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Porträt

Tamara Mandl, MA

Absolventin von Soziale Arbeit (Bachelor und Master)

Tamara Mandl hat ihr Bachelor und Masterstudium an der FH JOANNEUM absolviert. Mittlerweile ist sie dort, neben ihrer Arbeit als Palliativsozialarbeiterin, auch in der Lehre tätig.

🎓Das habe ich studiert:

  • Bachelor- und Masterstudium Soziale Arbeit

 Mein Job: Sozialarbeiterin (Mobiles Palliativteam Graz/ Graz-Umgebung) und Fachhochschullektorin (FH JOANNEUM)

📭 So kannst du mich erreichen: tamara.mandl@fh-joanneum.at

Ich in drei Emojis: 🐒🌈🤸🏽‍♀️

In meiner Freizeit: bin ich Aktivistin im Demobündnis 8. März, lese ich, gehe ich bouldern, bin künstlerisch tätig und verbringe Zeit mit Freund:innen und Familie.

Das war das coolste Praktikum: Mein Praktikum beim South Liverpool Domestic Abuse Service im Bachelorstudium und mein Praktikum bei Bonn Lighthouse (Wohnprojekt für unheilbar erkrankte Personen mit Suchterkrankungen als Nebendiagnosen) im Rahmen des Interprofessionellen Basislehrgangs für Palliative Care.

Als ich klein war wollte ich Tischlerin, professionelle Einbrecherin oder Berufsreiterin werden, heute bin ich Sozialarbeiterin.

Wenn ich nicht Soziale Arbeit studiert hätte, dann wäre ich: Hebamme oder Ärztin.

Das beste Essen am Campus: An dieser Stelle möchte ich eine Freundin zitieren: „Die Mensa ist eine Metapher fürs Leben – wer Erwartungen hat, verliert.“

Wenn mein Studium ein Tier, wäre es: ein Orca, weil Orcas auf vielschichtige Art und Weise sozial interagieren. Zudem sind sie emotional, intelligent und können sich in verschiedenen Gebieten in allen Weltmeeren zu Hause fühlen.

Das lernt man im Studium garantiert: Gesprächsführung, Haltung und Selbstreflexion

Die beste Lehrveranstaltung war: Grundsicherung, Gesundheit und Krankheit und Krisenintervision

Mit dieser Lehrveranstaltung hatte ich etwas zu kämpfen: Personalmanagement

„Soziale Arbeit ist politisch” ist nicht einfach eine leere Floskel. Sich für gesellschaftspolitische Veränderungen im Sinne der Klient:innen und eine gerechtere Welt einzusetzen, gehört zum Job. Vor allem zum Abschluss des Studiums: vertraut auf euch selbst, ihr wisst und könnt mehr als ihr denkt.

Über meinen Beruf

Ich bin Sozialarbeiterin im mobilen Palliativteam Graz/Graz-Umgebung und unterrichte u.a. die Lehrveranstaltung Biografie und Lebenswelt auf der FH JOANNEUM. Im mobilen Palliativteam begleite ich in einem multiprofessionellen Team Menschen mit schweren, unheilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankungen wie z.B. Krebs oder ALS. Wir Sozialarbeiter:innen sind unter anderem für existenzsichernde Maßnahmen und weitere finanzielle Aspekte, die Organisation von Betreuung und Unterstützung, sozialrechtliche Fragestellungen, z.B. zur Erwachsenenvertretung, Themen, die minderjährige Angehörige betreffen, und die Erfüllung von (letzten) Wünschen zuständig.

Meinen Job habe ich durch ein Interview mit einer Sozialarbeiterin aus dem mobilen Palliativteam für meine Masterarbeit bekommen. Kurz nach dem Interview hat sie mich angerufen, mir mitgeteilt, dass sie das Team verlässt, und mich gefragt, ob ich Interesse hätte, mich auf ihre Stelle zu bewerben. Die Vortrags- und Lehrtätigkeit ist in den letzten Jahren schrittweise gewachsen und hat sich dann vor allem dadurch gefestigt, dass vor 3 Jahren eine externe Lehrende für die LV Biografie und Lebenswelt gesucht wurde und ich mich für die Stelle beworben habe.

Was ich im Studium für den Job gelernt hab: mit Krisen umzugehen und andere Menschen gut durch diese zu begleiten, wie man Druck aus schwierigen Situationen nimmt, wie wichtig Vernetzung und Teamarbeit ist, was es wirklich heißt, dass Klient:innen Expert:innen ihrer Lebenswelt sind, und dass soziale Arbeit immer politisch sein muss.

An meinem Job mag ich die vielen Schnittmengen zwischen Medizin und Sozialwissenschaft, die Menschen, die ich dabei jeden Tag kennenlernen und begleiten darf – sei das in der Ausbildung oder am Lebensende – und dass dafür sehr breites, vielfältiges Wissen notwendig ist und ich dadurch jeden Tag Neues lerne.

Was ich an meinem Job nicht so mag, ist, dass es, wie so oft im Sozial- und Gesundheitsbereich, phasenweise massiv an Ressourcen mangelt, was sich sowohl auf die Qualität der Patient:innenbetreuung als auch auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter:innen auswirkt.

Für den Job braucht man die Fähigkeit, in schwierigen und emotional herausfordernden Situationen die Ruhe und auch den Humor nicht zu verlieren. Wichtig ist außerdem, komplexe Inhalte so zu vermitteln, dass sie vom Gegenüber gut verstanden werden. Darüber hinaus ist Durchsetzungsvermögen gefragt, da die Sozialarbeit nicht immer die erste Profession ist, auf die im Gesundheitsbereich gehört wird. Ebenso wesentlich ist ein breites Fachwissen zu sozialrechtlichen, medizinischen und gesellschaftspolitischen Themen.

Ein Highlight auf meinem Karriereweg ist für mich, dass ich seit 3 Jahren bei den Sylter Palliativtagen vortragen darf und dass daraus immer wieder andere Anfragen für Workshops, Vorträge und Co. resultieren.

Meine nächsten Schritte sind, endlich ernsthaft mit dem Doktorat zu beginnen und bis zum nächsten 8. März gemeinsam mit meiner Schwester ein feministisches, biografisches Forschungs- und Kunstprojekt umzusetzen.

Unsere Absolvent:innen

Du möchtest weitere Absolvent:innen der FH JOANNEUM kennenlernen, mehr über ihr Studium und ihren Berufsweg erfahren? Hier findest du alle Porträts.

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