Direkt zum Inhalt wechseln
Porträt

Magdalena Straußberger

Fysiotherapie und Fietsen – mein Weg durch die Niederlande.

Als ich die Möglichkeit bekam, mein letztes Praktikum im Rahmen meines Physiotherapie-Studiums an der FH JOANNEUM im Ausland zu absolvieren, war für mich schnell klar: Ich möchte in die Niederlande! Mein Interesse an anderen Kulturen und Gesundheitssystemen hatte mich schon vor dem Studium zu Auslandsaufenthalten motiviert – diesmal wollte ich jedoch erleben, wie Physiotherapie in einem anderen Land funktioniert.

So führte mich mein Weg im Frühjahr 2025 nach Vlaardingen, in die Nähe von Rotterdam. Dort war ich von Anfang April bis Anfang Juni, neun Wochen lang Teil des Teams von Holystaete Fysiotherapie, einer großen Gemeinschaftspraxis mit 11 Therapeut:innen und unterschiedlichsten Spezialisierungen. Organisiert wurde mein Praktikumsplatz über unsere Partneruniversität in Rotterdam.

Eintauchen in ein neues System

Die ersten Tage waren intensiv – neues Land, neue Sprache, neue Menschen. Auch wenn Niederländisch keine Voraussetzung für das Praktikum war, halfen mir meine Grundkenntnisse enorm beim Einstieg. Anfangs lief die Kommunikation noch auf Englisch, aber bereits nach wenigen Wochen konnte ich Patient:innen fast vollständig auf Niederländisch verstehen und auch anleiten. Das war ein kleiner persönlicher Meilenstein für mich – und eine große Motivation.

In der Praxis selbst lernte ich viele neue Herangehensweisen kennen. Besonders spannend war es, den Direktzugang zur Physiotherapie zu erleben, der in den Niederlanden vorhanden ist. Das gab den Therapeut:innen viel Eigenverantwortung – und mir als Praktikantin wertvolle neue Einblicke.

Alltag zwischen Grachten und Großstadt

Eine echte Herausforderung war die Wohnungssuche, denn der Wohnungsmarkt ist sehr begrenzt und teuer. Mein täglicher Arbeitsweg: 40 Minuten mit dem Rad quer durch die Stadt bis nach Vlaardingen. Klingt viel, war aber überraschend angenehm – die Radwege in den Niederlanden sind bekanntlich sehr gut ausgebaut und so wurde der Arbeitsweg oft zur besten Zeit des Tages.

Dank meiner 30-Stunden-Woche hatte ich auch genug Freizeit, um das Land zu entdecken: Wochenendausflüge nach Amsterdam, Groningen und Utrecht oder auch ans Meer gehörten genauso dazu wie Käse, Stroopwafels und das ganz normale Leben zwischen Windmühlen und Supermärkten. Auch außerhalb des Praktikums hatte ich eine großartige Zeit – ich fand unglaublich schnell Anschluss und Rotterdam zeigte sich als weltoffene, junge Stadt mit unendlich vielen Möglichkeiten. Besonders meine Leidenschaft fürs Salsa- und Bachata-Tanzen konnte ich dort voll ausleben: Lokale Tanzevents wurden zu meinem wöchentlichen Fixpunkt und zum Highlight jeder Woche.

Durch mein neues soziales Umfeld fühlte ich mich schnell angekommen. Es war nicht nur ein Praktikum, sondern ein echtes Lebenskapitel – Rotterdam wurde für mich zu einem zweiten Zuhause. Und ehrlich gesagt: Ein Teil von mir ist immer noch dort.

 

Persönliches Fazit

Dieses Praktikum war für mich weit mehr als eine fachliche Station. Ich habe gelernt, mich in einem fremden System zurechtzufinden, mich sprachlich und kulturell weiterentwickelt – und ganz nebenbei ein Stück von mir selbst besser kennengelernt. Die Mischung aus Eigenständigkeit, neuen fachlichen Impulsen und dem Leben in einem anderen Land war bereichernd auf allen Ebenen.

(c) Straußberger

(c) Straußberger

(c) Straußberger

This site is registered on wpml.org as a development site. Switch to a production site key to remove this banner.