Folgende Themen wurden erarbeitet:
- eine Bedarfsanalyse für ein Veranlagungsangebot für Industriekunden gemeinsam mit einer Kapitalanlagegesellschaft
- eine GPT-basierte Anwendung zur Unterstützung der persönlichen Finanzberatung
- ein Machine-Learning-Screening, das Zahlungsbetrug im E-Commerce erkennt, auf Basis von rund 39.000 Transaktionen
- ein automatisiertes makroökonomisches Monitoring für die Firmenkundenbetreuung auf Basis von Refinitiv Eikon
- KI-basierte Kreditentscheidungen
- Kommunikationsanalyse mittels Eye Tracking für die Kommunikation einer Bank mit ihren Unternehmenskunden
„Versicherung gilt oft als konservative Branche”, zeigt Michael Murg auf. „In den Projekten sehen Studierende, wie viel sich gerade bewegt: Beratung wird digital, Daten und KI verändern Prozesse. Wer eine digitale Beratungsstrecke baut, muss trotzdem verstehen, was eine Deckung leistet, was Kund:innen tatsächlich brauchen und welche Beratungspflichten gelten. Genau diese Verbindung macht die Projektarbeit wertvoll”, schildert der Studiengangsleiter die Motive.
Über Hi-Sophia: www.hi-sophia.at
Das 2019 in Graz gegründete Unternehmen betreibt eine App, die es Privatpersonen ermöglicht, ihre Versicherungsverträge zu verwalten und sich digital von einem Versicherungsmakler vertreten zu lassen.
In der Projekt-Lehrveranstaltung arbeiten Studierende in Teams an einem Auftrag des Praxispartners. Sie begleiten diesen von der Analyse über die Umsetzung bis zur Präsentation vor den Auftraggeber:innen.
Ein Projektteam arbeitete daran, die Erstellung von Angeboten für Krankenversicherungen auf der Plattform zu verbessern. Eine private Krankenversicherung ist ein Produkt, das Beratung bedarf: Sonderklasse, Privatarzt oder Zahnleistungen unterscheiden sich stark in Deckung und Preis, und Kund:innen können ihren eigenen Bedarf oft schwer einschätzen.
Die Herangehensweise in drei Schritten:
1. Analyse
Die Studierenden erhoben die bestehenden Abläufe und identifizierten Schwachstellen. Mit Nutzerbefragungen und Usability-Tests ermittelten sie, welche Deckungen Kund:innen wirklich wichtig sind und wo das Verständnis endet.
2. Entwurf
Auf dieser Basis entstanden Wireframes und Mockups für eine neue Benutzeroberfläche. Sie wurden in Feedbackschleifen mit Nutzer:innen und dem Sophia-Team weiterentwickelt.
3. Testlauf
Den Abschluss bildeten Funktionstests und User Acceptance Tests.
In einem weiteren Projekt entwickelten sieben Studierende ein „Risk & Insurance Dashboard“. Es soll Privatpersonen auf einen Blick zeigen, welche Risiken sie tragen, wie gut diese abgesichert sind und wo sich eine Anpassung lohnt.
Dafür wurden drei Systematiken ausgearbeitet:
- eine zur Erfassung privater Risiken wie Haftpflicht, Haushalt, Unfall, Gesundheit und Vorsorge
- eine zur Bewertung der Vertragsqualität anhand weniger, klar definierter Parameter
- eine zur Bewertung des Preis-Leistungs-Verhältnisses bestehender Verträge
Daraus leitete das Studierenden-Team ein einfaches Schema für Handlungsempfehlungen ab und setzte den Versicherungsstatus grafisch als Dashboard um.
Fachlich anspruchsvoll ist vor allem die Qualitätsbewertung. Versicherungsbedingungen müssen sich mit wenigen Kennzahlen vergleichbar machen lassen, ohne dass die Unterschiede verloren gehen, auf die es im Schadenfall ankommt.
Die Projekte verbinden Inhalte aus dem Studium mit Fragestellungen aus dem laufenden Betrieb eines Unternehmens. Dazu gehören Produktwissen, Beratungsanforderungen in der Versicherungsvermittlung und der Umgang mit Daten. Die Studierenden erhalten so Einblick, wie sich Versicherungsberatung durch Digitalisierung verändert und welche fachlichen Anforderungen dabei bestehen bleiben.
Praxisprojekte mit Partnern aus der Branche sind fester Bestandteil des Studiums.
Informationen zum Bachelorstudiengang Bank-, Versicherungs- und Finanzwirtschaft finden Sie hier.