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Steirische Hochschulen debattieren Fragen der wissenschaftlichen Freiheit und Neutralität

Foto: Lunghammer

Wie passen wissenschaftliche Freiheit und neutrale Haltung zusammen? Dieser Frage ging David Beaver von der University of Texas, Austin, im Rahmen des Empfangs der Steirischen Hochschulkonferenz auf den Grund.

Über 150 Teilnehmer:innen trafen dafür am 11. März 2026 in der Aula der Universität Graz zusammen. Zu den Sprecher:innen der Veranstaltung zählte Willibald Ehrenhöfer, steirischer Landesrat für Wirtschaft, Arbeit, Finanzen sowie Wissenschaft und Forschung: „Unsere Hochschulen leisten einen zentralen Beitrag dazu, dass unser Bundesland in vielen Bereichen zu den innovativsten Regionen Europas zählt. Damit wir diesen Erfolgsweg weiter gehen können, brauchen wir eine offene Gesellschaft und eine freie Wissenschaft, frei von Grenzen. Denn mit Grundlagenforschung legen wir die Basis für die Wirtschaft von übermorgen und mit angewandter Forschung sichern wir den Wohlstand von morgen.“

Der Keynote-Speaker des Abends, David Beaver von der University of Texas in Austin, widmete sich einer unter Wissenschaftler:innen viel diskutierten Frage: Dem Konflikt zwischen dem Wunsch nach Neutralität und Objektivität auf der einen und der wissenschaftlichen Freiheit auf der anderen Seite. „Wenn wir über Neutralität sprechen, denken wir oft, dass es gewisse unumstößliche Fakten gibt. Dabei sind wir aber selbst nicht immer ganz objektiv und versuchen, über die Sprache Fakten als neutral darzustellen.“ Beaver sieht darin eine gefährliche Entwicklung. „Der Friedens-Nobelpreisträger Eli Wiesel erinnert uns daran, dass Neutralität stets dem Unterdrücker hilft, nicht den Opfern. Schweigen ermutigt den Peiniger, niemals den Gequälten.“ Angelehnt daran warnt Beaver davor, dass im heutigen Diskurs Neutralität und Ruhe oft als Gegenpol zu Extremismus gesehen werden. Beaver hält das für gefährlich: „Wenn die Sprache der Machthaber neutral ist, dann muss die Sprache derjenigen, die die Annahmen der Machthaber infrage stellen, extremistisch sein. Extremistische Sprache, so lautet das Argument, sei ein gefährliches Instrument der Indoktrination.“

Auch Corinna-Engelhardt-Nowitzki, Rektorin (FH) und wissenschaftliche Geschäftsführerin der FH JOANNEUM, war Teil der Diskussion und ging in ihren Schlussworten auch auf das Thema Sprache ein. „Sprache ist ein Werkzeug, das uns verbindet. Sie ist die Basis eines jeden Diskurses und hilft uns als Vertreter:innen der Hochschulen bei drei wichtigen Punkten, die uns verbinden: Unsere Offenheit, die gesellschaftliche Relevanz sowie die Sichtbarmachung dessen, was unsere Institutionen auszeichnet.“

Beim anschließenden Get-together konnten sich die zahlreichen Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft untereinander austauschen.

FH JOANNEUM übernimmt Vorsitz der Steirischen Hochschulkonferenz 

Von 1. April bis 30. September 2026 übernimmt die FH JOANNEUM den Vorsitz der Steirischen Hochschulkonferenz. Die Schwerpunkte der Arbeit der Steirischen Hochschulkonferenz, zu denen sich die neun Steirischen Hochschulen bekennen, liegen in fünf Bereichen: Schaffung der Strategie des Steirischen Hochschulraumes und Bildung eines gemeinsamen Hochschulbewusstseins, Erarbeitung einer gemeinsamen Position zu strategischen Fragestellungen, gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit in Richtung Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie gemeinsames Marketing und Schaffung von Awareness in Richtung Studierende.

 

 

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