Ziel dieser Exkursion war es, praxisbezogene Einblicke in zentrale Aspekte der Sterbevorbereitung, des Abschiednehmens sowie der Bestattung und Nachsorge zu gewinnen und diese im Kontext professioneller Pflege einzuordnen.
Herr Hinterleitner, MSc (geprüfter Bestatter), thematisierte in seinem Vortrag die Relevanz frühzeitiger Vorsorgemaßnahmen im Zusammenhang mit dem Lebensende. Aus psychiatrisch-pflegerischer Perspektive wurde deutlich, dass fehlende Vorsorge nicht nur organisatorische und finanzielle Herausforderungen für Hinterbliebene mit sich bringt, sondern auch psychische Belastungen wie Entscheidungsunsicherheit, Schuldgefühle oder akute Krisenreaktionen begünstigen kann. Besonders hervorgehoben wurde, dass Angehörige häufig bereits an grundlegenden Fragen zur gewünschten Bestattungsart (Erdbegräbnis oder Kremation) scheitern, was in emotional hochbelasteten Situationen zu zusätzlicher Überforderung führen kann.
Darüber hinaus erhielten die Studierenden einen Überblick über das Aufgabenspektrum eines Bestattungsunternehmens – einschließlich Abholung und hygienischer Versorgung des Verstorbenen über Einsargung, Organisation der Trauerfeier, Aufbahrung und Verabschiedung bis hin zu Beisetzung und weiteren Tätigkeitsfeldern wie Thantopraxie – sowie über die interprofessionellen Kooperationsstrukturen, in die diese Tätigkeiten eingebettet sind. Dazu zählen unter anderem Sicherheits- und Rettungsdienste, das Kriseninterventionsteam (KIT), Flug- und Transportgesellschaften im Rahmen von Überführungen, Florist:innen, geistliche und weltliche Redner:innen. Es wurde deutlich, dass Abschiedsfeiern zunehmend individuell und kulturell sehr heterogen gestaltet werden. Multimediale Präsentationen, Vereine, Musik, von der verstorbenen Person persönlich formulierte Verabschiedungswünsche sowie professionelle Redner:innen können zusätzlich den Abschiedsprozess unterstützen.
Im Anschluss an die organisatorischen und psychosozialen Ausführungen erhielten die Teilnehmer:innen vertiefende Einblicke in den technischen Ablauf des Kremationsprozesses. Herr Dubaniovski (geprüfter Bestatter und Kremationstechniker) erläuterte die entsprechenden Vorgänge sachlich und nachvollziehbar. Ergänzend dazu wurden Themen wie Tod und Armut, Beisetzung in Gruften, Naturbestattungen, Grabpflege sowie die Unterschiede zwischen einem Sozialbegräbnis und individuell finanzierten Bestattungsformen thematisiert.
Die Gastgeber achteten während des gesamten Aufenthalts auf den Energiehaushalt der Teilnehmer:innen und sorgten für eine ruhige, wertschätzende Atmosphäre, die die Auseinandersetzung mit den sensiblen Themen erleichterte.
Wir danken dem Bestattungsinstitut WOLF für die Ermöglichung dieses Besuchs sowie den Referenten Herrn Hinterleitner, MSc, und Herrn Dubaniovski für die fachlich fundierten und praxisorientierten Einblicke in die Arbeitsbereiche eines Bestattungsunternehmens und eines Krematoriums.
Die Exkursion bot nicht nur fachliche Erkenntnisse, sondern auch Gelegenheit zur persönlichen Reflexion eines sensiblen, für die Pflegepraxis relevanten Themenfeldes. Sie machte deutlich, wie wichtig Wissen, Offenheit und Gesprächsbereitschaft für die fachgerechte Begleitung von Menschen in allen Lebensphasen, insbesondere in Situationen von Sterben, Tod und Trauer, sind. Dies gilt sowohl im Kontakt mit Patient:innen und Angehörigen als auch für Pflegefachkräfte selbst.