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Hochschulen und Industrie: Graz muss seine Stärken zur Innovationsmetropole Europas ausbauen

Credit: Foto Fischer

Graz verfügt über außergewöhnliche Voraussetzungen, um sich als international sichtbare Innovationsmetropole zu etablieren. Acht Hochschulen, rund 60.000 Studierende, eine starke industrielle Basis sowie international anerkannte Forschungseinrichtungen bilden ein einzigartiges Innovationsökosystem, in dem Wissenschaft, Technologie und Produktion eng zusammenwirken. Dieses Potenzial muss künftig konsequenter genutzt und international sichtbar gemacht werden. Gemeinsame richten die Stakeholder einen Appell an die neu gewählte Stadtregierung: Graz muss sich stärker als Innovationsstandort verstehen und klar positionieren.

Innovations-DNA an die Oberfläche bringen

Gerade die enge Verzahnung von Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Industrie und Start-ups macht den Standort aus. Forschung findet in Graz nicht isoliert statt, sondern in enger Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie. Kompetenzzentren arbeiten an visionären Technologien wie Batterien der Zukunft, Wasserstoff, digitaler Mobilität, biotechnologischen und pharmazeutischen Verfahren sowie Cybersecurity und Künstlicher Intelligenz. Gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und den F&E-Abteilungen der Unternehmen entsteht ein leistungsfähiges Netzwerk für Innovation. „Forschung und Innovation bilden die DNA zahlreicher Grazer Institutionen, es ist an der Zeit diese zu bündeln und für eine gesteigerte Standortattraktivität weithin sichtbar zu machen. Von der neu gewählten Stadtregierung wünschen wir uns eine positive Haltung und proaktive Unterstützung“, so Kurt Maier, Vorsitzender des Innovationsnetzwerks innoregio und IV-Steiermark Präsident.

Einzigartiges Ökosystem als beste Basis

Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Ökosystems ist beachtlich: Unternehmen im Grazer Zentralraum investieren jährlich weit über 1 Milliarde Euro in Forschung. Der produzierende Sektor beschäftigt direkt rund 30.000 Menschen, jede vierte Arbeitnehmerin bzw. jeder vierte Arbeitnehmer in Graz ist in der Industrie oder industrienahen Dienstleistungen tätig. Gemeinsam mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen erreicht Graz eine Forschungsquote von acht Prozent.

Trotz dieser Stärken bleibt Graz international unter seinen Möglichkeiten und ist als Standort bislang zu wenig wahrgenommen und ein gemeinsames Zukunftsbild fehlt. Hochschulen und Industrie sehen deshalb die Notwendigkeit einer klaren internationalen Positionierung als Stadt der Innovation und Technologie. Ziel muss es sein, den Hidden Champion Graz zur sichtbaren Innovationsmetropole Europas weiterzuentwickeln. „Wenn es um Innovation geht, nehmen die Hochschulen eine zentrale Rolle ein. Sie lehren neue Kompetenzen, ziehen internationale High Potenzials an und sorgen damit für qualifizierten Nachwuchs“, so Corinna Engelhardt-Nowitzki, Vorsitzende der steirischen Hochschulkonferenz und Rektorin der FH JOANNEUM.

Graz als Alpe-Adria-Innovationshauptstadt

Dazu gehört auch, Innovation über die Stadtgrenzen hinaus zu denken. Graz ist Zentrum eines dynamischen Zentralraums mit rund 520.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und Teil eines erweiterten Wirtschaftsraums mit mehr als acht Millionen Menschen in Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien und Ungarn. Die Entwicklung des Innovationsstandorts erfordert daher eine abgestimmte Zusammenarbeit von Stadt, Umland, Land sowie den Partnerregionen im Alpen-Adria-Raum. Mobilität, Infrastruktur, Flächenentwicklung und internationale Standortkommunikation sind Aufgaben einer gemeinsamen Metropolregion. „Der Süden Österreichs muss eine neue regionale Größe werden. Graz gehört dazu weiter gedacht und muss sich in der gesamten Alpe Adria Region als Innovationshauptstadt etablieren und stärker vernetzen, um für Betriebe wie auch Hochschulen das Potenzial dieses zusammenwachsenden Wirtschaftsraums zu nutzen“, so Markus Ritter, WKO-Steiermark Spartenobmann Industrie.

Raum für Innovation schaffen und verwerten

Aus Sicht von Hochschulen und Industrie braucht Graz dafür attraktive Rahmenbedingungen für Forschung, Innovation und Unternehmensentwicklung. Dazu zählen leistungsfähige Forschungsinfrastrukturen, der Ausbau und die Bündelung von Technologie- und Spin-off-Initiativen, internationale Bildungsangebote, Reallabore für neue Technologien, moderne KI-Infrastruktur sowie international sichtbare Innovationsquartiere. Gleichzeitig muss die Stadt als Plattform wirken, die Kooperation ermöglicht, Prozesse verbindet und Räume für Innovation schafft. Und es braucht das Commitment der Spitzenvertreterinnen und –vertreter, eine innovative Technologiestadt sein zu wollen.  „Know-how, Talente und Technologien – wir haben in Graz alle Voraussetzungen, um Spitzenforschung in erfolgreiche Innovationen zu verwandeln. Jetzt braucht es den gemeinsamen Willen, dieses Potenzial konsequent für den Standort zu nutzen und dafür zu sorgen, dass aus diesen Innovationen auch hier Unternehmen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen“, so Horst Bischof, Rektor der TU-Graz.

Hochschulen und Industrie sind sich einig: Bildung, Forschung und industrielle Wertschöpfung bilden gemeinsam das Fundament für die Zukunft des Standorts. Graz verfügt über die Voraussetzungen, eine führende Innovationsmetropole Europas zu sein. Jetzt braucht es eine gemeinsame Strategie und ein gemeinsames Auftreten gepaart mit dem Willen die Stadt mit einem klaren Profil zu positionieren, damit diese Stärken auch international sichtbar werden.

Über die innoregio styria

Die „innoregio styria“ ist ein von der Industrie initiiertes Innovationsnetzwerk von Unternehmen, allen steirischen Hochschulen, Forschungsinstitutionen sowie weiteren zentralen regionalen Akteuren. Eines der Leitprojekte der innoregio styria ist der Science Garden. Auf der Onlineplattform bietet die Plattform Kindern und Jugendlichen von 3 -19 Jahren eine Übersicht über mittlerweile 750 MINT-Erlebnisse in der ganzen Steiermark.

 

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