5 kinderleichte Tipps für die richtige Flaschenfütterung

5 Tipps für die richtige Flaschenfütterung

Kathrin Kroneis & Julia Czipoth,

Am Anfang der neuen Elternschaft stehen viele Herausforderungen und auch die Flaschenfütterung stellt hier keine Ausnahme dar. Soviel man mit dem Fläschchen richtig machen kann, so gibt es allerdings auch einige Dinge, die beachtet werden sollten.

Wie erkenne ich, ob mein Baby Hunger hat?

Geschrei und Weinen sind oft erst das letzte Zeichen des Babys, dass es Hunger hat. Schon früher können eindeutige Hungerzeichen erkannt und Stress vermieden werden. Bekommt das Baby Hunger, beginnt es unruhig zu werden, den Mund zu öffnen und mit Kopfdrehungen nach einer Nahrungsquelle zu suchen. Dringendere Zeichen sind Strecken und erhöhte motorische Aktivitäten, wie Strampeln oder Beinbewegungen wie beim Fahrrad fahren. Die Körperhaltung wird angespannt und die Finger werden zum Mund geführt, die Fäuste sind meistens geballt. Erst als letzte Konsequenz beginnt das Baby zu schreien und spätestens dann ist es höchste Zeit für die Flasche.

Wie viel und wie oft trinkt ein mit Fläschchen ernährtes Baby?

Die Magengröße von Babys kann am ersten Lebenstag mit der Größe einer Murmel verglichen werden. Bis zum dritten Lebenstag wächst der Magen auf die Größe einer Walnuss an und mit einer Woche ist er bereits so groß wie eine Marille. Babys trinken bei jeder Mahlzeit unterschiedlich viel. Expertinnen und Experten sind sich einig, dass Babys anfangs noch keinen Rhythmus brauchen und ihre Nahrungsmenge selbst regulieren können. Ein individueller Ablauf ergibt sich dann meistens innerhalb der ersten Wochen. Schon bei Zeigen von frühen Hungerzeichen (Unruhe, Mundbewegungen, etc.) sollte dem Baby die Möglichkeit zu essen geboten werden. Nach Bedarf gefütterte Kinder trinken zwar häufiger, überessen sich aber nicht und regulieren ihre Trinkgewohnheiten von selbst.

Die richtige Haltung des Babys verhindert Blähungen und Unwohlsein. (FH JOANNEUM / Pascottini)

Wie lange kann ein Fläschchen warmgehalten werden und wie wird es zubereitet?

Manche Babys machen während der Fütterung gerne Pausen. Die Nahrung im Fläschchen kann dann bis zu einer Stunde, beispielsweise in einem Flaschenwärmer, warm gehalten werden. Aufwärmen in der Mikrowelle sollte auf jeden Fall unterlassen werden.
Grundsätzlich sollen Flaschenmahlzeiten immer strikt nach der Packungsanweisung zubereitet werden. Eine Über- oder Unterdosierung der Zutaten könnte dem Baby im schlimmsten Fall sogar schaden.

Wie vermeide ich Blähungen und wie funktioniert die Verdauung meines Babys?

Die Mahlzeit sollte in Ruhe, entspannt und ohne Störungen verabreicht werden. Neben dem Fläschchen selbst ist auch der Bindungsaufbau zum Baby wichtig. Blick- und Hautkontakt, Stimme und liebevolle Zuwendung sind essenziell für das Wohlbefinden des Babys, damit es sich nicht „abgefüttert“ fühlt.
Beim Füttern selbst sollte das Baby in der Wiegehaltung gehalten werden, das heißt, das Kind liegt flach der Fütternden beziehungsweise dem Fütternden leicht zugewandt in der Ellenbeuge sehr dicht am Körper. So kann die Neigung des Kindes schnell verändert werden, sollte das Baby Probleme beim Schlucken haben oder sich unwohl fühlen. Mit dem richtigen Schnuller auf dem Fläschchen können Blähungen verhindert werden. Der Stuhl von Flaschenbabys ist pastenähnlich, gelb-bräunlich und sollte mindestens einmal täglich abgesetzt werden.

Welcher Schnuller ist für mein Baby geeignet und wie beuge ich damit Blähungen vor?

Stimmt die Lochgröße beim Fläschchen nicht, kann das Baby nicht richtig saugen und die Trinkgeschwindigkeit ist unter Umständen zu groß. Muss das Baby aktiv saugen, um an Nahrung zu gelangen, kann es selbstständig Pausen einlegen und schluckt nicht so viel Luft, wodurch Blähungen vorgebeugt werden. Auch vermehrtes Spucken und Verschlucken wird so reduziert. Das Baby sollte nicht zum weiter- oder gar austrinken animiert werden, sondern selbst ein Sättigungsgefühl entwickeln können. Nach oder manchmal während der Mahlzeit kann es sein, dass das Baby aufstoßen muss. Dazu bringt man es in eine aufrechte Position, damit es sich an Oberkörper und Schulter der Betreuungsperson abstützen kann.

Literatur:
Richtig essen von Anfang an, Steiermärkische Gebietskrankenkasse, 2016.
Biancuzzo M. Stillberatung: Mutter und Kind professionell unterstützen. Elsevier, München, 2005.
Harder U. Wochenbettbetreuung in der Klinik und zu Hause, 2. Auflage. Hippokrates Verlag, Stuttgart, 2003.
Bick D, MacArthur C, Knowles H, Winter H. Evidenzbasierte Wochenbettbetreuung und -pflege: Praxishandbuch für Hebammen und Pflegende. Verlag Hans Huber, Bern, 2004.

Tipp:

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