Hebammen

Soziologie

Integrierte Lehrveranstaltung, 1.00 ECTS

 

Lehrinhalte

Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit den Lebens- und Geschlechterverhältnissen in der (post-) modernen Konsum-, Risiko- und Mediengesellschaft. Sie bietet einen Einblick in die Gesellschaftstheorien der Gegenwart, in die Gender and Cultural Studies und die feministische Wissenschaftskritik. Sie diskutiert Frauen- und Gleichstellungspolitiken, die sozialen, ökonomischen und kulturellen Bedingungen von Frauenleben heute, von Geburt, Eltern- und Mutterschaft sowie von Hebammenarbeit in Zeiten von Neoliberalismus und Globalisierung. Sie reflektiert die Aneignung, (De- und Re-)Konstruktion, Repräsentation und Ritualisierung von Geschlecht und regt zur kritischen Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Wissens-, Macht- und Herrschaftsformationen an. Für die Hebammenforschung und -praxis relevante Theorien, Methoden, Themenfelder und Begriffe der Frauen- und Geschlechterforschung werden vorgestellt und diskutiert.

Ziel der LV ist eine kritische Auseinandersetzung mit den (post-) modernen Geschlechter-, Familien-, Lebens- und Arbeitsverhältnissen, unter denen heute Kinder auf
die Welt kommen. Die Studierenden lernen grundlegende Theorien,
Methoden und Erkenntnisse der Sozial- und Kulturwissenschaften
und besonders der Frauen- und Geschlechterforschung kennen.
Durch Selbstreflexion, Interpretation und Diskussion von Texten
und Medienbeispielen werden geschlechtsspezifische Macht- und
Herrschaftsverhältnissen und kulturelle Zuschreibungen reflektiert
und für die Hebammenforschung und -praxis nutzbar gemacht.

Lernergebnisse der LV

I. Die Studierenden können den Beruf der Hebamme in Österreich im ökonomischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Sinne (Bedeutung der Dokumentation!) kontextualisieren. Sie verfügen über Grundlagen einer wissenschaftlichen Herangehensweise an berufsrelevante Wissensquellen.

II. Vgl. Kompetenzen gemäß Heb-AV (Anlage 1), die Studierenden können:
- nach berufsrechtlichen, ökonomischen und ökologischen Grundsätzen arbeiten
- die Zuständigkeit anderer Berufe erkennen und durch situationsadäquate multiprofessionelle Zusammenarbeit die erforderlichen Maßnahmen einleiten
- kulturelle und religiöse Bedürfnisse, Lebensweisheiten und Werthaltungen berücksichtigen
- den Beratungs- und Betreuungsverlauf dokumentieren sowie die Ergebnisse analysieren und auswerten.

Empfohlene oder verpflichtende Fachliteratur und andere Lernressourcen bzw. –instrumente

* Rogers, Carl (2005): Die Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie (17. Auflage). Frankfurt: Kindler Verlag.
* Baum, Thilo (2007): 30 Minuten für gutes Schreiben, 3. Auflage. Offenbach: Gabal.
* Cluett, Elizabeth & Bluff, Rosalind (Hrsg.) (2003): Hebammenforschung. Bern: Hans Huber.
* Enkin, Murray, Keirse, Marc, Neilson, James, Crowther, Caroline, Duley, Leila, Hodnett, Ellen & Hofmeyr, Justus (2006): Effektive Betreuung während Schwangerschaft und Geburt, 2. Auflage. Bern: Hans Huber.
* James, David, Mahomed, Kassam, Stone, Peter, Van Wijngaarden, Wim, Hill, Lyndon (2006): Evidenzbasierte Geburtsmedizin. München: Urban&Fischer.
* LoBiondo-Wood, Geri & Haber, Judith (2005): Pflegeforschung. Methoden, kritische Einschätzung und Anwendung, 2. Auflage. München: Urban & Fischer.
* Mayer, Hanna (2007): Pflegeforschung anwenden, 2. Auflage. Wien: Facultas-Verlag.
* Walsh, Denis (2007): Evidence-based Care for Normal Labour and Birth: A guide for midwives. Abingdon: Routledge.
* Becker, R.; Kortendieck, B. (Hg.) (2004): Handbuch der Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Wiesbaden: VS Verlag.
* Beck-Gernsheim, Elisabeth (2006): Die Kinderfrage heute. Über Frauenleben,
Kinderwunsch und Geburtenrückgang. München: Beck.
* Schmölzer, Hilde (2005): Die abgeschaffte Mutter. Der männliche
Gebärneid und seine Folgen. Wien: Promedia.
* Squire, Caroline (2003): The Social Context of Birth. Oxford: Radcliff.
* Stewart, Mary (ed.) (2004): Pregnancy, birth and maternity care,
feminist perspectives. Edinburgh: Books of Midwives.
* Wolfgruber, Gudrun (Hg.) (2006): Kinder kriegen - Kinder haben: 
Analysen im Spannungsfeld zwischen staatlichen Politiken und
privaten Lebensentwürfen. Innsbruck/Wien: Studienverlag.
* Leiner, F., Gaus, W., Haux, R., Knaup-Gregori, P. & Pfeiffer, K. (2006):
Medizinische Dokumentation. Grundlagen einer qualitätsgesicherten
integrierten Krankenversorgung. Stuttgart: Schattauer.

Art der Vermittlung

Integrierte Lehrveranstaltung

Voraussetzungen und Begleitbedingungen

Keine

Prüfungsmethode und Beurteilungskriterien

LV-abschließende schriftliche/mündliche Prüfung