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Porträt

Sabine M. Probst Saavedra, BA MA

Absolventin von Informationsdesign und Media Design

Sabine M. Probst Saavedra ist Dokumentarfilmerin sowie Leiterin von Seen Blue Conservation, einer internationalen Organisation, die sich auf Medienkommunikation im Bereich Meeres- und Gewässerschutz spezialisiert. Sie arbeitet in der Umwelt- und Wissenschaftskommunikation, produziert Dokumentarfilme und Podcasts mit Fokus auf Impact Storytelling. Ihr besonderes Interesse gilt dem visuellen Storytelling für den Umweltschutz.

🎓 Das habe ich studiert:

Mein Job: Documentary Filmmaker & Director Seen Blue Conservation in Deutschlandsberg, Österreich

An was arbeitest du jetzt gerade? 

Ich bin im Bereich Storytelling und Umweltschutz tätig. Das Ziel meiner Arbeit ist es, mit authentischen Geschichten Menschen für den Schutz der Meere und Gewässer zu begeistern – sei es durch meine Filme, meinen Podcast oder die Artikel, die mein Team und ich für unsere Organisation verfassen und in unserem Online-Magazin veröffentlichen. Wir teilen vor allem Geschichten von Forschenden, Organisationen und Umweltschützenden. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, auch die persönliche Leidenschaft unserer Interviewpartner:innen für die Natur in den Geschichten sichtbar zu machen. Oft sind wissenschaftliche Inhalte sehr komplex und erreichen die Öffentlichkeit kaum. Deshalb arbeiten wir eng mit Wissenschaftler:innen zusammen und verwandeln ihre Forschung in ansprechende Geschichten voller Emotionen. Das gilt auch für meinen Podcast: Ich spreche mit internationalen Meeresbiolog:innen, Filmemacher:innen, Künstler:innen und Leiter:innen von Organisationen über ihren Weg zum Gewässerschutz und teile ihre Arbeit mit den Zuhörer:innen. Ich bin sehr dankbar, eine weltweite Community aufgebaut zu haben und mit erfolgreichen, inspirierenden Menschen sprechen zu können – von National Geographic Explorer:innen über Naturfilmer:innen für Disney, BBC und Netflix bis hin zu ausgezeichneten Wissenschaftler:innen und Organisationsleiter:innen.

Wie ist diese Leidenschaft für dieses Thema entstanden? 

Meine Leidenschaft für Naturdokumentarfilm entstand während meines Bachelorstudiums, als ich zum ersten Mal Regie für ein Seminarprojekt führte. Als ich diesen ersten Kurzdokumentarfilm plante und wir ihn drehten, entfachte das Feuer in mir. Im darauffolgenden Semester zog es mich nach England an die University of Plymouth, wo ich Fotografie studierte – nicht nur wegen des Curriculums, sondern auch wegen der Lage am Meer. Dort wurde mir schnell bewusst, wie stark die Meere belastet sind. Müll und Abwasser waren offensichtliche Probleme, Schwimmer:innen und Surfer:innen wurden krank vom verschmutzten Wasser. Dieser Umweltschaden ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Also entschloss ich mich, in meiner fotografischen Arbeit dieses Thema aufzugreifen und neben dem Studium meinen ersten Meeresschutzfilm zu drehen. Der Film wurde an der Universität prämiert, und meine Professorin motivierte mich, ihn bei Festivals einzureichen. So wurde mein erster Film international bei Festivals gezeigt und ich zu Branchenevents eingeladen. Seither drehe ich Filme über den Schutz der Meere und Gewässer. Meine Bachelorarbeit war ein weiterer Kurzdokumentarfilm, Deep Blue Connection, über eine junge Meeresbiologin in Australien, die surft und taucht. Das war der Film, in dem ich meine filmische Handschrift fand – und mein erster preisgekrönter. Im Masterstudium setzte ich dann mein erstes größeres Projekt um: Maydayterranean.  

Dafür reiste ich in sechs verschiedene Länder, unterstützt von meiner Hochschule, wofür ich sehr dankbar bin. Der Film zeigt die Vielfalt des Lebens im Mittelmeer – dass es eben nicht nur „beige“ ist, wie viele glauben – und macht deutlich, wie bedroht diese Vielfalt ist. Gegen Ende des Masters gründete ich mit einem Kommilitonen die Organisation Seen Blue Conservation, um noch mehr Umweltgeschichten sichtbar zu machen und Menschen für den Meeresschutz zu begeistern.

Welche Fähigkeiten braucht man in deinem Job?

