Laura Steiner, DI (FH)
E-Mail- Jahrgang 2004
- Publikation: Diplomarbeit
- Eingereicht am: September 2008
- Verfassungssprache: Deutsch
- Betreuer/in: FH-Prof. Dr. Martin Ross
Die Körperhülle aus Papier - Design zum Knicken
Das Ziel dieser Diplomarbeit war es, mehr über Papierkleider herauszufinden, diese großartige Kunst bekannter zu machen und mit dem erlangten Wissen schließlich selbst Papierkleider zu gestalten. Zuerst rolle ich die Geschichte des Papiers auf. Dann schreibe ich über die Vorkommnisse verschiedenster textilhafter Papiere. Hier ist von Washi die Rede, das aus dem Papiermaulbeerbaum hergestellt und entweder zu vollflächigen Kamiko-Kleidern oder als Papiergarne zu gewebten Shifu-Stoffen verarbeitet werden. Außerdem werden Tapa und Amatl vorgestellt, die Rindenbaststoffe von den Pazifischen Inseln und Südamerika sowie die Papierkleider aus der Zwischen- und Nachkriegszeit und die industriell hergestellten Papiergarne. Auch Filz und synthetische Papiere, wie Tyvek werden beschrieben. Das dritte Kapitel stellt Künstler und Modedesigner von heute vor, die mit ihren Papierkleidern besondere Wege eingeschlagen haben. Beschrieben werden hier beispielsweise die Arbeiten von Isabelle de Borchgrave und Rita Brown, die Kleider aus der Modegeschichte aus Papier rekreieren, oder Ann Schmidt-Christensen und Grethe Wittrock, die mit dem „Project Papermoon“ mit Shifu-Stoffen stets neue Wege gehen. Das Thema des vierten Kapitels ist mein Werkstück. Dies sind drei Papierkleider, die mein gesammeltes Wissen und meine Erfahrung widerspiegeln. Mit zwei Arten von japanischem Kozo, das sich auch bei geringen Grammaturen durch besondere Reißfestigkeit sowie eine äußerst textile Anmutung auszeichnet, wurden die Kleider realisiert und mit verschiedenen Effektpapieren ausdrucksvoll gestaltet. Präsentiert werden die Stücke von einem Mädchen aus Vietnam, das auf den Ursprung dieser Kleider hinweist und in den teils asiatischen, teils westlichen Schnitten die Brücke zu der modernen westlichen und industriellen Welt schafft. Die Fotos wurden rund um den Hamburger Hafen aufgenommen.