{"id":10000495,"date":"2024-03-19T10:07:42","date_gmt":"2024-03-19T10:07:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/?page_id=495"},"modified":"2024-03-19T10:12:29","modified_gmt":"2024-03-19T10:12:29","slug":"dipl-ing-fh-christoph-renner","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/nach-dem-studium\/absolventinnen-absolventen\/dipl-ing-fh-christoph-renner\/","title":{"rendered":"Dipl.-Ing. (FH) Christoph Renner"},"content":{"rendered":"<div id=\"\" class=\"wp-block-text-content margin-bottom-normal\">\n    <div class=\"container-lg\">\n        <div class=\"row\">\n            <div class=\"col\">\n                <h2>Von Tempo und Entwicklungstiefe<\/h2>\n<p>Engagiert euch in Projekten und vertieft euch schon fr&uuml;h in ein Spezialgebiet. &ndash; Diese beiden Tipps f&uuml;r Studierende hat Dipl.-Ing. (FH) Christoph Renner parat, CTO der Mubea Carbo Tech GmbH. Das Salzburger Unternehmen hat sich mit Leichtbauteilen f&uuml;r die Formel 1 und Hypercars wie dem McLaren P1 einen Namen gemacht. Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf Serienbauteilen unter anderem f&uuml;r die E-Mobilit&auml;t. Mubea-Technikchef Christoph Renner ist Absolvent des FH-Studiengangs &bdquo;Fahrzeugtechnik&ldquo;. Im Interview gibt er Auskunft &uuml;ber seinen Werdegang und neue Trends im Automotive-Leichtbau. <\/p>\n<h2>Bitte um ein paar biographische Angaben. Wo sind Sie aufgewachsen, wo haben Sie maturiert, wie sind Sie auf das Studium &bdquo;Fahrzeugtechnik&ldquo; in Graz gekommen?<\/h2>\n<p>Ich bin im Salzkammergut aufgewachsen und habe an der HTL f&uuml;r Innenraumgestaltung und Holztechnik in Hallstatt maturiert. Ich war schon immer an Maschinenbau interessiert. Graz habe ich ein Jahr vor der Matura erstmals besucht, und es stand gleich als Studienort fest. Die Entscheidung f&uuml;r &bdquo;Fahrzeugtechnik&ldquo; ist nach dem Besuch beim Tag der offenen T&uuml;r gefallen, wo ich mir als zweite M&ouml;glichkeit auch ein Bau-Studium angeschaut hatte. Ich habe 2005 mit &bdquo;Fahrzeugtechnik&ldquo; begonnen und 2009 mit der Diplompr&uuml;fung abgeschlossen.<\/p>\n<h2>Ihrer Biographie kann man entnehmen, dass Sie seit 2008 bei Mubea sind. Haben Sie dort das Praxissemester absolviert?<\/h2>\n<p>Genau. Ich war im Zuge unseres Formula-Student-Projekts vor Ort in der Firma. Wir konnten bei Mubea Teile f&uuml;r unseren Formula-Student-Rennwagen bauen, und ich wurde angesprochen, ob ich nicht als Praktikant anfangen will. Ich habe das gerne angenommen, weil ich mich schon im Studium stark f&uuml;r das Thema Faserverbundwerkstoffe (FVW) und Leichtbau interessiert habe. Das Praktikum ist nahtlos in eine Fixanstellung &uuml;bergegangen. <\/p>\n<h2>Welche Karriereschritte haben Sie in der Folge bei Mubea durchlaufen?<\/h2>\n<p>Ich habe als Konstrukteur im Rennsport gestartet, habe mich dann weiter in Richtung Serienanwendungen vertieft, wo ich ebenfalls Konstrukteur und sp&auml;ter Berechnungsingenieur war. Dann bekam ich die Chance, eine Product Unit zu leiten. Das ist quasi eine Firma in der Firma mit einer kleinen Entwicklungsmannschaft und einer Produktionseinheit dahinter. Das war eine sehr lehrreiche Zeit, wo ich sehr viele Erfahrungen sammeln konnte. 2020 wurde ich zum CTO (Chief Technology Officer) berufen und bin jetzt &uuml;bergeordnet &uuml;ber alle Product Units verantwortlich f&uuml;r die technische Entwicklung an allen unseren Standorten in &Ouml;sterreich, Deutschland und Tschechien.<\/p>\n<h2>Sie kamen also von der Formula Student direkt in den Rennsport. Wie war es f&uuml;r Sie als junger Techniker, in eine Firma zu kommen, wo man gleich mit den gro&szlig;en Namen zu tun hat?