E-Mobilität im Mariazellerland-Mürztal: Wir bewegen die Region 3
Susanne Gruber und Josef Bärnthaler präsentieren ihre Ergebnisse für das Forschungsprojekt „E-Mobilität im Mariazellerland-Mürztal“. Foto: FH JOANNEUM

E-Mobilität im Mariazellerland-Mürztal: Wir bewegen die Region

Karin Kuchler,

Als Zwischenbilanz des Forschungsprojektes „E-Mobilität im Mariazellerland-Mürztal“ präsentierte das Projektteam vielversprechende Ergebnisse und Initiativen im Zeichen moderner Mobilität – von der Masterarbeit über Mikro-ÖV bis hin zu Initiativen rund um Ladeinfrastruktur im Wohnbau.

Die E-Mobilität und der damit verbundene Infrastrukturausbau sind derzeit in aller Munde. Die bereits spürbare und weiterhin stark zunehmende Zulassung an Elektroautos bedeutet wesentliche Veränderungen in unserer Mobilitätslandschaft und erfordert neue Infrastruktur in Stadt und Land. Das Forschungsprojekt Einführung einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur für E-Mobilität im Mariazellerland-Mürztal setzt sich aktiv mit dem Thema auseinander und kann eine positive Zwischenbilanz liefern. Nachdem das Thema „E-Mobilität“ in ländlichen Regionen sehr facettenreich ist, berichten wir im Rahmen des Forschungsprojektes von zwei unterschiedlichen Aktionen aus der Perspektive einer Masterstudentin und eines Forschers.

Der Mikro-Mobilität auf der Spur

Forschungsfragen in Projekten werden oftmals mit der Unterstützung von Jungforscher:innen bzw. von Studierenden beantwortet. Im Rahmen der Masterarbeit von Susanne Gruber, mittlerweile Absolventin des Masterstudiengangs „Energy and Transport Management“ wurde die Mobilitätssituation bzw. die ÖV-Infrastruktur in den Gemeinden in der LEADER Region Mariazellerland-Mürztal analysiert. Ausgangslage der Masterarbeit war die Tatsache, dass in den peripheren Gebieten Österreichs der Zugang zur Mobilität, insbesondere zum öffentlichen Verkehr oft erschwert ist. Gerade in diesen Regionen kann die Einbindung von Mikro-ÖV-Systemen (kleinräumige, bedarfs- und nutzerorientierte Mobilitätssysteme) Abhilfe schaffen, da einerseits die innerörtliche Erreichbarkeit erhöht wird und andererseits ein Zubringer zum großräumigeren ÖV-System in Form von Bus/ Bahn/ Bim geschaffen wird.

In Susannes Masterarbeit wurde die Mobilitätssituation in der LEADER -Region Mariazellerland-Mürztal analysiert, sowie demografische Einflussfaktoren erhoben. Im Rahmen von Fokusgesprächen wurden Zielgruppen, -orte und -zeiten und der Bedarf für ergänzende Mikro-ÖV-Systeme ermittelt. Basierend auf den Erhebungen gestaltete Susanne Umsetzungsvorschläge für die teilnehmenden Gemeinden, welche bereits präsentiert und hier kurz zusammengefasst werden.

  • Alltagsmobilität: Mikro-ÖV-Lösungen sind vor allem für Studierende, Schüler:innen, sowie Senior:innen und Pendler:innen interessant und können in Form von Anrufsammeltaxis und Anruflinienbussysteme gestaltet werden.
  • Tourismus: Touristische Gemeinden können durch Mikro-ÖV, aber auch Lösungen der E-Mobilität (E-Bikes oder E-Carsharing) attraktive Angebote für die Urlaubszeit schaffen und somit sanften Tourismus vorantreiben.

Die Mobilitätsanalyse und individuellen Mikro-ÖV-Konzepte sollen den Gemeinden als Entscheidungshilfe für die Investition in Mobilitätsangebote und als Grundlage für die Planung der konkreten Umsetzung von Mikro-ÖV-Systemen dienen. In Hinblick auf den voranschreitenden Klimawandel liegt es auch an den Gemeinden, mit (Mikro-) ÖV-Systemen eine Trendwende in der Mobilität zu unterstützen. Die nächsten Schritte für die teilnehmenden Gemeinden liegen nun in der Bewertung und Umsetzung ausgewählter Vorschläge.

Foto: FH JOANNEUM
Präsentation der Projektergebnisse an der FH JOANNEUM (v.l.n.r. Uwe Trattnig, Susanne Gruber, Josef Bärnthaler, Tina Sovec)

Ausbau von Ladeinfrastruktur

Forscher:innen setzen sich im Projektalltag intensiv mit ihren Forschungsthemen auseinander. Josef Bärnthaler, Vortragender am Institut Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement beschäftigt sich im Rahmen des Projektes intensiv mit der Beratung von Gemeinden und der Bewusstseinsbildung rund um Ladeinfrastruktur für E-Mobilität. Der Fokus liegt hierbei nicht nur auf öffentlichen Ladestationen, sondern auch auf Lademöglichkeiten im Wohnbau und Privatbereich, da diese Ladevarianten bei paralleler Nutzung besondere Anforderungen an Hausanschlussleitungen und die Energieversorger stellen. Besonders in Zeiten des Klimawandels und zunehmenden Initiativen und Vorgaben für klimaneutrale Mobilität ist ein niedrigschwelliges Beratungsangebot für Gemeinden und Regionen essenziell.

Tipp:

Einen aktuellen Bericht zum Projektstatus und den Initiativen rund um den Ausbau von Ladeinfrastruktur für E-Mobilität im Mariazellerland-Mürztal könnt ihr im aktuellen Radiobeitrag nachhören!