🎓 Das habe ich studiert:
- Bachelorstudium – Informationsdesign; IND02
- Masterstudium – Ausstellungsdesign; AUD06
⭐ Mein Job: Designerin & Miteigentümerin der Agentur Hazod Schlagintweit in Wien, Österreich
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Isabella Schlagintweit ist Designerin und Miteigentümerin der Agentur Hazod Schlagintweit, die sich auf Neupositionierungen, Redesigns und Relaunches spezialisiert hat. Ihre besondere Leidenschaft gilt Typografie und Schriftgestaltung. Für das Magazin Drahtesel wurde sie mit dem Josef Binder Award in der Kategorie Illustration ausgezeichnet.
🎓 Das habe ich studiert:
⭐ Mein Job: Designerin & Miteigentümerin der Agentur Hazod Schlagintweit in Wien, Österreich
Salz Magazin
Salz Magazin
Gusto Magazin
Gusto Magazin
Kennengelernt habe ich meine Agenturpartnerin Anna bei einem gemeinsamen Designprojekt – dem Redesign des Gusto-Magazins. Schon dort konnten wir die Aufgaben gut aufteilen und haben schnell gemerkt, dass wir unterschiedliche Kompetenzen mitbringen. Mein Schwerpunkt liegt auf Typografie und Schriftgestaltung, während Anna auch als Illustratorin arbeitet – da ergänzen wir uns ideal. Wir dachten: Das sind zwei Stärken, die zusammen richtig gut funktionieren. Wir haben auch festgestellt, dass wir uns in der Kommunikation sehr gut ergänzen: Die eine ist eher die forschere, die andere die empathischere – ein Mix, der oft sehr gut ankommt. Unsere Zusammenarbeit begann 2016, und 2020 haben wir dann offiziell gegründet.
Wir versuchen, uns einmal pro Woche zu einem Jour fixe zu treffen. Da wir beide Familie haben, ist es oft so, dass mal die eine mehr macht als die andere – das klappt aber sehr gut, weil wir uns flexibel abwechseln. Ideal ist es natürlich, wenn wir gemeinsam an einem Projekt arbeiten können. Von Anfang an brainstormen wir zusammen. Danach folgt eine Entwurfsphase, in der jede von uns erst einmal für sich loslegt. Anschließend gibt es eine kritische Austauschphase, und dann arbeiten wir gegenseitig an unseren Entwürfen weiter. Dabei entstehen eigentlich immer richtig gute Sachen.
Es ist uns sehr wichtig, einen gemeinsamen Arbeitsort zu haben. Wir sind zwar nicht jeden Tag von neun bis fünf hier, aber wir brauchen diesen Raum unbedingt – einen Ort, an dem Dinge entstehen können und an dem die Arbeit auch einmal liegen bleiben darf. Ein Raum, in dem wir uns wohlfühlen, unsere Arbeiten aufhängen und in Ruhe betrachten können.
Ja, da haben wir wirklich alles neu aufgesetzt – neue Typografie, eine Art Direction mit einem klaren roten Faden: Wie soll das Erscheinungsbild wirken, wie soll das Magazin wahrgenommen werden? Gemeinsam mit dem Fotografen haben wir auch den Bildstil definiert und waren dafür in verschiedenen Fotostudios. Unser Ziel war es, das Ganze lebendiger und authentischer zu gestalten – und das hat wirklich super funktioniert und großen Spaß gemacht. Alles begann mit einem Pitch, dann folgte eine Nullnummer, erst danach ging es richtig los. Insgesamt war es ein Prozess von drei bis vier Monaten, bis schließlich die erste Ausgabe erschien.
Ja, am Anfang steht natürlich immer eine Recherchephase. Das beginnt damit, dass ich weiß: Ein neues Projekt steht an – und damit öffnet sich mein Blick. Ich nehme alles auf, was mir unterwegs begegnet. Ich achte auf Schriften, gehe in Geschäfte oder betreibe Blindshopping, wenn es um Produkte geht. Im Grunde hört dieser Prozess gar nicht wirklich auf. Irgendwann geht es dann ins Gestalten über – und selbst dann denke ich ständig an den Entwurf. Wir arbeiten auch viel mit Moodboards, also recherchiere ich zusätzlich gezielt am Computer, um visuelle Stimmungen und Ideen zu sammeln.
Ich atme tief durch und zähle von zehn bis null – das hilft mir oft. Auch wenn ich Kritik von meiner Arbeitspartnerin gewohnt bin, ist es doch etwas ganz anderes, wenn sie von Kund:innen kommt. Da heißt es: ruhig bleiben, abwarten, sachlich bleiben und gut kommunizieren. Es kommt nur selten vor, dass jemand beim ersten Entwurf sofort sagt: ‚Hurra, genau das wollen wir!‘ Mir ist wichtig, dass ein guter Dialog entsteht und wir gemeinsam mit den Auftraggeber:innen etwas entwickeln. Nur so entsteht am Ende ein Ergebnis, das sie auch wirklich vertreten können – etwas, mit dem man sich identifiziert und das langfristig Bestand hat.
Ich denke, es wird immer wichtiger, systemisch zu denken, über den Tellerrand hinauszuschauen und sich mit den großen Herausforderungen unserer Zeit auseinanderzusetzen – ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen. Designer:innen sollten nicht nur auf ihre Werkzeuge reduziert werden, sondern auch als Denker:innen und Mitgestalter:innen von Zukunft verstanden werden. Genau in diese Richtung sollte man sich entwickeln – mit einer klaren Haltung und einem erweiterten Verständnis von Verantwortung.
Prägend war sicherlich die Gründung der virtuellen Firma. Das war kommunikativ sehr spannend und herausfordernd, weil man nicht nur einen Auftrag umsetzen musste, sondern auch die Firma mit ihrer Idee präsentieren sollte. Es war eine intensive Zeit – wir haben Tag und Nacht gearbeitet, überlegt, gestaltet und diskutiert. Am Ende stand die Präsentation: Man musste sich auf die Bühne stellen, vor einer Jury und mit Gäst:innen aus der Wirtschaft – das war wirklich aufregend. Diese Erfahrung, sich immer wieder mit dem, was man macht, zu präsentieren, kam immer wieder und hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es war eine perfekte berufliche Vorbereitung!
Nach meinem Studium im Informationsdesign habe ich gemerkt, dass mich besonders die Gestaltung im Raum interessiert. Ich wollte herausfinden, wie man grafische Gestaltungen in den dreidimensionalen Raum übertragen kann, und das fand ich sehr spannend. Außerdem war mir wichtig, mich intensiv mit dem Kulturbereich auseinanderzusetzen – das war für mich der entscheidende Grund, den Master in Ausstellungsdesign zu machen.
Ich wollte mein Wissen in diesem Bereich vertiefen, und das Studium war dafür perfekt geeignet. Dadurch haben wir in unserer Agentur die Möglichkeit, auch praktische Ausstellungsgestaltungen umzusetzen – ein Prozess, der mich persönlich sehr fasziniert.
Für mich ist es unglaublich wichtig, neugierig zu bleiben und immer offen dafür zu sein, Neues zu lernen. Mein Rat ist außerdem: Sucht euch Mentor:innen, die euch wirklich unterstützen und begleiten. Bei mir war das eine ehemalige Lektorin von der FH – wir stehen bis heute in engem Kontakt, und ich hole mir immer wieder ihren Rat. Das bedeutet mir sehr viel und hilft mir wirklich weiter.
Du möchtest weitere Absolvent:innen der FH JOANNEUM kennenlernen, mehr über ihr Studium und ihren Berufsweg erfahren? Hier findest du alle Porträts.