FÜHRUNGS-LOUNGE an der FH JOANNEUM

Workshop zu Gender & Diversity in der Führungsarbeit und Vortrag zur universitären Leistungsbewertung im Kontext

 
FÜHRUNGS-LOUNGE an der FH JOANNEUM

Im Rahmen der FÜHRUNGS-LOUNGE, einer Veranstaltungsreihe der Steirischen Hochschulkonferenz, fanden am 9. Jänner 2019 zwei fachliche Inputs an der FH JOANNEUM statt: ein Workshop zu Gender & Diversity in der Führungsarbeit sowie ein Gastvortrag zur universitären Leistungsbewertung im Kontext.

Gender & Diversity in der Führungsarbeit

„Die Vielfalt unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringt spannende Potenziale für Forschung und Lehre wie auch die Organisation selbst mit sich, die bestmögliche Nutzung dieser individuellen Fähigkeiten ist ein wichtiger Teil unserer Führungskultur“, so Martin Payer, kaufmännischer Geschäftsführer der FH JOANNEUM, und Karl Peter Pfeiffer, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Hochschule. Der Workshop „Gender & Diversity in der Führungsarbeit“ nahm sich diesem Thema an und gab Einblicke in die unterschiedlichen Begrifflichkeiten und Kontexte von Diversity, den Nutzen von Vielfalt sowie die verschiedenen Bewusstseinsfaktoren. Einen Schwerpunkt bildete dabei die Inklusion und inwiefern diese in der Hochschullandschaft erfolgreich gelebt und praktiziert werden kann. Geleitet wurde der Workshop von Martin Johannes Gössl, Gründer der Stelle für Gleichbehandlung und Vielfalt an der FH JOANNEUM, sowie Elisabeth Rieder, Leiterin des Büros der Behindertenbeauftragten an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.

Martin Johannes Gössl sprach über Gender & Diversity in der Führungsarbeit. © FH JOANNEUM / Miriam Weiß

uLike: Universitäre Leistungsbewertung im Kontext entwickeln

An den nachmittäglichen Workshop schloss am Abend ein Gastvortrag von Edeltraud Hanappi-Egger an. Die Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien präsentierte ein Modell zur Entwicklung eines multi-dimensionalen Leistungsbewertungskonzeptes für Universitäten, das an der Wirtschaftsuniversität Wien umgesetzt wird. Das Modell funktioniert nach dem Motto „Performance relative to opportunities“ und trägt auch dem erweiterten Leistungsportfolio von Universitäten Rechnung. Das bedeutet zum einen, dass die Gesamtheit der Leistungsbereiche (also neben Forschung, auch Lehre und Beiträge zur Third Mission) erfasst wird. Zum anderen werden die wesentlichen Auswahlkriterien in Berufungsverfahren an Universitäten, wie Anzahl und Qualität der Publikationen, internationale Erfahrungen, Forschungs- und Lehraufträge, in einen Kontext zu biografischen Faktoren gesetzt. Zu diesen zählen das akademische Alter – also die Anzahl der Jahre nach der Promotion, aber auch Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit, Reduzierung der Arbeitszeit, oder andere, die Leistungsfähigkeit beeinflussende Faktoren. Aus diesen Kriterien der multi-dimensionalen Leistungsbewertung ergibt sich in der Regel eine Liste an Personen, die zu einem Hearing eingeladen werden, die ebenso in die Gesamtbewertung einfließt.

Durch dieses sehr umfassende und relativ zu biografischen Faktoren aufgesetzte Leistungsbewertungsverfahren wird sichergestellt, dass die im Rahmen von Personalentscheidungen so wichtige Potenzialanalyse umfassender und damit treffsicherer wird.

Das Modell der universitären Leistungsbewertung im Kontext wird unter anderem auch an australischen Universitäten angewandt. Edeltraud Hanappi-Egger zeigt sich mit den bisherigen Erfahrungen an der Wirtschaftsuniversität Wien zufrieden: „Auf den Berufungslisten finden sich nun öfters Frauen und jüngere Personen, weil das Modell differenziertere Leistungsbewertungen zulässt. Und das führt zu mehr Inklusion. Auf dieser Basis versuchen wir, das System laufend zu verbessern.“ Auf die Frage aus dem Publikum, ob das Modell auch an anderen Hochschulen funktionieren kann, antwortet Edeltraud Hanappi-Egger: „Man kann das Modell nicht einfach übernehmen, sondern muss es an die eigenen Gegebenheiten der Hochschule anpassen. Was sind die leistungsrelevanten Faktoren und wie operationalisieren wir sie? Daraus wird ein Raster erarbeitet, am besten ohne Kenntnis der Bewerbungen – dem dann alle Bewerbungen unterzogen werden.“

Edeltraud Hanappi-Egger stellte ein Modell zur universitären Leistungsbewertung im Kontext vor. © FH JOANNEUM / Miriam Weiß