Der Hauptfokus der Tagung widmete sich Überlegungen, wie professionelle Pflege in komplexen, sensiblen und häufig schwer vorhersehbaren Situationen handlungssicher gestaltet werden kann. Die Präsentationen, Workshops und Poster boten vertiefende Einblicke in folgende Themenfelder: Handlungskompetenz im pflegerischen Alltag, Wissenschaftskommunikation, Vertrauensbildung, ethische Reflexion, Recovery-Orientierung sowie die Unterstützung von Lernenden in komplexen Praxis- und Lebenssituationen.
Im Rahmen des fachlichen Austausches wurde ersichtlich welches Gewicht Worte im pflegerischen Kontext haben und inwiefern gut gemeinte Interventionen potenziell unbeabsichtigte negative Effekte entfalten können. Ebenso wurde hervorgehoben, wie wesentlich ein partizipativer Betreuungsstil ist, der die Autonomie der Betroffenen (natürlich auch in sehr herausfordernden Situationen) wahrt und eine ganzheitliche Perspektive einnimmt, die über die reine Betrachtung von Krankheit hinausgeht. Zudem wurde sichtbar, dass Ereignisse im Kontext von Krisen oder Interventionen häufig nicht nur Einzelpersonen betreffen, sondern Auswirkungen auf das nähere und weitere soziale Umfeld und damit auf eine Vielzahl von Menschen haben.
Die Tagung bestätigte die Bedeutung der Akademisierung der Pflege, weil wissenschaftsbasierte Entscheidungsfindungen (z. B. Anwendung von evidenzbasierten Leitlinien zur Behandlung von Depression), Reflexions- und Forschungskompetenzen (z. B. Analyse von Handlungsmustern nach herausfordernden Patient:innenkontakten), interprofessionelle Zusammenarbeit (Besprechung von Lebensszenarien im multiprofessionellen Team) sowie die Entwicklung differenzierter Rollen (Bezugspflege, Recovery-Begleitung) und Versorgungskonzepte (erstellen von Krisenplänen) zukunftsweisend sind.
Daniel Rogan, MEd und Christian Hermann MSc hatten im Rahmen der Posterpräsentation die Möglichkeit, das neue Angebot ANKERPUNKT.GUK der Studierendenbegleitung in Krisensituationen am Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege vorzustellen. Dieses Projekt wurde von Christian Hermann MSc, Daniel Rogan, MEd und Manuel Pfeilstecher BSc, MSc, MBA initiiert und startete im Sommer 2025. Es veranschaulicht die Relevanz strukturierter Unterstützungsangebote für Studierende in belastenden oder herausfordernden Situationen und hebt die Bedeutung verlässlicher Ansprech- und Begleitstrukturen im hochschulischen Kontext hervor.
Im Tagungsprogramm ist der Posterbeitrag unter P-04 „Ankerpunkt – ein Caring Place für psychosoziale Mikrointerventionen zur Förderung von Resilienz und kognitiver Reorientierung bei Studierenden der Gesundheits- und Krankenpflege“ nachzulesen.