Nur mal kurz die Welt retten…
TRINE

Nur mal kurz die Welt retten…

Karin Kuchler,

Klimawandel, Kriege, Hungersnöte – momentan gibt es auf unserem Planeten mehr Probleme als Lösungen. Da stellt sich die Frage: Können wir unsere Welt noch retten? Oder ist dieser Gedanke nur Träumerinnen und Träumern vorbehalten? Rashmi Jawahar und Andreas Lehner, Absolventin und Absolvent des Instituts „Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement“ zeigen, wie man mit einem Wirtschaftsingenieursstudium international Karriere machen und ganz nebenbei die Welt retten kann.

Sie ist Inderin und arbeitet bei der UN Environment in Paris. Er ist Österreicher und Mitgründer von TRINE, einer digitalen Investmentplattform für Solarprojekte in Schwellenländern. Zwei junge Menschen die sich in verschiedenen Lebens- und Arbeitswelten bewegen. Trotz all ihrer Gegensätzlichkeit gibt es ein großes Thema, das die beiden verbindet: der Kampf gegen den Klimawandel. Beide möchten mit ihren Jobs eine echte Veränderung bewirken und unsere Gesellschaft nachhaltig prägen. Die Geschichten von Rashmi und Andreas zeigen, wie unterschiedlich der Weg zu dieser Veränderung aussehen kann.

Rashmi Jawahar – Programme Development Consultant UNEP

Rashmi Jawahar (28) hat in ihrem Leben schon einige internationale Städte und somit auch deren Probleme hautnah kennengelernt. Nach ihrem Bachelor-Studium „Electrical and Electronic Engineering“ an der Anna University Chennai in Indien, verschlug es sie für ihr Master-Studium „Energy and Transport Management“ in eine komplett neue Kultur und Klimazone – an die FH JOANNEUM. Als Studentin entdeckte sie ihre Leidenschaft für kreative Projekte und Problemstellungen, für die es keine einfache Lösung gibt. Diese Leidenschaft, Probleme zu lösen und nachhaltig globale Lebensbedingungen zu verbessern, veranlasste sie nach ihrem Studium zu einer spontanen Bewerbung auf dem Jobportal der United Nations. Der Mut machte sich bezahlt – heute arbeitet Rashmi Jawahar als Programmentwicklerin im Bereich Energie und Klima bei der UN Environment in Paris. In ihrem Job entwickelt sie Lösungen und Programme, die das Engagement der UN in den Bereichen Technologie und Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen.

Rashmi Jawahar ist keine unrealistische Träumerin, die mit etwas Sternenstaub die Welt retten will. Sie engagiert sich für Projekte die realistische und nachhaltige Veränderung bewirken – wie das Projekt United for Efficiency. Das Projekt unterstützt Nationen in der Übergangsphase zu energieeffizienten Produkten (zum Beispiel: Lichtquellen, Kühlschränke, Klimaanlagen, Elektromotoren, etc.). Es ist ein simples Projekt, mit dem Potenzial den globalen Energiekonsum um zehn Prozent zu senken und jährlich 1,25 Milliarden Tonnen CO2 einzusparen. Wie so oft im Leben, können kleine Veränderungen große Effekte erzielen. Für all jene, die auch eine internationale Karriere im Bereich der nachhaltigen Entwicklung anstreben, hat Rashmi folgenden Tipp:

Foto: Rashmi Jawahar
Rashmi Jawahar – Programme Development Consultant in Paris

Finde heraus welcher Bereich dich interessiert, mache viele Praktika, lerne Gleichgesinnte kennen und knüpfe dein Netzwerk. Nachhaltigkeit ist ein interdisziplinäres Gebiet mit vielen spannenden Entfaltungsmöglichkeiten – von sauberer Energie bis zu neuen Technologien. Das Hauptziel ist es eine nachhaltige Zukunft zu schaffen – was könnte bereichernder sein?

Andreas Lehner – Mitgründer und COO – TRINE Investmentplattform

Foto: TRINE
Andreas Lehner - COO von TRINE in Schweden

Andreas Lehner (27), Preisträger des Karin Markides Innovationspreises 2017, beschreibt sich selbst als Kämpfer für sozialen Wandel, Tech-Liebhaber und Nachhaltigkeitsfanatiker. Andreas Lehners große Begeisterung für Nachhaltigkeit zeichnete sich bereits in seinem Bachelor-Studium „Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement“ an der FH JOANNEUM ab. Nach einem Auslandssemester an der Turku University of Applied Science in Finnland, fasste er den Entschluss sein Master-Studium „Sustainable Energy Systems“ an der Chalmers Technological University in Schweden zu absolvieren. Hier traf Andreas auch zum ersten Mal auf seinen späteren Geschäftspartner Sam Manaberi. Im Gründerzentrum der Universität entstand die Idee zum Start-up TRINE, einer Plattform für Crowdfunding-Investitionen für Solarprojekte in Afrika. Heute ist TRINE die führende digitale Investmentplattform, die im Sinne von „Profit with Purpose“ jeder Privatperson ermöglicht in Solarprojekte (Mindestinvestment 25,00 Euro) zu investieren und gleichzeitig Energiearmut zu bekämpfen. Die Investitionsprojekte ermöglichen die Bereitstellung von Betriebskapital für lokale Solarenergieunternehmen.

TRINE ist Andreas Lehners persönliche Erfolgsgeschichte, in der viel Herzblut und persönliches Engagement steckt. Aus einem Start-up bestehend aus vier Gründern ist ein erfolgreiches Unternehmen mit 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geworden. Momentan profitierten 20 Solarprojekte in Entwicklungsländern von rund drei Millionen Euro Investitionsvolumen von über 4.500 Crowdinvestoren. Somit schafft es TRINE mit der Hilfe von engagierten Kleininvestoren über 200.000 Menschen aus der Falle „Energiearmut“ zu befreien und über 60.000 Tonnen CO2 zu reduzieren. Das aktuellste Projekt von TRINE unterstützt die Ausstattung von 300 Haushalten in Kenya mit Solar Home Systems bestehend aus vier Solarlampen, einem Handyladegerät, einer Batterie, Solarpanel und einem Kontrollsystem. Ziel des Projektes ist es über 6.000 Personen mit Elektrizität und somit auch Lebensqualität zu versorgen. Hier geht's zum Projekt Wie man sieht können auch kleine Maßnahmen einen großen Unterschied bewirken.

Für alle, die es Andreas Lehner nachmachen möchten, hat er folgenden Tipp zum Thema Traumberuf:

Für mich ist es sehr wichtig, meine Zeit mit etwas zu verbringen, das eine echte Veränderung bewirkt. Wir kämpfen nicht nur gegen das derzeitige Problem #1 der Menschheit, den Klimawandel, sondern bauen auch zusammen mit unseren Solarpartnerinnen und -partnern lokale Wirtschaften auf, die es Menschen ermöglichen, aus der Energiearmut zu entfliehen und zukünftigen Generationen ein besseres Leben ermöglichen.

Foto: TRINE
Alltag in Kenya - Hausübung mit Hilfe einer Solarlampe
Tipp:

Interessierte können sich beim Infoabend in Kapfenberg am 25. Jänner 2018 über diesen und alle weiteren Studiengänge vor Ort informieren.