Am 8. Juni gab es in Graz Reininghaus gleich mehrfach Grund zu feiern. Gut ein Jahr ist es her, dass der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss der nachhaltig revitalisierten Tennenmälzerei für Publikum geöffnet wurde. Noch wichtiger: Vor zwei Jahren unterzeichneten die ersten 40 Unternehmen den Grazer Klimapakt #bindabei, um das ambitionierte Ziel der Stadt zu unterstützen, bis 2040 klimaneutral zu bilanzieren. Seit dem Vorjahr sind 46 neue Unternehmen dazu gekommen – von der Meduni über die Styria Media AG bis hin zu einem Architekturbüro, einem Finanzdienstleister oder Gastrobetrieben reicht die Palette. Insgesamt haben den Pakt bereits 114 Unternehmen und Organisationen und rund 1.190 Grazerinnen unterzeichnet. Jedenfalls Grund genug, an diesem Tag in der Tennenmälzerei mit Ansprachen und einer Keynote der Verhaltensbiologin Elisabeth Oberzaucher ordentlich zu feiern.
Auf die Bühne gebeten wurden in diesem Rahmen auch besonders engagierte Personen, die im FFG-geförderten Forschungs- und Aktionsprojekt GEMMA KLIMA aktiv geworden sind. Das Projekt wird von den Klimapionierstädten Graz, Judenburg und Weiz, außerdem vom Land Steiermark, der Energie Agentur Steiermark, von StadtLABOR, Universität Graz und FH JOANNEUM getragen. Die Stadt Graz hat das Projekt in ihre Aktivitäten zum Klimapakt integriert. Das Projekt motiviert Vereine, Freundeskreise oder Nachbarschaftsgruppen dazu, gemeinsame Klimaschutzaktivitäten zu setzen, um den eigenen Klima-Fußabdruck zu verkleinern und die Lebensqualität in der Stadt zu heben. Die FH JOANNEUM hat in diesem Projekt unter anderem die Aufgabe, die GEMMA KLIMA-Teams und die Projektpartner mit zielgruppenspezifischen Kommunikationsmaßnahmen zu unterstützen. „In Zeiten, in denen die Klimakrise von Kriegen und anderen globalen Krisen überlagert wird, ist das eine besonders spannende Herausforderung“, sagt Thomas Wolkinger, Dozent am Institut Journalismus und Digitale Medien, der das Projekt seitens der FH leitet.
Von den Grazer GEMMA KLIMA-Teams kam in der Tennenmälzerei unter anderem Britta Schreinlechner-Venier zu Wort, die bei LebensGroß für Nachhaltigkeit verantwortlich ist und auch in diesem Zusammenhang auf Inklusion setzt. In ihrem Unternehmen hat sie zu drei Challenges aufgerufen und mit Themen wie Ernährung (Challenge: sich eine Woche regional oder vegetarisch/vegan ernähren), Mobilität und Konsum rund 150 Menschen zum Mitmachen gewonnen. Der Nachhaltigkeitsforscher Holger Hoff berichtete von seinem Team aus Eggersdorf, das versucht, Konzepte für nachhaltigere Mobilität zu entwickeln. Mario Trummer vom Naturerlebnispark bietet Wissenschaftsvermittlung im schulischen und außerschulischen Bereich. Das Thema Klimawandel hat er mit seinem Team in der Stadtparkinfo neben dem Spielplatz aufgegriffen und u.a. einen Kleidertausch umgesetzt. Ähnliches organisieren auch Gerti Jaritz und Erika Keber sehr erfolgreich in der Smartcity.
Im Herbst sind weitere Veranstaltungen in Weiz und Judenburg geplant, um auch die dortigen Aktivitäten sichtbar zu machen. Danach geht das Projekt GEMMA KLIMA in die zweite Runde – mit dem Ziel, noch mehr Menschen für einen nachhaltigeren Lebensstil zu begeistern. Infos zum Angebot von GEMMA KLIMA und zu den Challenges, die im Team gelöst werden können, finden sich auf der Website www.gemma-klima.at und auf den Seiten der beteiligten Städte. Erste erfolgreiche Teams werden auch auf dem Portal der Stadt Graz vorgestellt: https://www.klimaschutz.graz.at/cms/beitrag/10448213/11269117/
GEMMA KLIMA ist ein Projekt im Rahmen der Ausschreibung „Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt“. Diese ist Teil des FTI-Schwerpunkts „Klimaneutrale Stadt“ des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und des Klima- und Energiefonds (KLIEN). Die Abwicklung erfolgt im Auftrag des BMIMI und KLIEN durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (AWS).