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Porträt

Michelle Motschnig

Mein Praktikum am Alexianer St. Hedwig Krankenhaus in Berlin.
Michelle Motschnig

Jobbezeichnung: Gesundheits- und Krankenpflegeperson
Institution: Alexianer St. Hedwig Krankenhaus
Ort: Berlin, Deutschland

Ich habe meine Kompetenzen bezüglich der Pflege verbessert, neue Fachkenntnisse und Fähigkeiten erworben, mit sehr lieben Kolleginnen und Kollegen zusammengearbeitet, Spaß bei der Arbeit gehabt, internationale Freundschaften geknüpft, Berlin bei Tag und Nacht kennen und lieben gelernt und viele neue Erfahrungen gesammelt – das war mein Auslandspraktikum in Berlin.

Wie ich dieses Praktikum bekommen habe

Im 5. Semester haben wir die Möglichkeit, ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Von Anfang an war für mich klar, dass ich in ein anderes Land gehen will, um neue Erfahrungen zu sammeln. Da es aufgrund der Corona-Situation etwas schwierig war, einen Praktikumsplatz zu bekommen, war ich sehr froh, meine Auslandsstelle in Berlin machen zu dürfen.

Ein Absolvent der Gesundheits- und Krankenpflege an der FH JOANNEUM, welcher nun in der Notfallaufnahme im Alexianer St. Hedwig Krankenhaus arbeitet, half mir dabei, einen Praktikumsplatz im besagten Krankenhaus zu bekommen.

Was ich machte

Zehn Wochen durfte ich das Praktikum im Alexianer St. Hedwig Krankenhaus absolvieren. Die ersten fünf Wochen verbrachte ich in der Notfallaufnahme mit den Schwerpunkten Psychiatrie, Innere Medizin, Urologie und Chirurgie. Den zweiten Teil meines Praktikums verbrachte ich auf der Station 63, die sich auf chirurgische, palliative und onkologische Patientinnen und Patienten spezialisierte.

Photo: Michelle Motschnig

Alexianer St. Hedwig Krankenhaus in Berlin

Warum mir mein Praktikum Spaß machte

Die Kolleginnen und Kollegen waren alle sehr hilfsbereit und offen − gemeinsam hatten wir viel Spaß. Jeden Tag ging ich mit einem sehr guten Gefühl in die Arbeit. Sie gaben mir viel fachlichen Input und ließen mich selbstständig arbeiten. Oft lachten wir über meinen Dialekt und in der Adventszeit hörten wir auf der Station Weihnachtslieder. Außerdem habe ich mich sehr gut mit den Patientinnen und Patienten verstanden, denen ich, obwohl deren Lebensumstände nicht leicht waren, jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte.

Das habe ich gelernt

In der Notfallaufnahme lernte ich vor allem das Manchester Triage System kennen sowie den Umgang mit psychiatrischen Patientinnen und Patienten. Zu meinen Tätigkeiten, die ich während meines Praktikums vertiefen konnte, zählten die Blutabnahme, das Legen einer Venenverweilkanüle, EKG schreiben und den Patienten oder die Patientin zu triagieren. Ich lernte, auf Notfallsituation adäquat zu reagieren.

Auf der Station 63 war sowohl ein empathischer Umgang als auch die richtige Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen erforderlich. Ich lernte den Ablauf einer Chemotherapie kennen und entwickelte die Kompetenz, die Patientinnen und Patienten ganzheitlich zu betrachten. Des Weiteren konnte ich meine medizinischen Fachausdrücke in englischer Sprache verbessern, da in Berlin sehr viele internationale Personen leben und manche nur wenig Deutsch sprechen und verstehen können.

All dies trug dazu bei, dass ich über meine Grenzen hinauswachsen konnte. Ich organisierte mir selbst ein WG-Zimmer und kannte anfangs niemanden in der Stadt. Durch Eigeninitiative lernte ich viele andere Erasmus-Studierende aus Berlin kennen. Ich wurde auf alle Fälle selbstständiger und selbstbewusster.

Mein bestes Erlebnis

Mein bestes Erlebnis in Bezug auf das Praktikum im Krankenhaus war, als ich eine Patientin auf der Station 63 mit der Diagnose „Pankreas-CA“ hatte. Sie hatte nur noch wenige Monate zu Leben und befand sich für die Chemotherapie bei uns im Krankenhaus. Trotzdem strahlte sie so viel Lebensfreude aus. Ich unterhielt mich sehr gerne mit ihr und unterstütze sie ein wenig bei der Morgenpflege. Die Patientin kam jedes Mal für etwa drei Tage ins Krankenhaus zur Therapie. Insgesamt war sie drei Mal auf der Station, als ich dort war. In der letzten Praktikumswoche verabschiedete ich mich bei ihr. Sie meinte, dass ich den Job so wunderbar mache und auf alle Fälle meine empathische Art behalten soll. Besonders berührt hat mich die Aussage der Frau, dass sie sich bei mir sehr wohl gefühlt und während unserer Gespräche ein wenig die Krankheit und das Krankenhaussetting vergessen hat. Dieses Erlebnis zeigte mir, dass ich den Job als Gesundheits- und Krankenpflegerin wirklich gerne und gut mache.

In meiner Freizeit knüpfte ich internationale Freundschaften, mit denen ich viele schöne Erlebnisse in Berlin sammeln konnte.

Photo: Michelle Motschnig

Das möchte ich in Zukunft tun

Das Auslandspraktikum hat mir erneut bestätigt, wie gern ich den Beruf in der Pflege ausübe. Für die Zukunft wünsche ich mir, weitere Auslandserfahrungen sammeln zu können und einen Arbeitsplatz sowie ein Team zu finden, in dem ich gerne arbeite. Des Weiteren möchte ich das Gelernte aus dem Studium sowie meine Erfahrungen aus den Praktika gut in die Praxis umsetzen können.

Ein Auslandspraktikum kann ich Studierenden nur ans Herz legen. Sich allein in einer neuen Umgebung zurechtzufinden führt zur Entwicklung wichtiger Skills, wie zum Beispiel ein höheres Selbstbewusstsein, mehr Eigenständigkeit und der Möglichkeit, neue Kenntnisse für unseren Pflegeberuf zu erwerben.

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