Dabei setzt Pankl vor allem auf hervorragend ausgebildete Mitarbeiter:innen: einerseits durch die hauseigene Aus- und Weiterbildung, andererseits durch qualifizierte Fachkräfte wie Bernd Nöhrer und David Kerschbaumer-Stöckler, die beide ihr Bachelor- und Masterstudium im Studiengang Aviation an der FH JOANNEUM in Graz absolviert haben. Wir haben mit ihnen über ihren Werdegang gesprochen und gefragt, wie sie die Zukunft der Luftfahrt einschätzen.
Faszination Luftfahrt seit Kindheitstagen
Der Karriereweg in die Luftfahrt zeichnete sich bei Bernd und David bereits früh ab. Auch wenn sie nicht direkt neben einem Flughafen aufgewachsen sind, hatten beide einen Flugplatz quasi vor der Haustür. Bei David war es ein Flugplatz im Mostviertel, bei Bernd der Fliegerhorst nahe Zeltweg. Die Faszination für die Fliegerei war von klein auf vorhanden – der Weg in die Luftfahrt beinahe vorprogrammiert.
Nach der Matura führte beide ihr Weg an die FH JOANNEUM nach Graz, wo sie den Bachelor- und anschließend den Masterstudiengang Aviation absolvierten. Auch ihre Hobbys drehen sich um die Luftfahrt: Sowohl Bernd als auch David besitzen mittlerweile den Privatpilotenschein und steigen in ihrer Freizeit gerne selbst ins Cockpit.
Studium und Praxis gehen Hand in Hand
Wie vielfältig die Karrieremöglichkeiten in der Luftfahrt sind, wurde den beiden bereits während ihres Studiums bewusst. Die Lehrinhalte lassen sich grob in drei gleich große Bereiche unterteilen: Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaft. Gerade die enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Praktika, gemeinsame Projekte und der regelmäßige Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie erleichtern den Berufseinstieg und sorgen gleichzeitig dafür, dass Unternehmen frühzeitig mit qualifizierten Nachwuchskräften in Kontakt kommen.
Wie unterschiedlich dieser Weg aussehen kann, zeigt der Vergleich der beiden Kollegen: David stellte sich bereits während des Studiums breit, aber technisch orientiert auf. Im Bachelor lag sein Fokus noch stärker auf klassischen Luftfahrtthemen. Praktische Erfahrung sammelte er unter anderem in der Wartung, im Softwarebereich der Drohnentechnologie sowie bei Flugsimulatoren.
Bernd hingegen entschied sich für einen eher kaufmännisch-planerischen Weg. Sein Bachelor-Praktikum absolvierte er in der Produktionsplanung. Im Master folgte ein weiteres Praktikum bei einem Kunden des Unternehmens aus seinem ersten Praktikum – diesmal im Einkauf.
Hoch hinaus bei Pankl Aerospace
Wie unterschiedlich die bisherigen Praxiserfahrungen sein können, zeigt sich auch daran, wie Bernd und David Pankl Aerospace kennengelernt haben. Bernd ist bereits seit 2017 im Unternehmen und hat die Entwicklung der vergangenen Jahre hautnah miterlebt. Als er begann, beschäftigte Pankl rund 70 bis 75 Mitarbeitende – heute sind es rund 150.
Kennengelernt hat er das Unternehmen zunächst als aufstrebende Firma. Einen tieferen Einblick erhielt er schließlich im Bewerbungsgespräch. Besonders sichtbar wurde das Wachstum mit dem Bau des eigenen Produktionsstandorts im Kapfenberger High-Tech-Park: ein bedeutender Schritt hin zu einem modernen Fertigungsbetrieb. Die neue Produktionshalle beeindruckt dabei nicht nur die eigenen Mitarbeitenden, sondern auch Kund:innen: Moderne Architektur und ausgewählte Bauteile, die bereits im Eingangsbereich präsentiert werden, vermitteln auf den ersten Blick den hohen technologischen Anspruch des Unternehmens.
Im Arbeitsalltag beschreiben David und Bernd ihre Rolle als Program Manager im Kern sehr ähnlich: Sie fungieren als eine Schnittstelle zwischen Kunde und Unternehmen – von der ersten Anfrage über die Angebotserstellung bis hin zur Auslieferung des fertigen Bauteils.
David hebt dabei insbesondere die Themen Rückverfolgbarkeit und Qualität hervor. Produktionsunterlagen müssen 35 bis 40 Jahre archiviert werden. Kommt es irgendwo auf der Welt zu einem Schaden an einem Bauteil, ist er Teil der Ursachenanalyse.
Bernd betont hingegen die Vielseitigkeit seines Berufs: „Mir ist in diesem Job noch nie fad geworden.“ Als Tier-1-Zulieferer arbeitet Pankl mit namhaften Unternehmen der internationalen Aerospace-Branche zusammen und begleitet eine Vielzahl spannender Projekte.
Was beide an ihrem Beruf besonders schätzen, ist das gute Gefühl, die eigenen Bauteile später im Einsatz zu sehen. Der sichtbare Einfluss der eigenen Arbeit ist für beide ein wesentlicher Motivationsfaktor.
Die Zukunft der Luftfahrt
Auch beim Blick in die Zukunft ergänzen sich die Perspektiven der beiden ideal. David sieht die Luftfahrt als eine breit aufgestellte Branche mit zahlreichen Spezialisierungsmöglichkeiten. Besonders großes Potenzial erkennt er im Bereich der Drohnentechnologie – vom Transport von Defibrillatoren über Paketzustellungen bis hin zu Lufttaxi-Konzepten, wie sie Airbus im Rahmen der Planungen für die Olympischen Spiele bereits entwickelt.
Bernd ergänzt diese Einschätzung mit Zahlen und der globalen Marktperspektive. Sowohl Airbus als auch Boeing gehen in ihren aktuellen Marktprognosen unabhängig voneinander davon aus, dass sich der weltweite Flugzeugbestand bis 2044 nahezu verdoppeln wird. Rund 45.000 neue Flugzeuge werden benötigt – etwa zur Hälfte als Ersatz für bestehende Modelle und zur Hälfte aufgrund der steigenden Nachfrage. Bei jeweils zwei Triebwerken pro Flugzeug eröffnet das auch für Zulieferunternehmen große Zukunftsaussichten.
Das stärkste Wachstum erwartet die Branche in Asien, Afrika und Südamerika. Globalisierung, steigender Wohlstand und eine zunehmende Reisetätigkeit treiben diese Entwicklung maßgeblich voran. Die Zukunft der Luftfahrt wird von Innovationen geprägt. Gleichzeitig zeigen die Marktentwicklungen, dass die Branche auch in den kommenden Jahrzehnten ein spannendes und sicheres Berufsfeld bietet. Ein Studium im Bereich Luftfahrt an der FH JOANNEUM schafft dafür eine ausgezeichnete Grundlage. Gleichzeitig zeigt das Beispiel von Bernd und David, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen ist: Sie verbindet Theorie und Praxis, erleichtert den Berufseinstieg und bildet die Basis dafür, auch künftig hochqualifizierte Fachkräfte für die Aerospace-Branche zu gewinnen.