<\/h2>\n<p>Das war nat&uuml;rlich sehr spannend. Mubea hat Le Mans, Formel 1 und andere Rennsportserien bedient. Das war sehr interessant. Man ist da in sehr kurzen Entwicklungszeitr&auml;umen unterwegs und lernt in einem Jahr sehr viel mehr Projekte kennen, als das in der Serienentwicklung der Fall ist. Das war eine hochspannende Zeit. Ich muss aber auch sagen: Eine Serienentwicklung hat andere Herausforderungen, und es braucht ebenfalls technische Finesse. Die Serienteile m&uuml;ssen sehr tiefgreifend entwickelt werden, damit sie &uuml;ber Jahre und in hoher St&uuml;ckzahlen die Lastenhefte erf&uuml;llen k&ouml;nnen. Das ist eine eigene Herausforderung. <\/p>\n<h2>Was hat sich in den letzten 15 Jahren bei den Faserverbundwerkstoffen (FVW) f&uuml;r den Automotive-Sektor getan? Gab es Entwicklungsspr&uuml;nge bei den Materialen und Methoden oder verlief die Entwicklung eher kontinuierlich?<\/h2>\n<p>Es ist in der Branche extrem viel passiert. Faserverbundwerkstoffe haben sich in den 80er-Jahren im Rennsport etabliert und sind dann langsam in Serienanwendungen &uuml;bergegangen. Anfangs wurden die Teile mehr oder weniger nur von Garagenfirmen gebaut, mittlerweile ist man von voll manuellen Prozessen zu hochautomatisierten L&ouml;sungen &uuml;bergegangen. Um ein Beispiel zu nennen: Man hat vor 20 Jahren von Taktzeiten gesprochen, wo man f&uuml;r ein Teil mehrere Tage brauchte. Heute sprechen wir von Minuten. Vom Produkt, von dem wir derzeit die h&ouml;chste St&uuml;ckzahl in Serie herstellen &ndash; einem Unterfahrschutz f&uuml;r E-Autos &ndash; produzieren wir bis zu 1.600 Teile am Tag! Im FVW-Bereich haben die Unternehmen die Automatisierung aufgeholt, die in den anderen Automotive-Bereichen schon &uuml;ber Jahrzehnte erfolgt ist. Und auch bei den Prozessen hat sich viel getan in Richtung Kostenoptimierung, Automatisierung, Taktzeitreduktion. Da gibt es immer noch viel Innovation, der Wandel ist noch nicht zu Ende.<\/p>\n<h2>Welche Leichtbauteile entwickelt und baut Mubea eigentlich und f&uuml;r welche Fahrzeuge?<\/h2>\n<p>Unsere wichtigsten Produkte sind Monocoques. Die bauen wir im RTM-Verfahren f&uuml;r viele Hersteller. Dann haben wir zahlreiche Exterieurbauteile im Portfolio, die aerodynamische Zwecke erf&uuml;llen: Heckfl&uuml;gel, Frontsch&uuml;rzen, Unterb&ouml;den. Zu einem wichtigen Produkt haben sich in den letzten Jahren Sitze aus carbonfaserverst&auml;rkten Kunststoffen (CFK) entwickelt. Da liefern wir unseren Kunden den kompletten Sitz mit Belederung, Sitzheizung und allem, was dazugeh&ouml;rt, just in sequence. Und wie vorher erw&auml;hnt ist der gro&szlig;e Wachstumsmarkt momentan die Elektromobilit&auml;t &ndash; mit Produkten wie dem Unterfahrschutz, der die Batterie vor Besch&auml;digung sch&uuml;tzen soll. Der Rennsport ist bei uns immer noch vorhanden, aber hat nur einen kleinen Anteil am Umsatz von Mubea Carbo Tech. Es ist aber ein wichtiges Segment, um das Mindset &ndash; die Geschwindigkeit, die im Rennsport gefordert ist &ndash; in der Firma zu halten.<\/p>\n<h2>Welche Themen und Aufgaben besch&auml;ftigen Sie w&auml;hrend einer typischen Arbeitswoche?<\/h2>\n<p>Am Plan steht sehr viel Technisches &ndash; alles was mit der Serienentwicklung von Bauteilen und den damit verbundenen Prozessen zu tun hat. Es gibt aber nat&uuml;rlich auch sehr viel Unvorhergesehenes. Als CTO ist man Eskalationsebene, und es kommen kaufm&auml;nnische Themen, Qualit&auml;tsthemen und Logistikthemen ebenso auf den Tisch. Es bleibt immer spannend und abwechslungsreich.<\/p>\n<h2>Wie gut hat Sie das Studium auf diese Vielfalt vorbereitet?