Was vor mehr als zehn Jahren als Programmier-Hausübung begann, wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Peter Salhofer gemeinsam mit Studierenden schrittweise zu einer leistungsfähigen Open-Data-Plattform weiterentwickelt. Ziel war es von Beginn an, komplexe Daten aus dem Medienkooperations- und -förderungs-Transparenzgesetz (MedKF-TG) verständlich, interaktiv und öffentlich zugänglich aufzubereiten.
Langjährige Projektentwicklung mit Studierenden
Über mehrere Jahre hinweg wurde das System im Rahmen von Lehrveranstaltungen und Studierendenprojekten kontinuierlich ausgebaut. Die Plattform ermöglicht eine strukturierte Analyse umfangreicher Transparenzdaten und wird seit Langem von Journalist:innen, Forscher:innen und Expert:innen als Recherchewerkzeug genutzt. Eine Förderung aus dem NetIdee Fonds sowie hohe Anerkennung in der Fachcommunity unterstreichen die Qualität der Arbeit.
Ein besonderer Meilenstein: Die entwickelte Visualisierung diente als inhaltliches Vorbild für die Gesetzesnovelle 2024, mit der Visualisierungen von Medientransparenzdaten erstmals gesetzlich verpflichtend wurden (§ 3 Abs. 4 MedKF-TG).
Offizielle Umsetzung für KommAustria und RTR
In der Folge wurde die FH JOANNEUM von KommAustria und der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) zur Ausschreibung eingeladen und erhielt den Zuschlag für die offizielle Umsetzung der Transparenzdatenbank.
Mit Jahresbeginn 2025 ging die erweiterte Plattform erfolgreich in Betrieb. Sie bildet unter anderem:
• den Wegfall von Bagatellgrenzen,
• deutlich erweiterte Meldepflichten sowie
• die Veröffentlichung von Werbesujets
ab.
Damit verfügt Österreich heute über eine der detailliertesten öffentlich zugänglichen Medientransparenz-Datenbanken weltweit.
Starkes Netzwerk aus Lehre, Verwaltung und Regulierung
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit Expert:innen aus Regulierung und Verwaltung umgesetzt, darunter:
• Martina Hohensinn (KommAustria)
• Michael Ogris (Vorsitzender KommAustria)
• Wolfgang Struber (RTR Medien)
• Andreas Kunigk (RTR)
• Peter Salhofer (FH JOANNEUM)
Praxisorientiertes Studium mit gesellschaftlicher Relevanz
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie an der FH JOANNEUM Lehre, Forschung und gesellschaftlicher Auftrag ineinandergreifen. Studierende arbeiten an realen Fragestellungen, entwickeln produktive Systeme und leisten einen konkreten Beitrag zu Transparenz, Medienpolitik und demokratischer Öffentlichkeit.
Insbesondere im Masterstudium Software & Digital Experience Engineering werden Kompetenzen in Softwareentwicklung, Datenvisualisierung, rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichem Impact miteinander verbunden – in echten Real-World-Projekten mit nachhaltiger Wirkung.