Drei der 30
Katharina Siuka, Michael Leitner (Foto: Marcella Ruiz Cruz) und Sophie-Kristin Hausberger

Drei der 30

Natanja C. Pascottini,

Jedes Jahr kührt die Fachzeitschrift „Der Österreichische Journalist“ die besten 30 unter 30. Auch 2018 sind wieder zwei Absolventinnen und ein Absolvent auf der Liste: Sophie-Kristin Hausberger, Redakteurin beim ORF Report, Katharina Siuka, Redakteurin bei der Kleinen Zeitung Regionalbüro Voitsberg, und Michael Leitner, Redakteur beim Kurier und futurezone.at. Wir haben den dreien, der Tradition der letzten Jahre entsprechend, 30 Fragen gestellt.

Sophie-Kristin Hausberger und Katharina Siuka sind Absolventinnen unseres Studiengangs „Journalismus und Public Relations (PR)“. Michael Leitner hat das Masterstudium „Content-Strategie / Content Strategy“ bei uns abgeschlossen. Aufgrund dieses kleinen Unterschieds, sind teilweise Fragen in a) und b) gesplittet.

1. Wie fühlt man sich als einer der Besten 30 unter 30?
Sophie-Kristin Hauberger: „Es fühlt sich nach einem Etappensieg an.“

Michael Leitner: „Erleichtert über die Bestätigung, noch unter 30 Jahre alt zu sein. Und Glücklich.“

Katharina Siuka: „Geehrt. Und bewusster denn je, dass es eigentlich noch viel mehr als 30 gibt.“

2. Wussten Sie immer schon, dass Sie Journalistin beziehungsweise Journalist werden wollen?
Sophie-Kristin Hauberger: „Nein, aber Schreiben hat mir schon als Kind Spaß gemacht und hinterfragt habe ich auch schon immer gern alles.“

Michael Leitner: „Zum Teil. Bei mir war immer der Wunsch nach ‚Irgendwas mit IT‘ statt ‚Irgendwas mit Medien‘ da. Das Talent zum Schreiben hat mir dann diesen Weg ermöglicht.“

Katharina Siuka: „Eigentlich wollte ich Kabarettistin werden. Aber ich hab's mir dann doch anders überlegt.“

3. Wer ist Ihr Vorbild?
Sophie-Kristin Hauberger: „Da gibt es viele: Aber vier beeindruckende Frauen unter denen ich arbeiten durfte, möchte ich hervorheben: Susanne Schnabl, Ingrid Thurnher, Corinna Milborn und Alexandra Föderl-Schmid.“

Michael Leitner: „Nur einen Namen zu nennen wäre schwer, aber ich finde vor allem die Arbeiten von David Kushner, Ben Thompson und Joseph Cox inspirierend, weil sie Themen aufbereiten wie niemand anders.“

Katharina Siuka: „Ich versuche, mir bei Kolleginnen und Kollegen und anderen Journalistinnen und Journalisten etwas abzuschauen. Besonders beeindruckend finde ich aber das Auftreten von Corinna Milborn und Lou Lorenz-Dittlbacher.“

4. Ist Print tot?
Sophie-Kristin Hauberger: „Todgesagte leben bekanntlich länger. Fest steht aber: Schriftliche Texte bleiben weiterhin eine zentrale journalistische Kategorie – ob nun auf dem Papier oder online.“

Michael Leitner: „Print ist nicht tot, es wird nur meist für die falschen Inhalte eingesetzt. Den Reiz von gut produzierten Wochenzeitungen und Magazinen kann ich verstehen, die klassische Tageszeitung ist aber nur mehr ein Auslaufmodell.“

Katharina Siuka: „Das werden wir erst herausfinden.“

5. Welches ist Ihr Lieblingsmedium?
Sophie-Kristin Hauberger: „Meine Lieblingsmedien sind: ORF Report, Ö1, Der Standard, Profil, Falter.“

