspektive, und wenn die Wirtschaft wieder anzieht, stehen gut ausgebildete Fachkräfte mit hohem Innovationspotential zur Verfügung. Aus diesem Grund bin ich sehr stolz darauf, dass wir heuer einen Rekord an Studierenden in Kapfenberg haben.

Für das Mürztal und die gesamte Region Bruck an der Mur / Kapfenberg ist die FH JOANNEUM von enormer Bedeutung, das beweist die Studie über die regionalwirtschaftlichen Effekte eindrucksvoll. Ich stehe voll hinter dem Standort Kapfenberg, nicht zuletzt auf Grund der wertvollen positiven Auswirkung auf die Region. Wir sollten aber nicht nur an das Geld denken, das durch die FH JOANNEUM in die Region kommt, sondern vor allem auch an die riesige Wissens- und Know-how-Steigerung, die für mich noch zentraler ist!“

Kapfenbergs Bürgermeisterin Brigitte Schwarz: „Kapfenberg als moderne und innovative High-Tech-Industriestadt bietet ein umfassendes Technologie- und Dienstleistungsangebot, gute Infrastruktur und erstklassige Ausbildungsstätten. Die FH JOANNEUM – und darauf bin ich besonders stolz – hat sich dabei nicht nur zu einer unverzichtbaren und wertvollen Institution dieses Bildungsangebotes entwickelt, sondern ist zu einem bedeutenden kommerziellen Faktor gewachsen. Fast drei Millionen Euro Umsatz direkt und rund zwei Millionen Euro indirekt sind der Beweis, dass Bildung auch von regionalwirtschaftlicher Bedeutung ist.“

FH-Rektor Karl Pfeiffer: „Der Campus Kapfenberg und der High-Tech-Industriestandort Kapfenberg schöpfen Synergien bestens aus. Akademische Ausbildung in technisch bzw. wirtschaftsingenieurwissenschaftlichen Studiengängen, F&E-Aktivitäten, Kooperationen mit den ansässigen Unternehmen; die sich auch in monetären Auswirkungen widerspiegeln und die, vor allem in der heutigen Zeit, so wichtigen ausgezeichneten Karrierechancen für AbsolventInnen sind wertvolle Charakteristika der FH JOANNEUM.“

Sabina Paschek, kaufmännische Geschäftsführerin der FH JOANNEUM: „Das wichtigste Fazit der Studie für mich ist der Beweis, dass Bildung und Forschung vor allem der Gesellschaft als Ganzes dienen. Bildungsausgaben zählen wohl zu den bedeutendsten Investitionen in die Zukunft und generieren, wie der Campus Kapfenberg eindrucksvoll zeigt, einen nachhaltigen Nutzen für die gesamte Region. Denn neben den der Schaffung und Intensivierung von nationalen und internationalen Kooperationen profitieren gerade der Arbeitsmarkt und die Wirtschaft von den Einrichtungen, die in einem Bildungs- und Forschungsumfeld benötigt werden.“

„Froh, dass es die Fachhochschule in Kapfenberg gibt“, zeigte sich Johann Weigand, Geschäftsführer von Böhler Edelstahl. Weigand auf die Frage, ob er seinen MitarbeiterInnen zu einem Studium an der FH JOANNEUM Kapfenberg raten würde: „Ja, das habe ich auch schon getan. Bei Böhler Edelstahl machen wir gute Erfahrungen mit den AbsolventInnen der Fachhochschule Kapfenberg.“

Günther Hutter, Absolvent von „Software Design“ und Entwicklungsleiter von ACAM Systemautomation, erwarb durch die „herausragende Kompetenz der Lehrenden Kenntnisse, die ich umgehend in das Unternehmen einbrachte. Dadurch konnte ich zur technologischen Weiterentwicklung beitragen.“

Die FH JOANNEUM Kapfenberg nahm vor 15 Jahren den Lehrbetrieb mit zwei Studiengängen auf. Mittlerweile umfasst das Angebot vier Bachelor-Studiengänge, drei Master-Studien sowie einen postgradualen Hochschullehrgang mit insgesamt 686 Studierenden. Von diesen kommen 271 direkt aus den Bezirken Bruck an der Mur und Leoben. Bis jetzt hat die FH JOANNEUM Kapfenberg 1158 AbsolventInnen einen zukunftsorientierten Start in das Berufsleben ermöglicht.

 

FH-Standort Kapfenberg

Johann Weigand (GF Böhler Edelstahl), Moderator Bernd Olbrich, Bgm. Brigitte Schwarz, LR Elisabeth Grossmann, Absolvent Günther Hutter, Sabina Paschek (kaufm. Geschäftsführerin FH JOANNEUM) und FH-Rektor Karl Peter Pfeiffer (Foto: Klaus Morgenstern)

Johann Weigand (GF Böhler Edelstahl), Moderator Bernd Olbrich, Bgm. Brigitte Schwarz, LR Elisabeth Grossmann, Absolvent Günther Hutter, Sabina Paschek (kaufm. Geschäftsführerin FH JOANNEUM) und FH-Rektor Karl Peter Pfeiffer (Foto: Klaus Morgenstern)