Ein Bericht von Katherina Frick und Alexander Harml über ihr Praktikumserfahrungen in Kambodscha. Unterstützt wurden sie vom International Office der FH JOANNEUM, die Förderung für das Praktikum kam von Erasmus+.
Was sofort in Kambodscha auffällt ist die unglaubliche Freundlichkeit und Herzlichkeit der Kambodschaner:innen. Wenn sie dich zur Begrüßung angrinsen merkt man einfach, dass dieses Grinsen von Herzen kommt! Und vor allem im Krankenhaus haben wir extrem viel Dankbarkeit erfahren. Die Praktikumszeit lässt sich daher ganz kurz als fachlich aber vor allem persönlich bereichernd beschreiben!
Arbeitsalltag in Kambodscha
Unser Arbeitstag im Krankenhaus dauerte von 07:30 bis 12:00, dann gab es eine 1,5 stündige Mittagspause bis 13:30 (geht leider nicht kürzer) und endete um 17:00. Im Krankenhaus gibt es mehrere Stationen, wie die Neugeborenenstation, die allgemeine Station, die Intensivstation und die Onkologie, die man alle während des Praktikums besucht, je nachdem auf welcher Station gerade Patient:innen liegen. Zusätzlich gibt es einen Physioraum, in den Patient:innen mit ihren Eltern von außerhalb kommen können.
In Kambodscha ist der Arbeitstag nicht so voll getaktet, wie wir das aus Österreich kennen, sondern der Plan für den Tag ergibt sich immer erst spontan, je nachdem wie viele Patient:innen an die Tür klopfen (da kanns dann auch einmal sein, dass eine Stunde lang niemand kommt und im nächsten Moment dann drei Kinder auf einmal da sind). Die drei Physiotherapeut:innen sind sehr lieb und bemüht und können alle gutes Englisch sprechen. Die Eltern der Kinder können hingegen kaum Englisch, was die Kommunikation deutlich einschränkt und nur mittels den anderen Physiotherapeut:innen möglich macht. Die Eltern sind aber trotzdem extrem dankbar für alles, was man mit ihren Kindern macht.
Häufige Krankheitsbilder sind Torticollis, Atemwegsinfektionen, CP, orthopädische Fehlstellungen oder ein verminderter Saugreflex bei Neugeborenen. Zusätzlich machen die Physios hier auch Sprachtherapie und viel Elternedukation, da viele Familien weit weg vom Krankenhaus wohnen und nicht regelmäßig zur Physiotherapie kommen können.
Freizeitgestaltung
Da in Kambodscha schon um ca. 18:00 die Sonne untergeht, ist unter der Woche nur bedingt Zeit für Aktivitäten bei Tageslicht. Wir haben die Abende meistens mit Sport im Fitnessstudio und gutem Essen verbracht. An den Wochenenden haben wir dann viel in Siem Reap erkundet: besonders empfehlen können wir die Tempel (Angkor Wat, Ta Prohm, Angkor Thom), Phare Circus, Lotus Farm, Dog Sanctuary (Animals of our World) und eine Cooking Class. Wir durften uns auch ein paar verlängerte Wochenenden frei nehmen, um ein paar andere Städte in Kambodscha zu bereisen.
Persönliches Fazit
Trotz der Sprachbarriere und den teilweise doch noch etwas veralteten und anderen Therapiemethoden, die wir zu großen Teilen eher nicht in unseren Arbeitsalltag in Österreich integrieren werden, konnten wir persönlich einiges mitnehmen. Zum einen lernten wir das Gesundheitssystem in Österreich extrem zu schätzen, obwohl uns vorher schon klar war, dass wir extremes Glück haben. Zum anderen können wir uns hinsichtlich der genauen Edukation und der Therapie ohne wirkliche Hilfsmittel auch in Österreich noch eine Scheibe abschneiden.
Und was uns wohl am meisten beeindruckt hat, ist die Offenheit, Herzlichkeit und Dankbarkeit mit der wir täglich von den Kambodschaner:innen empfangen wurden. An diese Menschen werden wir uns wohl für immer mit einem Lächeln erinnern und hoffen, dass wir zumindest ein kleines bisschen von dieser Herzlichkeit nach Österreich mitnehmen können!
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