Schwerpunkte
Die Forschungsschwerpunkte gliedern sich in zwei Themenbereiche: "Umweltgerechte Energiesysteme" und "Intelligente Verkehrssysteme".
1. Forschungsschwerpunkt „UMWELTGERECHTE ENERGIESYSTEME“
Das übergeordnete Ziel ist ein Kompetenzaufbau, um als zentrale Ansprechstelle für Fragestellungen im Bereich Energieanwendung/Energiewirtschaft zur Verfügung stehen zu können. Im Speziellen dienen die Forschungsarbeiten dem Aufbau von Datenbanken in den nachfolgenden Bereichen:
- Nachfragesituation für die Energieträger Gas, Strom und Wärme: Aufbau einer Sammlung typischer Lastprofile für Industrie, Haushalte und Gewerbe etc.
- Ist-Analyse im Hinblick auf die Energieaufbringung: Daten zu den Potenzialen der verschiedenen Energieträger, z.B. Messung von lokaler Solarstrahlung und lokalen Wassermengen
- Analyse der Energieumwandlungspfade: Aufbau einer Datensammlung zu den verschiedenen Umwandlungs- und Nutzungstechnologien
- Entwicklung einer Methodik zur Gesamtsystembetrachtung
- Entwicklung von Energiekennzahlen
Aufbauend auf diverse Vorprojekte, beispielsweise
- „Instationarität von industrieller Abwärme als limitierender Faktor bei der Integration in Wärmeverteil- und Wärmenutzungssysteme“ mit der Zielsetzung der Schaffung einer Bewertungsmethodik, die zu einer verstärkten Nutzung instationärer industrieller Abwärmequellen in Fernwärmesystemen führen kann (2009),
- „Regenerative Energieversorgung einer Industrieregion: Chancen, Potenziale, Grenzen“, über Barrieren und Erfolgsfaktoren der Implementierung von regenerativen Energieträgern in einer Region mit hohem Energiebedarf (2007),
- Machbarkeitsstudie KWK-Anlage im Auftrag von Stadtwerke Kapfenberg und Böhler Edelstahl (2006),
- „Biogas-Einspeisung und Systemintegration in bestehende Gasnetze“, Projekt gemeinsam mit Steirische Gas & Wärme (2005),
- Abwärmestudie voestalpine Stahl Linz GmbH (2003),
wird der Fokus auf Effizienz und Nachhaltigkeit (Integration von Erneuerbaren) gelegt. In diesem Zusammenhang wurde eine Projektkette initiiert, die sich mit einer umfassenden Betrachtung dieser Fragestellungen beschäftigt.
Das Grundlagenforschungsprojekt „Instationarität von industrieller Abwärme als limitierender Faktor bei der Nutzung und Integration in Wärmeverteil- und Wärmenutzungssystemen“ dient dabei als Ausgangspunkt für eine weitere Beschäftigung mit der Optimierung von Wärmesystemen.
Das Grundlagenforschungsprojekt „Regenerative Energieversorgung einer Industrieregion: Chancen, Potenziale, Grenzen“ bildet gemeinsam mit den anderen ähnlichen bereits abgeschlossenen Projekten die Basis für Folgeprojekte im Bereich der Energieeffizienz und verstärkten Nutzung von Erneuerbaren in Regionen und regionalen Verkehrskonzepten.
Zusätzlich wurden für den angestrebten Wissensaufbau noch weitere Grundlagenprojekte im Bereich Integration von Erneuerbaren in betriebliche Prozesse, Stadtteilentwicklung und Auswirkungen des Klimawandels initiiert.
Projekte werden laufend akquiriert, auch im Umfeld von Photovoltaik-Nutzung und Kleinwasserkraft.
Am Standort der FH in Kapfenberg wird eine Solartankstelle für Elektrofahrzeuge installiert, um Langzeitverhalten von Solarzellen, Elektronik und verschiedenen 2- bis 4-rädrigen Fahrzeugen zu testen.
2. Forschungsschwerpunkt „INTELLIGENTE VERKEHRSSYSTEME“
Das wichtigste Ziel sind Forschungsbeiträge zur Organisation kombinierter Verkehrssysteme und ihrer Potenziale, den Anteil des öffentlichen Verkehrs in Zukunft abzusichern und zu erhöhen.
In diesem Bereich wurden in den letzten Jahren schon viele Projekte abgeschlossen, wie z.B.:
Intelligente Haltestelle: Komfort & Sicherheit an entlegenen Haltestellen, in Zusammenarbeit mit ÖBB AG und Verbund Linie
- COALA: Kostengünstige Informations- und Steuerungssysteme für Nebenbahnen, in Zusammenarbeit mit Siemens AG Österreich und Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH
- SBB – RFID: Automatische Richtungs- und Waggonerkennung, in Zusammenarbeit mit der Schweizer SBB, gefördert durch Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
- ISIS – EK: Energiesparende Sicherung unbeschrankter Bahnübergänge, in Zusammenarbeit mit Swarco Futurit Verkehrssignalsysteme GmbH, Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH, ÖBB AG, Kuratorium für Verkehrssicherheit und EBE Elektrotechnik GmbH, gefördert durch Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und ERP-Fonds
- Reisezugwaggon 2020: Der Reisezug der Zukunft, für Siemens. Designstudie in Zusammenarbeit mit dem FH-Studiengang Industrial Design.
- Qualitätsüberwachung von Autobahnbaustellen und Raststätten, für die Asfinag.
Diese und laufende Projekte, die teilweise als Fortsetzung für dieselben Kunden gesehen werden können, verdeutlichen das große Feld zu bearbeitender Aufgabestellungen. Der Fokus liegt nicht in der Fahrzeugtechnik, sondern bei vielen dieser Projekte auf dem Gebiet der Betriebssicherheit, besonders auf sogenannten Sekundärstrecken, wo sich intensive Investitionstätigkeit seitens der Infrastrukturbetreiber nicht lohnt. Hier besteht sehr oft auch ein Defizit an Informationseinrichtungen für die Bahnkunden, das eigene Personal und das Umfeld.
Es ergeben sich Fragestellungen wie: Inwieweit ist es möglich, auch Reisende an abgelegenen, unbesetzten Bahnhöfen und Haltestellen mit Echtzeitinformation zu versorgen? - Technologien dazu wurden bereits in vorhergehenden Projekten eingesetzt und können ausgebaut werden. Welche Technologien (Sensorik, optische/akustische Warneinrichtungen) können zur Erhöhung der Sicherheit am Bahnsteig, an Bahnübergängen bzw. entlang der Bahnstrecke eingesetzt werden? - Beispiele sind Warneinrichtungen für wartende Passagiere bei herannahenden Zügen, aber auch rechtzeitige Warnung des Zugpersonals bei Verlegung der Strecke durch Muren, Lawinenabgänge oder Unfälle.
Die Kenntnisse auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit, aber auch der Sensorik, Hardware und Software haben zu neuartigen Projekten, welche derzeit in Arbeit sind, geführt.
Obwohl sich die Projekte "Ways4all" und "Shared Spaces" noch in der Forschungsphase befinden, bilden sie jetzt schon eine weitere Basis für mehrere Folgeporjekte (u. a. gemeinsam mit der TU Graz), Diplomarbeiten und Beratungstätigkeiten.