Abschlussarbeit-Details: Mag. (FH) Julia Preinerstorfer

Mag. (FH) Julia Preinerstorfer

E-Mail

Titel:

Der Gott-Faktor.

Die Rolle der Religion in der politischen Kommunikation in den USA und Österreich. Ein Vergleich.

Kurzfassung:

Das Verhältnis von Religion und Politik ist in Amerika und Österreich sehr unterschiedlich. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Situation in beiden Ländern darzustellen und Gründe für die Unterschiedlichkeit herauszuarbeiten. Die Geschichte der USA ist stark religiös geprägt. Gegründet auf dem Prinzip der Religionsfreiheit war es wichtig für die Nation, Kirche und Staat strikt voneinander zu trennen. Dies geschah mit dem „First Amendment“, dessen Auslegung bis heute den "Supreme Court" beschäftigt. In den USA ist es selbstverständlich für Politiker über Religion zu sprechen. Die religiöse Landschaft in den USA ist durch Pluralität gekennzeichnet. In der Gesellschaft herrscht dennoch ein Grundkonsens, die Zivilreligion, die Amerika als auserwählte Nation mit einer globalen Mission darstellt. Die Zivilreligion gründet sich auf christlichen Werten. In den letzen Jahren gewann die Christliche Rechte an politischer Bedeutung. Sie besteht großteils aus evangelikalen Christen und vertritt konservative politische und moralische Ansichten. Die Christliche Rechte ist heute fixer Bestandteil der Republikanischer. Bei den Präsidentschaftswahlen 2004 versuchten George W. Bush und John Kerry an religiöse Wähler zu appellieren. Es gibt Studien, die zeigen dass der „God-Gap“ - der besagt, Gläubige Menschen eher die Republikaner als die Demokraten wählen - die Wahl mitentschieden hat. Auch abseits von Wahlkämpfen wird in den USA oft religiöse Rhetorik verwendet. Glaubenskriege, eine katholische Staatskirche und der Nationalsozialismus prägten das Verhältnis von Kirche und Staat in Österreich. Es keine klare Trennung, es gilt das Prinzip der Zusammenarbeit. In Österreich wahren die Parteien Distanz zu den Kirchen und umgekehrt. In der 2. Republik gab es Fälle, in denen sich Kirchen in die Tagespolitik eingebracht haben, meist ohne Erfolg. Aktuellstes Beispiel für eine Diskussion über das Verhältnis von Kirche und Staat ist die Kontroverse um einen Gottesbezug in der Verfassung.