FH JOANNEUM - Die Mappe: Was soll ich herzeigen?

Die Mappe: Was soll ich herzeigen?

Tina Stadler,

Michael Lanz, Studiengangsleiter von „Industrial Design“, und Karl Stocker, Studiengangsleiter von „Informationsdesign“, geben hier Tipps für eine gute Mappe. Außerdem: die allgemeinen Vorgaben.

Für die Mappe gelten, egal ob für „Industrial Design“ oder „Informationsdesign“ diese Vorgaben:

  • Sie soll maximal 30 Arbeiten enthalten

  • Die Arbeiten müssen selbst angefertigt sein

  • Die Arbeiten sollen gestalterische Interessen und Begabungen nachweisen

  • Die Zeichnungen, grafischen Arbeiten, Malereien etc. sollen keine Arbeiten nach Fotos oder anderen zweidimensionalen Vorlagen sein

  • Fotografische Arbeiten können eingereicht werden, jedoch keine Dias

  • Entwürfe können eingereicht werden, die sich auf die jeweilige Studienrichtung beziehen

  • Dreidimensionale Arbeiten können nur in Form von Fotos eingereicht werden

  • Ausschließlich computergenerierte Arbeiten können nur in Form von Ausdrucken eingereicht werden

  • Die einzelnen Arbeiten sind auf der Rückseite zu beschriften mit: Namen, Entstehungsjahr. Quellenhinweis (Schule, Studium, Beruf Freizeit)

  • Teamarbeiten sind nicht zulässig

  • Maximales Gewicht der Mappe: 5 kg

  • Keine Rollen

  • Keine Datenträger

  • Der Mappe ist beizulegen:

    • Eine Liste der Arbeiten
    • Eine schriftliche Erklärung der Bewerberin / des Bewerbers, dass sie bzw. er die Arbeiten selbstständig angefertigt hat und sie ihr bzw. sein geistiges Eigentum sind
    • Ein unterschriebener Lebenslauf

So viel zu den Grundanforderungen. Aber worauf achten die Entscheidungsträger?

Industrial Design

„Eine perfekte Mappe zeigt einen stimmigen Gesamteindruck. Außerdem lässt sie einen eigenen Charakter, eine Handschrift erkennen“ – Michael Lanz hat jährlich hunderte Mappen zur Durchsicht auf dem Tisch. Das hat sein Job als Studiengangsleiter von „Industrial Design“ so an sich.

Im folgenden Interview verrät er seine persönlichen Tipps:

Worauf achten Sie bei den Arbeiten in der Mappe besonders?

Lanz: „Das ist eine lange Liste: Qualität der zeichnerischen Darstellung, Dynamik des Strichs, Einsatz der Zeichenmittel, Vielseitigkeit, Detailreichtum, Raum- und Proportionsgefühl, Rhythmusgefühl, Bildaufbau, Phantasie, Kreativität, Ideenreichtum, Originalität, Mut zum Experimentellen, technisches Verständnis, konzeptionelle Fähigkeiten. Und der Gesamteindruck der Mappe.“

Was sind absolute No-Gos?

Lanz: „Manchmal ist weniger mehr. Das heißt, nicht die Menge der Zeichnungen zählt, sondern ihre Qualität. Es kann besser sein, eine nicht so gelungene Zeichnung wegzulassen, da sie den ansonsten vielleicht guten Gesamteindruck stören kann. Eine gewisse Mindestanzahl an Arbeiten muss es aber trotzdem sein. Ich denke, weniger als 10 Zeichnungen wären zu wenig. Und: Lieblos beschriftete Mappen, die schon halb auseinander fallen, und geknickte oder verschmierte Zeichnungen gehen gar nicht.“

Was sind Ihre Tipps für die BewerberInnen?

Lanz: „Beim Zeichnen gilt: Übung macht den Meister! Wer viel zeichnet, zeichnet besser. Am besten immer ein Skizzenbuch dabeihaben und in jeder freien Minute zeichnen. Dabei immer mal wieder ein anderes Zeichenmedium und auch Pinsel und Farbe ausprobieren. Wichtig beim Zeichnen ist auch richtig Sehen zu lernen, das heißt die zu zeichnenden Gegenstände als dreidimensionale Objekte zu begreifen. Nur dann kann man sie auch richtig aufs Papier bringen.“

Und hier noch ein paar Hard-Facts zur „Industrial Design“-Mappe:

  • Die Mappe für „Industrial Design“ kann man noch vor der Abgabe durchsehen lassen, aber nur nach Terminvereinbarung über das Sekretariat.

  • Das Höchstformat der Arbeiten ist 70 cm x 100 cm, die Mappengröße maximal 84 cm x 119 cm.

  • BewerberInnen müssen ihre Mappe direkt im Studiengang abgeben oder per Post „frei Haus“ schicken. Und zwar an: „Industrial Design“, Alte Poststraße 149, 8020 Graz, AUSTRIA

Informationsdesign

„Zu kreativ is a ned guat“ – sagt Karl Stocker, Studiengangsleiter von „Informationsdesign“, zum Thema Mappen. Im Interview gibt er Auskunft, worauf er genau schaut:

Worauf achten Sie bei den Arbeiten in der Mappe?

Stocker: „Ich will ein Spektrum der Fähigkeiten sehen, das heißt die Bewerberin bzw. der Bewerber soll nicht nur ein Medium bespielen. Man sollte eine Bandbreite an Zeichnungen, Fotos oder sogar Websites herzeigen. Wir wollen das Talent erkennen, deswegen wäre es auch nicht gut, wenn Sie sich auf ihre Schwächen stützen. Besser ist es, dem Talent entlang zu arbeiten.“

Was sind absolute No-Gos?

Stocker: „Monothematische, unordentliche, zerflederte Mappen. Es kommt auch auf die Präsentation an: Wir sehen uns jährlich circa 250 Mappen an. Für uns ist Struktur und Form wichtig. Und es darf nicht zu kompliziert werden: Zu kreativ is a ned guat.“

Was sind Ihre Tipps für die Bewerberinnen und Bewerber?

Stocker: „Kein Flunkern! Was man kommuniziert, soll auch die eigene Person ausmachen. Und wir bieten es als Service an, uns die Mappe vor der Abgabe anzusehen.“

Und hier noch ein paar Hard-Facts zur „Informationsdesign“-Mappe:

  • Die Mappe für „Informationsdesign“ kann man beim Open House oder im Sekretariat, nach Terminvereinbarung per Mail, durchsehen lassen.

  • Die maximale Mappengröße darf DIN A3 (29,7 cm x 42 cm) nicht überschreiten.

  • BewerberInnen müssen ihre Mappe direkt im Studiengang abgeben oder per Post „frei Haus“ schicken. Und zwar an: „Informationsdesign“, Alte Poststraße 152, 8020 Graz, AUSTRIA