Störungen der inneren biologischen Uhr – sogenannte circadiane Dysbalancen – können das Risiko für Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöhen. Ursachen sind unter anderem unregelmäßige Schlaf- und Essenszeiten, Licht- und Aktivitätseinflüsse zu unpassenden Tageszeiten sowie ein daraus resultierender gestörter Stoffwechsel. Als einer der ersten Mediatoren könnte dabei eine durch circadiane Fehlanpassungen beeinträchtigte Darmbarriere eine besonders wichtige Rolle spielen.
In kontrollierten Studien sollen zunächst typische Biomarker für einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus des Stoffwechsels identifiziert werden. Anschließend wird untersucht, ob gezielte Nahrungsergänzungen zentrale Stoffwechselwege beeinflussen können, indem sie beispielsweise die Darmgesundheit stärken, die Insulinsensitivität erhöhen und dadurch das Risiko für Stoffwechselerkrankungen bei Betroffenen verringern.
Informationen zur Multizentrischen Biomarker Studien im Rahmen des SHIFT2HEALTH-Projekts
Zur Untersuchung circadianer und metabolischer Einflüsse auf die Gesundheit werden verschiedene Studiendesigns eingesetzt. Neben Beobachtungsstudien wird in einer internationalen, kontrollierten Interventionsstudie das Potential der gezielten Ernährungsergänzung in besonders belasteten Zielgruppen mit chronobiologischen Verschiebungen untersucht.
Engmaschige und interdisziplinäre Ansätze sind erforderlich, um die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln unter Berücksichtigung der individuellen Ernährungs- und Aktivitätsmuster auf physiologische und biochemische Parameter zu erfassen. Die qualitative Datenerhebung mittels Fragebögen und hedonischen Tests, ist dabei dicht verwoben mit dem Einsatz validierter sowie innovativer instrumenteller Analyseverfahren basierend auf Gaschromatographie-Massenspektrometrie in Kombination mit standardisierten Biomarkeranalysen und personenspezifischen Aktivitätsaufzeichnungen.
Expertise des Labors im Forschungszentrum Graz
Das Forschungszentrum Graz bringt umfassende Expertise in der Durchführung dieses innovativen Projekts ein. Eingebettet in das Team des Instituts für Biomedizinische Analytik spielen die in den beiden Studiengängen (Biomedizinische Analytik & Massenspektrometrie und Molekulare Analytik ) ausgebildeten Analytiker:innen eine zentrale Rolle: Sie sind verantwortlich für die professionelle und einfühlsame Gewinnung biologischer Proben sowie den direkten Patientenkontakt, wodurch eine vertrauensvolle Studienatmosphäre gewährleistet wird.
Die anschließende hochqualitative Analyse der Proben erfolgt im modernen Labor des Forschungszentrums. Durch den Einsatz neuester Methoden und Technologien sichern die Analytiker:innen valide und zuverlässige Ergebnisse, die maßgeblich zum Studienerfolg beitragen.
Darüber hinaus profitiert das Projekt von einer multiprofessionellen Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche, die das interdisziplinäre Verständnis für komplexe Zusammenhänge im Bereich der Stoffwechselgesundheit und circadianen Einflüssen stärken und innovative Lösungsansätze ermöglichen.
Darüber hinaus werden im Forschungsschwerpunkt von Mag. Dr. Monika Riederer im sogenannten „Darm-auf-dem-Chip“ natürliche Substanzen in 3D- in-vitro Modellen getestet (wie z. B. Nahrungsergänzungsmittel), um deren potenziell protektiv-wirkende Effekte auf die Darmbarriere zu evaluieren.
Im Rahmen des SHIFT2HEALTH-Projektes werden unter der steirischen Projektleitung von FH-Prof. Dr. Marlies Wallner, in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Diätologie, ganzheitliche Forschungsansätze umgesetzt. Fachliche Expertisen aus den Bereichen Ernährung, Sensorik, Anthropometrie und Public Health werden systematisch eingebunden, um spezifische metabolische Effekte der Schichtarbeit zu erforschen.