Die Abhängigkeit sicherheitskritischer Infrastruktur oder zukünftiger Schlüsseltechnologien von globalen Satellitennavigationssystemen (GNSS) als Informationsquelle für Zeit und Ort wird in Zukunft weiter zunehmen. Heute schon stützen sich zahlreiche Dienste in Bereichen wie Finanzmarkt, Telekomnetze, Stromnetze, Straßennetze und Flugverkehr auf Zeit- und/oder Positionslösungen von GNSS. Störungen im GNSS-Empfang können folglich erheblichen Schaden anrichten, sowohl sicherheitstechnisch als auch wirtschaftlich. Beispielsweise können GNSS-Störungen dazu führen, dass ortsbasierte Dienste, die in der Automatisierung des Straßenverkehrs und in der Digitalisierung im Infrastrukturbetrieb eine wichtige Rolle spielen, nicht zur Verfügung stehen.
In der Luftfahrt und Flugsicherung können GNSS-Störungen speziell im Anflugbereich zu einer erhöhten Beanspruchung beim Flugpersonal führen. Das Institut Luftfahrt untersucht anhand der Messung physiologischer Parameter die Auswirkungen von GNSS-Systemausfällen insbesondere auf Pilot:innen. Mit den damit generierten Ergebnissen möchten die Forschenden herausfinden, ob es für Flugzeug-Crews mehr Trainings in diesem Bereich geben müsste, oder ob die Checklisten, die im Fall eines Ausfalls abgearbeitet werden, angepasst werden müssten. Das übergeordnete Ziel ist es dabei, das Fliegen – als ohnehin bereits sicherste Transportart – noch sicherer zu machen.