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Wenn KI Sprachbarrieren überwindet

So sehen Sieger aus: Ben Prettner, Lorenz Fritz und Tobias Bock beim Innovationswettbewerb 2026 (Foto: Christof Hütter)

Wie können Menschen Anträge ausfüllen, wenn die Amtssprache nicht ihre Muttersprache ist? Dieser Frage stellten sich drei Studierende des Bachelorstudiums Wirtschaftsinformatik an der FH JOANNEUM – und überzeugten damit die Jury des Innovationswettbewerbs 2026.

Ben Prettner, Lorenz Fritz und Tobias Bock aus dem vierten Semester des Bachelorstudiums Wirtschaftsinformatik sicherten sich am 29. Mai 2026 im Unicorn Start-up & Innovation Hub Graz den ersten Platz in ihrer Kategorie. Mit ihrem Lösungsansatz für die Pensionsversicherungsanstalt (PV) setzten sie sich gegen zahlreiche Teams durch und zeigten eindrucksvoll, wie technologische Innovation und betriebswirtschaftliches Denken zusammenwirken können.

KI für mehr Verständlichkeit und Teilhabe

Die Aufgabenstellung der Pensionsversicherungsanstalt lautete, ein System für die mehrsprachige Verarbeitung von Antragsdokumenten zu entwickeln. Ziel war es, PDF-basierte Anträge automatisiert in 24 Sprachen zu übersetzen und gleichzeitig die Qualität der Übersetzungen durch künstliche Intelligenz bewerten zu lassen.
Die entwickelte Lösung adressiert eine gesellschaftlich relevante Herausforderung: Menschen sollen Anträge – etwa für Behörden, Stipendien oder Visa – auch dann leichter verstehen und ausfüllen können, wenn diese nicht in ihrer Muttersprache vorliegen. Die Studierenden kombinierten dafür Methoden aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Natural Language Processing und Datenanalyse mit einer klaren Prozessperspektive.

Praxis trifft Studium

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Die Bearbeitung komplexer Geschäftsprozesse und die Entwicklung digitaler Lösungen sind zentrale Inhalte des Bachelorstudiums Wirtschaftsinformatik. Besonders die Lehrveranstaltung „Geschäftsprozessmanagement“ im vierten Semester, betreut von Dr. Robert Singer, vermittelt jene Kompetenzen, die für die strukturierte Analyse von Unternehmensanforderungen und die Entwicklung innovativer Prozesslösungen notwendig sind.
Der Wettbewerbsbeitrag zeigt exemplarisch, wie Studierende ihr im Studium erworbenes Wissen unmittelbar auf reale Fragestellungen von Unternehmen anwenden können.

Innovationswettbewerb als Karriereplattform

Der Innovationswettbewerb wird von icons – consulting by students, Österreichs führender studentischer Unternehmensberatung, veranstaltet. Das Karriereevent bringt Studierende und Unternehmen zusammen und bietet die Möglichkeit, in dreiköpfigen Teams reale Business Cases zu bearbeiten. In zwei Working-Sessions entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam mit Unternehmensvertreter:innen als Mentor:innen innovative Lösungsansätze. Den Abschluss bildet eine Preisverleihung vor Ort. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von sechs Mal 500 Euro sowie weitere Zusatzpreise vergeben.

Zu den teilnehmenden Unternehmen des Innovationswettbewerbs 2026 zählten die Pensionsversicherungsanstalt (PV), ALPLA, Natuvion, Roland Berger, Komptech und Oliver Wyman. Neben der fachlichen Herausforderung bot das Event wertvolle Einblicke in die Arbeitsweise führender Unternehmen aus Wirtschaft, Industrie, Beratung und Technologie.

Wirtschaft und Informatik als Erfolgsfaktor

Für Tobias Bock liegt einer der Gründe für den Erfolg in der besonderen Kombination der Studieninhalte:
„Ich denke, dass uns gerade die Kombination aus Wirtschaft und Informatik einen Vorteil verschafft hat. Dadurch konnten wir die Anforderungen des Unternehmens verstehen und mit unseren Kenntnissen innerhalb kürzester Zeit erfolgreich umsetzen.“

Mit ihrem Sieg beweisen die drei Studierenden, dass innovative Ideen dort entstehen, wo technisches Know-how und wirtschaftliches Verständnis zusammentreffen – eine Kernkompetenz der Wirtschaftsinformatik an der FH JOANNEUM.

 

Ben Prettner, Lorenz Fritz und Tobias Bock mit Marc Holloway, MSc, MBA; Dipl. Ing. Sonja Eisenberger und Dr. techn. Andrea Grahsl bei der Preisverleihung. Foto: Christof Hütter

Lorenz erklärt die Ausarbeitungen seines Teams. Foto: Christof Hütter

Eindrücke vom Innovationswettbewerb 2026. Foto: Christof Hütter

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