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Roundtable 30 Jahre FH JOANNEUM

Mag.a Marion Velik, 24. Juni 2026

V.l.n.r.: Christina Bramberger, Julia Konrad, Heinz Mayer, Corinna Engelhardt-Nowitzki, Dietmar Weinstein, Martin Payer. Foto: Manfred Terler

Ein später Nachmittag im Labor des Instituts Angewandte Produktionswissenschaften: Zwischen CNC-Fräsen, Werkzeugwagen und 3D-Drucker kommen Vertreter:innen aus Wirtschaft und Forschung mit der Geschäftsführung der FH JOANNEUM zusammen, um anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der FH JOANNEUM darüber zu sprechen, wie Lehre, Praxis und Innovation in Zukunft zusammenspielen.

Seit drei Jahrzehnten prägt die FH JOANNEUM als steirische Zukunftshochschule Bildung und Innovation. Drei Jahrzehnte, die von Mut und Zukunftsgeist gekennzeichnet sind. Beides spiegelt sich auch in den Themen wider, die im Round Table diskutiert wurden: Anforderungen der Wirtschaft an Studierende und Absolvent:innen, KI-Kompetenzen, internationale Erfahrungen und die enge Verknüpfung von Hochschule und Wirtschaft.

Lernen hat sich verändert

Ein zentrales Thema gleich zu Beginn des Gesprächs: die veränderte Lernkultur. Julia Konrad, Projektmanagerin bei K1 Group, bringt jene Qualitäten auf den Punkt, die junge Menschen aus Arbeitgeber:innensicht mitbringen sollten: „Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, projektbasiertes und problemlösendes Arbeiten, vorausschauendes Denken und vor allem Mitdenken.“ Und stellt fest: „Genau das ist der Ansatz der FH JOANNEUM mit ihrem Fokus auf praxisorientierte Ausbildung, besonders in den dualen Studiengängen.“ Schnell kommt in diesem Zusammenhang das Thema Künstliche Intelligenz (KI) auf. Corinna Engelhardt-Nowitzki, wissenschaftliche Geschäftsführerin der FH JOANNEUM, setzt sich dafür ein, dass Studierende KI im Lernprozess nicht als den einfachsten Weg verwenden: „Studierende sollten ChatGPT und ähnliche Tools nicht gleich nach der Lösung, sondern vielmehr nach dem Lösungsweg fragen. Wir wollen, dass unsere Studierende diesen Extraweg gehen und ihre Fähigkeiten durch Lernen, Diskussion und Anwenden erwerben.“

KI als Werkzeug einsetzen

Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben und so sind sich alle Gesprächspartner:innen einig: Wie einst Office-Programme wird KI zur Basisfertigkeit. Doch sie verlangt ein tiefes Verständnis und ist kein Ersatz für das Verstehen. „Programme wie ChatGPT sind eine enorme Arbeitserleichterung – aber nur für jene, die wissen, wovon sie sprechen“, betont auch Dietmar Weinstein, Leiter des Vertriebsbereichs Krankenversicherungen bei der Grazer Wechselseitige Versicherung AG (GRAWE).

Fachkompetenz bleibt Kern

Trotz fortschreitender Digitalisierung bleibt das Fachwissen die Grundlage. Heinz Mayer, Geschäftsführer von JOANNEUM RESEARCH: „Die fachliche Kompetenz neuer Mitarbeiter:innen und jener, die schon länger im Unternehmen sind, steht bei uns an erster Stelle. Außerdem sollen sie Neugier und Lust auf Technik mitbringen. Dahingehend sind die Anforderungen gleichgeblieben. Verändert haben sich zusätzliche Werkzeuge wie eben KI, die Mitarbeitende jetzt beherrschen sollten.“ Christina Bramberger, Leiterin des Bereichs Talent Acquisition bei der AVL List GmbH, ergänzt: „Es ist wichtig, eine solide fachliche Ausbildung zu haben. Wir suchen aber auch Personen, die kritisch hinterfragen und in Schnittstellen und Systemen denken, denn in unserer Hightech-Branche geht es nicht mehr darum: Bin ich rein Maschinenbautechniker, bin ich rein Fahrzeugentwicklerin oder bin ich rein Softwareentwickler?“

Interkulturelle Kompetenz

Aus Sicht der AVL List GmbH ist auch globales Denken eine wichtige Fähigkeit, die bereits im Studium vermittelt werden soll. „Teams sind über den ganzen Globus verteilt und es ist immer wieder eine Herausforderung, gemeinsam den bestmöglichen Output zu liefern“, erklärt Christina Bramberger. Julia Konrad hat bereits während ihrer Studienzeit Auslandserfahrungen gesammelt: „Man muss in einem fremden Land Dinge selbst anpacken und lernt dadurch.“

Hands-On also, ein Stichwort, das Martin Payer, kaufmännischer Geschäftsführer der FH JOANNEUM aufgreift: „Wir sind überzeugt, dass trotz der Digitalisierung gerade unser Laborwesen – das Bereitstellen von Infrastruktur, an der man etwas ausprobieren kann – ein entscheidender Unterschied zu anderen Hochschulen ist. Wenn Studierende an einer Maschine lernen, die Prinzipien verstehen und dieses Wissen mit digitalen Werkzeugen wie ChatGPT ergänzen, entsteht genau jener Mehrwert, der sie für die Zukunft stärkt.“ Und hier schließt sich der Kreis: Denn angewendet wird das Wissen in Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen wie jenen, die am Round Table teilnehmen. Martin Payer: „Ich denke an Praktika, die unsere Studierenden bei Partnerunternehmen machen, wo sie ihre digitalen und auch sozialen Fähigkeiten, die auch sehr wichtig sind, einbringen. Dann hat man ein rundes Paket, für das wir als FH JOANNEUM stehen wollen.“

Blick in die Zukunft

Der Round Table zeigt: Die Anforderungen wachsen, aber ebenso die Chancen. Die Fragen der Zukunft sind komplex, aber lösbar – wenn Hochschule, Unternehmen und Forschung gemeinsam anpacken. So wie vor 30 Jahren, als die FH JOANNEUM gegründet wurde. „Wir sollten uns an unserem Namensgeber orientieren“, stellt Martin Payer abschließend fest: „Erzherzog Johann hat Innovation in die Steiermark gebracht – und genauso mutig waren jene, die vor mehr als 30 Jahren die FH JOANNEUM gegründet haben. Wenn man nun in 30 Jahren zurückblickt, soll es heißen: Ja, es wurden die richtigen Entscheidungen getroffen, die richtigen Ausbildungsformate an der FH JOANNEUM angeboten und Inhalte unterrichtet, damit es qualifizierte Fachkräfte am Standort Steiermark gibt. Das bedeutet, wir müssen jetzt schon einen Schritt weiterdenken.“

Wir danken allen Vertreter:innen unserer Partner für die Teilnahme am Roundtable!

Credit: FH JOANNEUM / Manfred Terler

Credit: FH JOANNEUM / Manfred Terler

Credit: FH JOANNEUM / Manfred Terler

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