Zentral ist für mich die Fähigkeit, die eigene gestalterische Kompetenz in den Dienst einer Sache zu stellen. Es geht nicht darum, sich selbst darzustellen, sondern darum, eine Botschaft wirksam zu transportieren. Dafür braucht es Einfühlungsvermögen, strategisches Denken, ein gutes Gespür für Sprache und Bild – und die Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Zielgruppen und Kontexte einzustellen, ohne den eigenen Wertekompass zu verlieren.

Kannst du den Prozess beschreiben, wie du ein Filmprojekt anlegst?

Meine Filme beginnen immer mit intensiver Recherche und Planung. Je nachdem, wofür der Film später gedacht ist, unterscheidet sich dieser Prozess. Ein Beispiel ist Guardians of the Chandelier Coral, den ich in Spanien für Coral Soul drehte. Ziel war es, potenziellen neuen Spender:innen die wichtige Arbeit des Teams zu zeigen, das Kaltwasserkorallen schützt und repariert. In der Planung war es mir wichtig herauszufinden, was die Leiterin der Organisation, Marina Palacios Miñambres, unbedingt zeigen wollte – denn sie kennt ihre Arbeit, die Korallen und die lokalen Gemeinschaften am besten. Es ist essenziell, nicht einfach in ein fremdes Land zu kommen und alles nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort zeigt Respekt und ist entscheidend für eine wirkungsvolle Geschichte. Meine Filme sind im Durchschnitt 5–10 Minuten lang und meist von Anfang bis Ende durchgeplant. Auch wenn ich weiß, dass nicht alles exakt so passiert, hilft der Plan mir und den Protagonist:innen. Auf klassische Interviews verzichte ich, stattdessen nutze ich Voice-over – denn ich finde, Interviews reißen Zuschauer:innen oft aus der Geschichte heraus. 

Drehs unter Wasser erfordern besondere Vorbereitung: spezielles Equipment, Training und genaue Planung, weil man nur wenig Zeit hat und zudem darauf achten muss, die empfindlichen Korallen nicht zu beschädigen. Hinzu kommen erschwerte Bedingungen wie Kälte, Strömungen oder Tiefe. Um den Film so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, arbeitete ich von der Planung bis zum finalen Schnitt eng mit der Organisation zusammen. Teile des Films wurden auch im französischen Fernsehen ausgestrahlt und auf spanischen Festivals gezeigt.

Was sind deine Kriterien für gutes Storytelling? 

Wir Menschen sind evolutionär darauf geprägt Geschichten zu verstehen und zu erinnern. Im Vergleich zu abstrakten Fakten oder reinen Informationen bleiben Geschichten besser im Gedächtnis. Das liegt daran, dass sie Emotionen auslösen, unser Gehirn aktivieren und mehrere Areale gleichzeitig ansprechen. Daher ist es mir wichtig wissenschaftliche Forschungen in emotionale Geschichten zu packen und sie an die richtige Zielgruppe zu bringen. Am Ende mit einem Call to Action versehen um die Zuschauer:innen für den Schutz der Umwelt zu motivieren

Wenn du an deine FH JOANNEUM Zeit denkst, was ist dir besonders im Gedächtnis geblieben? 

Ich fand es sehr wertvoll, dass wir im Studium Einblicke in so viele unterschiedliche Bereiche bekommen haben. Das ist heute für meine Rolle als Leiterin einer Organisation ein Vorteil, weil ich mit einem interdisziplinären Team arbeite und die verschiedenen Disziplinen besser einordnen und verstehen kann. Und natürlich: die Einführung in den Dokumentarfilm. Ohne diese wäre ich heute vermutlich nicht da, wo ich bin.

Du hast also schon während deiner Zeit an der FH begonnen in die Richtung deines jetzigen Jobs zu arbeiten? 

Genauseit dem Dokumentarfilm im Bachelorstudium wusste ich, was ich machen möchte. Ich habe jede freie Minute in mein Portfolio gesteckt – und das hat sich gelohnt. Zum Ende meines Studiums wurde ich als Summit Fellow bei Jackson Wild eingeladen – den „Oscars der Naturfilme“. Dort lernte ich Top-Filmemacher:innen kennen und erhielt Einblicke ins Impact Storytelling vom National Geographic Impact Lab. Außerdem wurde ich als Medienstipendiatin des Nationalparks Österreich ausgewählt. Dank meiner Portfolioarbeit erhielt ich noch während des Studiums Jobangeboteohne klassische Bewerbung – und werde heute selbst zu Festivals eingeladen, um über meine Expertise im Umwelt-Storytelling zu sprechen.

Unsere Absolvent:innen

Du möchtest weitere Absolvent:innen der FH JOANNEUM kennenlernen, mehr über ihr Studium und ihren Berufsweg erfahren? Hier findest du alle Porträts.

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