Einen Löwenzahn anzupusten und sich dabei etwas zu wünschen – eine kleine, poetische Geste, die fast jeder kennt. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Kunsthaus Graz übersetzen die Studierenden dieses persönliche Ritual in ein digitales und architektonisches Erlebnis. Besucher:innen scannen einen QR-Code und gelangen direkt zu einer Web-App. Dort bereiten sie ihren Wunsch vor und pusten anschließend in das Mikrofon ihres Smartphones. Der digitale Löwenzahn reagiert auf den Atem: Die Samen lösen sich und werden als visuelles Ereignis auf die BIX-Medienfassade des Kunsthauses übertragen. So wird aus einem persönlichen Wunsch ein öffentlich sichtbarer Moment.
Make a Wish – Wünsch dir was
Ein Wunsch wird sichtbar
Im Rahmen der Lehrveranstaltung Project Work 2 – Interaction Design, begleitet von Birgit Bachler, entwickelten die Studierenden Iuliia Razumovskaia und Dila Bayraktar in Kooperation mit dem Kunsthaus Graz eine interaktive Installation für die BIX-Medienfassade.
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Digital interagieren, Architektur erleben
Im Mittelpunkt des Projekts steht eine einfache und intuitive Interaktion zwischen Mensch, Smartphone und Architektur. Die Technologie soll dabei möglichst unsichtbar bleiben – die Aufmerksamkeit gilt dem Erlebnis und der Fassade des Kunsthauses. Die digitale Oberfläche wurde deshalb bewusst reduziert. Statt einer nüchternen Bedienungsanleitung setzt die Web-App auf eine poetische Sprache und führt die Atmosphäre des Löwenzahn-Rituals auch digital weiter.
Sind die Nutzer:innen bereit, beginnt die Interaktion: Durch das Pusten verschwinden die Samen nach und nach vom digitalen Löwenzahn. Gleichzeitig werden sie auf der BIX-Fassade sichtbar und scheinen über das Gebäude hinweg verweht zu werden. Am Ende verwelken die Löwenzahnblüten auf der Fassade und blühen anschließend wieder auf – ein poetischer Abschluss und zugleich ein Sinnbild dafür, dass der Wunsch nun auf den Weg gebracht wurde.
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Vom Prototyp zur Installation
Für die Entwicklung wurde zunächst ein Prototyp realisiert, der die Interaktion zwischen Mikrofon, Pusten und digitaler Animation testete. Dabei zeigte sich eine zentrale Herausforderung: Umgebungsgeräusche und Gespräche konnten die Animation unbeabsichtigt auslösen. Für die finale Umsetzung wird daher eine präzisere Audioerkennung eingesetzt, die gezielt das charakteristische, anhaltende Geräusch des Pustens erkennt. Die finale Anwendung soll vollständig browserbasiert funktionieren und ohne zusätzliche App auskommen.
Das Projekt verbindet damit eine vertraute menschliche Geste mit Interaction Design, digitaler Medienkunst und urbaner Architektur – und macht einen persönlichen Wunsch im öffentlichen Raum sichtbar.
@FH JOANNEUM
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