Michael Leitner: „Mit nur einem kann ich leider nicht dienen, aber einer Auswahl in zufälliger Reihenfolge: Motherboard, The Register, Quartz, Axios, Kotaku und Golem.“

Katharina Siuka: „Das geschriebene Wort. Das lese ich sehr gerne in der Kleinen Zeitung, dem Standard und dem Falter.“

6. Wo findet man Sie auf Social Media?“
Sophie-Kristin Hauberger: „Twitter: S_Hausberger

Michael Leitner: „Beruflich unter @derfleck auf Twitter und Keybase, andere Plattformen nutze ich ausschließlich privat.“

Katharina Siuka: „Vielleicht reanimiere ich bei Zeiten meinen Twitter-Account. Auf Facebook und Instagram bin ich sporadisch privat unterwegs.“

7. Warum haben Sie an der FH JOANNEUM studiert?
Sophie-Kristin Hauberger: „Um mein Ziel, Journalistin zu werden, verwirklichen zu können.“

Michael Leitner: „Weil mich die Frage ‚Wie kann ich die Produktion, Verbreitung und Analyse von Inhalten optimieren‘ schon länger beschäftigt hat und der Studiengang mir die Möglichkeit gegeben hat, das zu professionalisieren.“

Katharina Siuka: „Um nach dem Studium als Journalistin zu arbeiten. Meine Beziehung zu Jus war zu diesem Zeitpunkt auch angeknackst.“

8. Was hat Ihnen das Studium gebracht?
Sophie-Kristin Hauberger: „Ich habe gelernt, trimedial zu arbeiten – ein wichtiges Asset für junge Journalistinnen und Journalisten.“

Michael Leitner: „Viel Wissen über Content Strategie und wo meine persönlichen Belastungsgrenzen liegen.“

Katharina Siuka: „Thomas Wolkinger, viel Praxis, Feedback und Kontakte innerhalb der Branche. Und liebe, ganz verrückte Freunde.“

9. Vermissen Sie Ihre Studienzeit?
Sophie-Kristin Hauberger: „Nein, eigentlich nicht.“

Michael Leitner: „Manchmal. Derzeit genieße ich aber meine wiedergewonnene Freizeit viel zu sehr.“

Katharina Siuka: „An langen und harten Arbeitstagen: freilich. Aber eigentlich nicht.“

Vervollständigen Sie bitte die folgenden Sätze:

10. Die Zeit an der FH JOANNEUM war für mich…
Sophie-Kristin Hauberger: „...prägend.“

Michael Leitner: „...abwechslungsreich und zu kurz.“

Katharina Siuka: „…lehrreich und auch schön, weil mein Jahrgang (JPR13) besonders war.“

11.a Heinz M. Fischer…
Sophie-Kristin Hauberger: „...ist vermutlich überrascht, mich auf dieser Liste zu finden.“

Katharina Siuka: „…ist nicht zu verwechseln mit Heinz P. Wassermann. Aber beide sind wahre Legenden.“

11.b Heinz Wittenbrink...
Michael Leitner: „...war der Grund, wieso ich mich an der FH JOANNEUM beworben habe.“

12.a JPR-Absolventinnen und Absolventen empfehle ich…
Sophie-Kristin Hauberger: „...sich nicht entmutigen zu lassen. Der Weg ist steinig, aber Hartnäckigkeit zahlt sich immer aus.“

Katharina Siuka: „…lästig zu sein und einfach zu machen. Der Nachwuchs wird gebraucht.“

12.b COS-Absolventinnen und Absolventen empfehle ich…
Michael Leitner: „...sich mit früheren Absolventinnen und Absolventen zu vernetzen, die Branche lebt vom Austausch.“

13. Wer Journalistin beziehungsweise Journalist werden will, muss…
Sophie-Kristin Hauberger: „...ein Gespür für Menschen und Geschichten haben.“

Michael Leitner: „...Talent, Durchhaltevermögen und in verschiedenen Bereichen auch eine ordentliche Portion Glück haben.“

