Raucher, Trinker, Single ... und Journalist
Konrad Mitschka, Human Resources Manager vom ORF, sprach am 10. Oktober über „Wege in den Traumberuf Journalismus“. Nachdem die Spielregeln – turnen ja, aber nicht hinter ihm; essen ja, aber keine Leberkässemmel - geklärt waren, redete er über die Situation am Arbeitsmarkt und von Medienkonvergenz.
Sollte fixes Gehalt Grundvoraussetzung sein „dann habt ihr im Journalismus nichts verloren.“ Der Umgang mit Computern ist genauso eine Bedingung, wie der Versuch jeden Tag neue Leute kennen zu lernen. Und wieder wurde gesagt: „Wenn ihr das nicht könnt, dann habt ihr im Journalismus nichts zu suchen.“
„Es kann nicht jeder eine Rampensau sein.“ Trotzdem: fotografie- oder kamerascheu zu sein wäre der falsche Weg. Mitschka erklärte, warum man sich auf Fotos selbst nicht gerne sieht: Der einfache Grund ist, dass man sich im Spiegel (nicht im SPIEGEL) gespiegelt sieht – am Foto oder am Film allerdings nicht.
Auch die Art und Weise wie man Bewerbungen bestreiten soll, wurde behandelt. In Bewerbungsschreiben sollten keine Rechtschreibfehler sein. Außerdem gibt es die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ nicht – überall sind Menschen deren Namen herausgefunden werden können. „Man hat genau fünf Sekunden Zeit um Aufmerksamkeit zu erregen“, zeigte sich Mitschka überzeugt und machte seine Aussage an einem Beispiel fest: Der Kurier bekam ein Bewerbungsschreiben das gelayoutet war wie der Kurier – so etwas merkt man sich.
Ein wichtiger Punkt wäre auch der Dresscode bei Bewerbungsgesprächen. „Es ist einfach komisch, wenn Leute overdressed kommen“, sagt Mitschka und weist darauf hin, dass der Kleidungsstil des Gesprächspartners problemlos herausgefunden werden kann. Je ähnlicher jemand dem ist, der die Auswahl trifft desto besser ist es. „Schließlich essen wir Erdäpfel und keine Schimpansen – denn sie sind uns zu ähnlich“.
Trotz der von Mitschka nicht wirklich als rosig prognostizierten Zukunft des Journalismus, konnte er den anwesenden Studenten am Schluss doch noch motivieren. Die erste der drei Regeln die er nannte lautet nämlich: „Kein Wort glauben. Journalistinnen sind skeptisch.“
Dass er auch erwähnte, dass viele Journalisten Raucher und Trinker sind und die wenigsten Ehen in dieser Berufssparte halten, darüber kann man hinweg sehen.
©lemens Ticar
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