Birgit Mayer, DI (FH)
E-Mail- Jahrgang 2004
- Publikation: Diplomarbeit
- Eingereicht am: Jänner 2009
- Verfassungssprache: Deutsch
- Betreuer/in: Diplomgrafikerin Catherine Rollier
Zeitschleife
ein Kalenderprojekt
Als ich mich dazu entschloss, für meine Diplomarbeit einen Kalender zu gestalten, empfand ich den Bezug zum Informationsdesign anfangs als offensichtlich. Ein Kalender ist sowohl Informationsgeber, in seiner Funktion als Planungsutensil, als auch Informationsspeichermedium, in seiner Funktion als Tage- bzw. Notizbuch. Dennoch bin ich nicht an der Frage vorbei gekommen, welche Denkweise in Bezug auf die Zeit dafür verantwortlich ist, dass einem Kalender diese Funktionen zugesprochen werden können. Ich musste mich damit auseinandersetzen, wie man in unserem Kulturkreis über die Zeit denkt und wie es dazu gekommen ist. Der beste Weg, die eigenen Auffassungen zu ergründen, führt über den Vergleich. In diesem Prozess ist meinem Zeitverständnis viel von seiner Selbstverständlichkeit abhanden gekommen. Ich beginne meine Arbeit deshalb damit, den westlichen Zeitbegriff, mit dem ich aufgewachsen bin und ohne den ich in der Gesellschaft, in der ich lebe, auch nicht auskommen würde, in Bezug zu alternativen Zeitbeurteilungen setzen. Mir geht es dabei weniger darum, zu ergründen, was Zeit ist (die Erklärungen hierfür sind ebenso vielfältig wie unzureichend) als darum, wie sich der eigene Zeitbegriff auf die Lebensweise auswirkt, wie die westliche Auffassung entstanden ist und sich im Laufe der Welt gewandelt hat und wie sie sich von der Vorstellung anderer Kulturen unterscheidet. Im zweiten Teil gehe ich dann auf das Individuum ein, wobei ich der Frage nachgehe, wie sich die Vorstellung von Zeit im Laufe des Lebens ändert und wie Zeit subjektiv empfunden werden kann. Der dritte und letzte Teil widmet sich den Möglichkeiten, wie Zeit beschrieben werden kann und leitet die Leser direkt zu meinem Werkstück weiter, mit dem ich auf meine eigene Art versucht habe, von der Zeit zu erzählen.