Katharina Siuka: „…auf Thomas Wolkinger hören und ganz viel Praxis sammeln.“

14. Meine berufliche Zukunft…
Sophie-Kristin Hauberger: „...sehe ich beim ORF.“

Michael Leitner: „...wird mich hoffentlich positiv überraschen.“

Katharina Siuka: „…kenne ich nicht. Aber ich bin schon sehr gespannt.“

15. Mein bestes journalistisches Erlebnis…
Sophie-Kristin Hauberger: „Eine spannende Zeit war die Bundespräsidentenwahl 2016. Lustiger zu lesen, ist aber bestimmt mein grauslichstes Erlebnis: Bei meinem ersten Praktikum bei einer Lokalzeitung in Oberösterreich wurde ich zu einer angeschwemmten Wasserleiche mitgenommen – die Kolleginnen und Kollegen wollten mich offenbar abschrecken. Das ist ihnen aber nicht gelungen. :) “

Michael Leitner: „...war der Besuch der Videospielmesse E3 2016. Als leidenschaftlicher Gamer habe ich seit ich elf Jahre alt war davon geträumt, einmal diese Messe zu besuchen und mit den Größen der Branche zu sprechen. Fast gleichauf liegt die BlizzCon 2015, die Hausmesse vom Videospielkonzern Blizzard. Dort habe ich einen jungen Österreicher kennengelernt, dessen Leben von Blizzard-Spielen geprägt wurde und der trotz bescheidenem Einkommen seinen Urlaub dort verbringt, um als Erster in der Warteschlange zu stehen.“

Katharina Siuka: „..war ein Interview mit Fußball-Legende Ivan Osim, das ich mit ihm in Sarajevo führen durfte.“

16. Das größte Privileg von Journalistinnen und Journalisten ist…
Sophie-Kristin Hauberger: „...es in unterschiedliche Lebensbereiche eintauchen zu können.“

Michael Leitner: „...Informationen vor allen anderen zu haben. In meinem Fall ist es das Privileg, neue Technologien vor allen anderen ausprobieren zu dürfen.“

Katharina Siuka: „...Fragen zu stellen, mit Menschen interessante Gespräche zu führen und anschließend darüber zu schreiben.“

17. Meinung und Journalismus gehören…
Sophie-Kristin Hauberger: „...klar getrennt.“

Michael Leitner: „...zusammen, sollten aber voneinander unterscheidbar sein. Ohne Meinung könnte ich keinen Testbericht schreiben.“

Katharina Siuka: „...nicht getrennt und Ersteres ganz deutlich gekennzeichnet.“

18. Der Nachteil an dem Beruf ist,…
Sophie-Kristin Hauberger: „...dass man mit einer permanenten Informationsflut konfrontiert ist. Stichwort: Medienhölle. “

Michael Leitner: „...die wirtschaftliche Ungewissheit der Branche, die langes Planen für die Zukunft einschränkt.“

Katharina Siuka: „...selten abschalten zu können.“

19. Meine beste Interviewpartnerin / mein bester Interviewpartner war…
Sophie-Kristin Hauberger: „Meistens finde ich Gespräche mit ‚gewöhnlichen‘ Bürgerinnen und Bürgern spannender als mit Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitikern, weil sie offener sind und mehr verraten. Aber natürlich ist man stolz, wenn man das erste Mal den Kanzler interviewen darf.“

Michael Leitner: „...John Romero, der unter anderem „Doom“, den Urvater aller Shooter, entwickelt hat. Ich bewundere ihn seit ich zwölf war und habe mich nach dem Interview noch über eine Stunde über Zelda, Programmieren und sein Leben mit ihm unterhalten.“

Katharina Siuka: „...Ivan Osim.“

20. Das Gefühl, den eigenen Namen in der Autorenzeile zu lesen, ist…
Sophie-Kristin Hauberger: „...immer wieder schön.“

Michael Leitner: „...nett, aber nicht das, was mich motiviert.“

Katharina Siuka: „...nicht mehr das, worauf es ankommt.“

21. Spüren Sie Leistungsdruck?
Sophie-Kristin Hauberger: „Ja.“

Michael Leitner: „Gelegentlich, aber solange es mir noch Spaß macht, ist das kein Problem.“

