🎓 Das habe ich studiert:
- Bachelorstudium – Informationsdesign; IND00
⭐ Mein Job: Senior User Experience Designer / Digital Product Designer in Wien, Österreich
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Marko Malle ist Senior User Experience Designer und Digital Product Designer bei WRCO in Wien. Er gestaltet digitale Produkte mit Schwerpunkt auf Design Thinking, UX-Design, Prototyping und Design Systems. Seine besonderen Interessen liegen in den Bereichen Media Streaming und Hobbyfarming.
🎓 Das habe ich studiert:
⭐ Mein Job: Senior User Experience Designer / Digital Product Designer in Wien, Österreich
Derzeit arbeite ich als Senior User Experience Designer bei WRCO in Wien und gemeinsam unterstützen wir Unternehmen wie ARD Online, Deutsche Telekom und Vodafone Group bei der Entwicklung digitaler Produkte.
Aktuell bin ich bei zwei Kund:innenprojekten aktiv: Zum einen bei Vodafone/Giga TV (das ist ein digitales TV-Angebot von Vodafone mit linearen Sendern, Mediatheken und Streaming-Diensten, die über verschiedene Devices und Apps genutzt werden können. Hier begleite ich den gesamten Designprozess – von der strategischen Planung und Konzeption über Feature-Entwicklung, Prototyping und Testing bis hin zur Implementierung in ein konsistentes Designsystem und dem Handoff ans Development. Und zum anderen bei ARD Online. Dort agieren wir als strategischer Partner und Designexpert:innen für die ARD Audio- und Mediathek. Meine konkrete Aufgabe ist es derzeit, das gemeinsam mit ARD Online entwickelte Designsystem über alle Online-Angebote hinweg zu etablieren – also ein einheitliches, übergreifendes und vor allem skalierbares Designsystem zu schaffen.
An Projekten arbeiten wir meistens als Team, bestehend aus mehreren Designer:innen. Jeden Montag starten wir mit einem Design-Weekly, bei dem wir die aktuellen Projekte und anstehenden Aufgaben besprechen. Ich strukturiere die Tasks vorab, definiere Arbeitspakete und verteile sie individuell – sodass jede:r eigenverantwortlich an bestimmten Themen arbeiten kann. Da unser Team über mehrere Standorte verteilt ist – Wien, Salzburg und Bonn – erfolgt die weitere Abstimmung meist digital. In Videocalls oder direkt in Figma präsentieren wir unsere bisherigen Explorationen, erarbeiten weitere Konzepte, tauschen uns aus und besprechen Kundenfeedback gemeinsam.
Zusätzlich finden regelmäßig Abstimmungen mit unseren Kund:innen statt, meist mehrmals die Woche. Bei der ARD arbeiten wir mit einem internen Designteam zusammen. Mein Team und ich unterstützen dieses vor allem mit unserem Know-how im Bereich Konzeption, UX Design sowie Designsysteme. Wir bereiten beispielsweise Wireframes und Userflows auf Basis der erarbeiteten Userstories auf und überführen diese in ausdruckstarke User Interfaces. Zusätzlich helfen wir bei der Erstellung und Dokumentation von Design Library Components und deren Guidelines, etwa die richtige Verwendung, Verhaltensweisen und Barrierefreiheit.
Bei Vodafone hingegen gibt es kein internes Designteam – hier übernehmen wir die komplette operative Gestaltung. Für die Software verantworten wir den gesamten Designprozess von Anfang bis Ende. Zusätzlich gestalten wir auch die benötigte Hardware – angefangen bei den TV Boxen und Fernbedienungen bis hin zum Surround Sound System mit Sattelite Speakern und Subwoofer.
Als Designer:in geht es vor allem darum, Lösungen aufzuzeigen. Es gibt nie nur den einen richtigen Weg – meistens gibt es viele verschiedene Ansätze, wie man ein Problem lösen kann. Wenn ich etwas präsentiere und jemand findet es nicht gut, ist das für mich kein Problem – solange es gut begründet ist. Dann kann daraus eine spannende Diskussion entstehen. Schwierig wird es nur, wenn es an Argumenten fehlt. Wenn jemand zum Beispiel sagt: „Ich hab’s meiner Frau gezeigt, und ihr gefällt es nicht“, dann erwarte ich schon, dass erklärt wird, warum. Einfach nur „gefällt mir nicht“ reicht nicht – ich will verstehen, woran es liegt.
