Gleichbehandlung & Vielfalt

Gender Mainstreaming

Wir fördern die Gleichstellung beider Geschlechter.

 

Gleichheit, Gleichstellung und Chancengerechtigkeit bilden zentrale Inhalte der Europäischen Union. Verträge wie Abkommen der letzten Jahre unterstreichen diese Bestrebungen, Benachteiligungen überwinden zu wollen. Gender, das soziale, von außen geprägte Geschlecht, rückt hierbei als ein wichtiger Faktor ins Zentrum der Bestrebung nach Gleichheit.

Gesellschaftliche Unterschiede in den Lebenswelten von Frauen und Männern, wie in den Bereichen Arbeit, Familie, Freizeit, Gesundheit, Ausbildung etc. sind bis heute vorhanden. Die Gleichberechtigung der Geschlechter über die gesetzlichen Grundlagen hinaus und zwar als Querschnittsmaterie implementiertend, stellt dabei eine Chance zum Erfolg dar. Die Verankerung dieser Gleichheit der Geschlechter im öffentlichen Raum – in die Leitkultur – zu erreichen, lautet dabei der Auftrag. Gender in die täglichen Verhaltens- und Denkweisen – Mainstream – der FH JOANNEUM zu integrieren, entspricht unserer Verantwortung, vorhandene Codierungen der Ungleichheiten, diskriminierende Ist-Zustände als auch unfaire Realitäten gegenüber Frauen aber auch Männern abzubauen, bzw. entgegenzuwirken. Gleichsam wird der Fokus auf unterstützende Maßnahmen gelegt um geschlechterspezifische Vorurteile und Klischees zu dekonstruieren. Daraus ergibt sich die Verantwortung, Gender-gerechte Zugänge zu den Studiengängen und deren Inhalten einer breiten, internationalen, vielseitig-interessierten Gemeinschaft, bestehend aus Studierenden und MitarbeiterInnen, zu gewährleisten.

Die Geschlechterstudien befassen sich mit beiden Geschlechtern und ihrem Verhältnis zueinander und das im Rahmen wissenschaftlicher Diskurse. Dabei bildet die Wissenschaft um Gender kein geschlossenes Biotop, sondern einen Ansatzpunkt, von welchem aus eine Frage mit der Gender-Perspektive in unterschiedlichen Fachdisziplinen beantwortet werden kann. Gender-bezogene Analysen und Darstellungen können sowohl in der Medizin, Psychologie, Geschichte, Philosophie, Kultur- und Sozialanthropologie sowie in den Wirtschafts- und Politikwissenschaften, genauso wie in technischen, naturwissenschaftlichen und sozialen Studienrichtungen erarbeitet werden. Ein klassisches, modernes Beispiel stellt Gender Budgeting dar, ein Fachgebiet, das gender-bezogenen Zugänge in der Betrachtung von Budgetaufstellungen als Ausgangspunkt erklärt. Die Erkenntnis, beispielsweise der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern beim Erhalt öffentlicher Ressourcen, stellt dabei die zentrale Erkenntnis dar. Von diesem Resultat aus lassen sich gesellschaftspolitische Forderungen zur Gleichstellung ebenso formulieren wie weiterführende Fragestellungen entwickeln.

Gleichermaßen Medizin und Gender: Welche Krankheiten werden oftmals grundlos primär nur einem Geschlecht zugeordnet, wie Herzinfarkte bei Männern, und was bedeutet dies in der Alltagspraxis und der Diagnose bei Frauen und Männern? Oder als abschließendes Beispiel die Geschichtswissenschaft: Wer und wo sind die großen Frauen vergangener Jahrhunderte in einer Geschichtsschreibung verfasst von/über MännerN?

Die klassischen Gender Studies bilden einen interdisziplinären Fachbereich, welcher die Rolle der Geschlechter, das Geschlecht, Verhaltensweisen, etc. als zentrale Fragestellung erklärt. Der fokussierte Gender-Blick auf ein beliebiges Thema führt zu neuen Erkenntnissen und spannenden Ergebnissen, wodurch Ungleichstellungen (Hierarchien) sichtbar und in vielen Fällen erst dadurch als solches entlarvt werden.