Katharina Siuka: „Selbstverständlich.“

22. Ist Ihre Arbeit Ihr Hobby?
Sophie-Kristin Hauberger: „Der Übergang ist sicher fließend, da ich auch in meiner Freizeit Medien konsumiere.“

Michael Leitner: „Ja, aber ich schreibe nicht über alle meine Hobbys.“

Katharina Siuka: „Ein schönes Hobby, das manchmal sehr vereinnahmend ist.“

23. Wie geht’s Ihrer Work-Life-Balance?
Sophie-Kristin Hauberger: „Ich arbeite daran.“

Michael Leitner: „Besser als früher.“

Katharina Siuka: „Was?“

24a. Träumen Sie manchmal von Stefan Ruß-Mohl?
Sophie-Kristin Hauberger: „Nein, aber der Name weckt Erinnerungen.“

Katharina Siuka: „Nein, aber von Matthias Karmasin und davon, eine Agentin zu sein.“

24b. Träumen Sie manchmal von Kristina Halvorson?
Michael Leitner: „Nein, aber gelegentlich von Rahel Anne Bailie.“

25a. Lassen Sie täglich die Medienhölle ausbrechen?
Sophie-Kristin Hauberger: „Ich versuche es zumindest.“

Katharina Siuka: „Ich lasse nicht, sie tut es einfach.“

25b. Welchen Satz können Sie nicht mehr hören?
Michael Leitner: „Haben Sie meine E-Mail bekommen?“

26. Worin sind Sie richtig gut?
Sophie-Kristin Hauberger: „Geschichten zu finden.“

Michael Leitner: „Schräge Geschichten aufspüren und neue Darstellungsformen ausprobieren.“

Katharina Siuka: „Gesellschaftsspiele und Ordnung zu halten.“

27. Worin sind Sie richtig schlecht?
Sophie-Kristin Hauberger: „Zeichnen kann ich gar nicht.“

Michael Leitner: „Interviews geben.“

Katharina Siuka: „Mathe. Und Thomas Wolkinger sagt, im Fotografieren. Aber ich glaube, das ist schon besser geworden...“

28. Haben Sie Ziele?
Sophie-Kristin Hauberger: „Kurzfristig: Eine noch bessere Journalistin werden. Langfristig: Korrespondentin und irgendwann einmal Moderatorin.“

Michael Leitner: „Ja.“

Katharina Siuka: „Eine gute Journalistin zu werden.“

29. Worüber wollen Sie unbedingt eine Geschichte machen?
Sophie-Kristin Hauberger: „Mir fällt gerade keine Geschichte ein, die ich unbedingt machen wollte und nicht umsetzen durfte. Ein großes Privileg!“

Michael Leitner: „Wenn ich das öffentlich verraten würde, wäre ich kein guter Journalist. Aber die Liste ist lang.“

Katharina Siuka: „Ich formuliere um: Was für Geschichten möchte ich unbedingt machen? Ich will Geschichten machen, die von meinen Leserinnen und Lesern gebraucht werden.“

30. Irgendjemand, dem Sie danken möchten?
Sophie-Kristin Hauberger: „Meinen bisherigen Wegbegleitern: Meiner Familie, meinem Partner und meinen Freundinnen und Freunden. An der FH JOANNEUM möchte ich Thomas Wolkinger und Heinz Wassermann Danke sagen.“

Michael Leitner: „Benjamin Sterbenz und Christoph Schlemmer für die ständige Motivation und Inspiration.“

Katharina Siuka: „Sicher. Aber das mache ich lieber persönlich.“

Hinweis:

Auch in den letzten zwei Jahren haben wir „unsere“ Besten unter 30 interviewt. Hier finden Sie den Artikel des Jahres 2017 und Hier finden Sie den Artikel des Jahres 2016.