<\/h2>\n<p>Das Studium lieferte den Werkzeugkasten, den man ben&ouml;tigt. Das Engagement in der Formula Student war gut, um die ganzen Themenbereiche miteinander zu vernetzen. Wir hatten dort die M&ouml;glichkeit, vieles in der Praxis anzuwenden und auch einige Softskills im Team zu lernen. Das war ein wertvoller Beitrag im Zuge der Ausbildung, die Kenntnisse noch einmal zu festigen.<\/p>\n<h2>Was w&uuml;rden Sie Studierenden heute raten, wo sie die Ohren besonders spitzen sollen?<\/h2>\n<p>Ich w&uuml;rde ihnen auf jeden Fall raten, Projekte zu machen, wenn sie die Gelegenheit haben, z.&nbsp;B. bei der Formula Student. Au&szlig;erdem w&uuml;rde ich ihnen raten, sich schon m&ouml;glichst fr&uuml;h zu vertiefen. Ich pers&ouml;nlich habe mich sehr fr&uuml;h im Studium inhaltlich spezialisiert. Ich wusste, ich will in Richtung Leichtbau und Faserverbundwerkstoffe gehen und habe sehr fr&uuml;h begonnen, mich zu spezialisieren. Das ist etwas, was den Einstieg in den Berufsalltag erleichtert, weil es einem einen inhaltlichen Vorsprung gibt. Das ist ein Tipp, den ich mitgeben kann.<br>\n&Uuml;brigens: Wenn es aktuell an der FH Studierende gibt, die sich f&uuml;r FVW und Leichtbau interessieren, dann k&ouml;nnen die sich jederzeit bei mir melden, und wir k&ouml;nnen &uuml;ber ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit in diesen Bereichen reden &hellip;<\/p>\n<h2>Abschlie&szlig;end eine private Frage: Mubea ist im High-End-Segment aktiv. Welches Auto fahren Sie privat und warum haben Sie sich daf&uuml;r entschieden?<\/h2>\n<p>Ich bin da relativ pragmatisch und langweilig unterwegs, ich fahre einen Kombi. Ich habe immer wieder lange Dienstreisen vor mir. Mir ist wichtig, dass ich mit der Tankf&uuml;llung gut &uuml;ber 1000 Kilometer komme und dass es genug Platz gibt, um hin und wieder auch ein Prototypenbauteil einzupacken. Da bin ich sehr pragmatisch. Wenn man die ganzen Hypercars um sich sieht, die preislich teilweise bis in den achtstelligen Bereich hinaufgehen, dann ist das auch finanziell au&szlig;er Reichweite &hellip; (lacht).<\/p>\n<h2>&Uuml;ber die Mubea Carbo Tech GmbH<\/h2>\n<p>Die Mubea Carbo Tech GmbH mit Firmensitz in Salzburg geh&ouml;ren zur weltweit t&auml;tigen deutschen <a href=\"https:\/\/www.mubea.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mubea Gruppe<\/a> und ist spezialisiert auf Design, Entwicklung und Fertigung von Faserverbundkomponenten in den Bereichen Automotive Serie, Motorsport, Aeronautik und industrielle Anwendungen. Das 1993 als &bdquo;Carbo Tech&ldquo; gegr&uuml;ndete, hoch innovative Unternehmen ist heute Weltmarktf&uuml;hrer f&uuml;r h&ouml;chst qualitative Faserverbundstrukturen. <\/p>\n\n            <\/div>\n        <\/div>\n            <\/div>\n<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christoph Renner, Absolvent des Studiengangs Fahrzeugtechnik, ist seit 2020 CTO bei Mubea Carbo Tech und spricht im Interview \u00fcber seinen Werdegang und neue Trends im Automotive-Leichtbau.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"author":47,"featured_media":10000497,"parent":10000129,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"template-absolvent.blade.php","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/10000495"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/wp-json\/wp\/v2\/users\/47"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10000495"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/10000495\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/10000129"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10000497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fh-joanneum.at\/fahrzeugtechnik\/master\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10000495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}