Ich glaube, die Tools an sich sind heute gar nicht mehr so entscheidend. Als Designer:in ist man mittlerweile viel mehr eine Art Manager:in – gerade in der Zusammenarbeit mit größeren Unternehmen. Da gibt es eine ganze Reihe an Stakeholder:innen, die alle ihre eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse mitbringen. Du musst mit allen kommunizieren, ihr Feedback einordnen, dein eigenes Design-Team koordinieren, auf die Aufgabenverteilung achten und den Überblick behalten.
Klar, die Leidenschaft fürs eigentliche Gestalten gehört immer noch dazu – und man muss natürlich auch die Benutzer:innen verstehen, aber das operative Design ist oft nur ein kleiner Teil von dem, was drumherum alles zu tun ist.
Vor meiner Zeit als Designer war ich technischer Zeichner und habe in einem Ziviltechnik-Büro gearbeitet. Ich durfte an einem Plan für ein Mehrfamilienhaus mitzeichnen – noch komplett auf Papier mit Tusche. Damals gab es bei den vielen Änderungen einen ziemlich klassischen Fehler: Der Kamin im Ober- und Untergeschoss war verrutscht. Ist natürlich erst aufgefallen, als schon gebaut wurde – da stand der Kamin oben plötzlich ganz woanders als unten.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Zusammenarbeit mit dem Künstler Jörg Schlick – und natürlich Orhan Kipcak. Der war echt ein Enabler, mit super Kontakten in die Kunst- und Kulturszene in Graz. Das war für mich besonders spannend. Wir waren eine Truppe, die nicht unbedingt klassische kommerzielle Projekte machen wollte. Wir waren super verliebt in den Kunst- und Kulturbetrieb. Gefühlt gabs da keine Regeln und Normen und wir konnte uns in allem ausprobieren und ganz neue Wege gehen.
Viele unserer Lehrenden kamen selbst aus genau diesem Bereich – Künstler:innen wie Stella Rollig, Monochrom und andere. Diese Welt war für mich einfach faszinierend. Es war großartig, etwa beim Steirischen Herbst mitwirken zu können und Räume audio-visuell zu bespielen – ein Teil der Veranstaltung zu sein. Das waren Momente, in denen unsere Arbeit raus in die Welt gegangen ist – und das war schon sehr lässig.
Was ich aber mittlerweile auch sehr schätze, ist die große Bandbreite des Studiums. Es ging nicht nur um Gestaltung, sondern auch um strategische und marketingtechnische Aspekte. Damals habe ich das vielleicht nicht so ernst genommen – ich wollte lieber kreative Sachen machen und Spaß haben – aber genau dieses breite Fundament war im Nachhinein extrem wertvoll. Zu verstehen, wo Design stattfindet und wie es wirkt, war für meinen weiteren Weg enorm wichtig.
Durch die rasante Entwicklung von künstlicher Intelligenz stecken wir gerade mitten in einem Transformationsprozess. Man muss versuchen, am Ball zu bleiben, herausfinden wo die Reise hingehen kann, Trends frühzeitig erkennen und am besten gleich mitgestalten. Aber wie genau das alles aussehen wird, ist noch völlig offen, auf jeden Fall wird‘s disruptiv. Bis jetzt war es eine stetige Evolution, jetzt beginnt die Revolution.
Und übrigens genau deshalb mache ich dieses Interview – WRCO ist nämlich immer auf der Suche nach UI/UX-Designer:innen die diesen spannenden Weg gemeinsam mit uns gehen wollen!
Du möchtest weitere Absolvent:innen der FH JOANNEUM kennenlernen, mehr über ihr Studium und ihren Berufsweg erfahren? Hier findest du alle Porträts.