gesunde Ernährung
Wer viel Obst und Gemüse zu sich nimmt, bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit von Migräneattacken verschont.

Migräne und Ernährung

Natanja Christina Pascottini,

Kristina Neubauer, Absolventin des Bachelorstudiengangs „Diätologie“ der FH JOANNEUM in Bad Gleichenberg, hat ihre Abschlussarbeit über Migräne und den Einfluss von Ernährung geschrieben. Im Interview erklärt sie, mit welchen Lebensmitteln man den heftigen Kopfschmerzen vorbeugt.

Wie kamen Sie auf Ihr Bachelorarbeitsthema?

Kristina Neuhuber: „Migräne ist eine weitverbreitete Erkrankung, von der rund jede beziehungsweise jeder siebte Erwachsene betroffen ist. Da für dieses häufige Volksleiden keine evidenzbasierten Ernährungsempfehlungen verfügbar sind, habe ich mich dazu entschlossen, mich im Zuge meiner Bachelorarbeit genauer mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.“

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Ernährung und Migräne?

Kristina Neuhuber: „In meiner Literaturrecherche wurde bestätigt, dass ein Zusammenhang zwischen Ernährung und Migräne besteht. Individuelle Ernährungsmaßnahmen in der Migränebehandlung sind notwendig, um die Frequenz, Dauer und Intensität der Migräne zu reduzieren. Es ist wichtig, die Migränikerin beziehungsweise den Migräniker mit der jeweiligen Lebensweise, dem persönlichen Ernährungsverhalten und der Stressintensität zu betrachten – der Einfluss von Lebensmitteln als Trigger zeigte sich als sehr individuell und schwer zu pauschalisieren.“

Welche Lebensmittel würden Sie empfehlen, um Migräneanfällen vorzubeugen?

Kristina Neuhuber: „Wichtig als Grundlage der Ernährung ist eine regelmäßige Mahlzeitenfrequenz mit einer ausgewogenen Mahlzeitenzusammenstellung sowie eine adäquate Flüssigkeitszufuhr. Dies sind grundsätzliche Maßnahmen, um Migräneattacken zu verhindern. Als Orientierungshilfe für eine richtige Lebensmittelzusammensetzung dient die Ernährungspyramide des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen: Die Basis stellt eine ausreichende Trinkmenge von mindestens 1,5 Litern alkoholfreier und idealerweise energiearmer Getränke dar. Die zweite Reihe veranschaulicht drei Portionen (eine Portion entspricht einer Handvoll) Gemüse und zwei Portionen Obst. Die dritte Reihe bilden vier Portionen Getreideprodukte und Erdäpfel. Weiters werden drei Portionen Milch- und Milchprodukte empfohlen, wovon eine Portion Käse sein sollte. Fisch, Fleisch, Wurstwaren und Eier sollten in Maßen – pro Woche mindestens ein bis zwei Portionen Fisch, maximal dreimal pro Woche Fleisch oder Wurstwaren und drei Eier pro Woche – konsumiert werden. Fette und Öle sollten in moderaten Mengen verzehrt werden (ein bis zwei Esslöffel pflanzliche Öle, Nüsse oder Samen; Butter, Margarine oder Schmalz sparsam verwenden). Die Spitze bildet Fettes, Süßes und Salziges – maximal eine Portion pro Tag sollte konsumiert werden. Laut mehreren Studien wird ein unsteter Magnesiumspiegel mit Migräneattacken in Verbindung gebracht und der Einsatz von Magnesium in der Prävention ergab einen signifikanten Rückgang der Attacken. Auch Vitamin B2 (Riboflavin) und Vitamin D erzielen gute Erfolge in der Migräneprävention und heben sich durch ihre gute Verträglichkeit und niedrigen Therapiekosten hervor.“

Welche Lebensmittel würden Sie empfehlen, um Migräneanfälle erträglicher zu machen?

Kristina Neuhuber: „Zusätzlich zu den bereits erwähnten präventiven Maßnahmen zeigt der Konsum von Omega-3-Fettsäuren einen lindernden Einfluss auf Migränesymptome und die Dauer der Migräneepisoden. Eine Behandlung mit Ginkgo wirkt sich positiv auf Frequenz, Dauer und Intensität von Migräne aus. Koffein zeigt sich laut der aktuellen Studienlage als eine ambivalente Maßnahme und wird in Bezug auf Migräne sowohl als lindernd als auch als triggernd beschrieben.“

Welche Lebensmittel sollten Personen mit Migräne eher meiden?

Kristina Neuhuber: „Es wurde nachgewiesen, dass Alkohol als Trigger von Migräneattacken wirkt und von Migränikerinnen und Migränikern daher vermieden werden sollte. Insgesamt wären weitere größer angelegte Studien notwendig, um valide Empfehlungen aussprechen zu können. Ich würde Betroffenen empfehlen, ein Ernährungstagebuch zu führen. Damit können Zusammenhänge zwischen Ernährung und Migräneattacken bewusst gemacht und entsprechende Anpassungen durchgeführt werden.“

Tipp:

Weitere Informationen zu Kristina Neuhubers Bachelorarbeit über Migräne und den Einfluss von Ernährung finden Sie hier.