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Porträt

Katharina Auferbauer, BA MA

Absolventin von Informationsdesign und Communication Design

Katharina Aufbauer hat das Bachelor- und Masterstudium am Institut Design und Kommunikation der FH JOANNEUM absolviert. Heute ist sie Head of Marketing beim Film-Festival Diagonale. Highlight ist für sie die jährliche Festivalwoche in Graz.

🎓 Das habe ich studiert:

Mein Job: Head of Marketing in Diagonale – Festival des österreichischen Films in Graz, Österreich

Wie bist du auf das Studium gekommen?

Ich wusste schon immer, dass ich etwas ganz anderes machen möchte als meine beiden Brüder. Die haben beruflich eher klassische Wege eingeschlagen – der eine ist Soziologe und der andere Mediziner. Dadurch, dass ich eine sogenannte „Nachzüglerin“ war und auch zu einer ganz anderen Zeit aufgewachsen bin, wusste ich, dass ich unbedingt einen kreativen und abwechslungsreichen Job machen möchte.

War deine Ausbildung an der FH dann abwechslungsreich genug?

Oh, ja! Es war eine fantastische Zeit! Ich habe mich vom ersten Tag an unglaublich wohl gefühlt – in dieser „Bubble“ – umgeben von Leuten, die ähnlich denken und auch dieselben Ziele verfolgen. Ich bin auf der FH im wahrsten Sinn angekommen und sehr herzlich empfangen worden, es war sofort ein vertrautes Umfeld für mich und dafür bin ich bis heute dankbar. In einem Interview für den ORF sagte ich scherzhaft, aber doch mit gutem Gewissen „auf der FH ist man keine Matrikelnummer, hier ist man ein Mensch!“ Ich schmunzle heute noch sehr über diese Aussage, wenn ich zurückdenke, aber ich würde es wieder so formulieren.

Für welches Praktikum hast du dich entschieden?

Das Praktikum ist mir quasi in die Hände gefallen, da ich zu dieser Zeit von der Designerin Katharina Schlager als Brillenmodell für die Marke Andy Wolf angefragt wurde. Ich habe natürlich sofort zugesagt, weil dieses Angebot eine große Wertschätzung für mich bedeutete, da ich mit meiner Körpergröße eben nicht den gängigen Modelmaßen entspreche. Das Shooting dieser Kampagne machte damals Lupi Spuma, und dort habe ich dann auch mein Praktikum absolviert. Das war eine lehrreiche Zeit und hat mir unglaublichen Spaß bereitet, einen Einblick in die Arbeitswelt Kreativer zu bekommen.

War dir danach klar, in welche Richtung du dich beruflich entwickeln willst?

Ich habe früh bemerkt, dass das Beherrschen grafischer Programme ein nice to have ist, dass aber meine Stärken vor allem im organisatorischen Bereich und dem sozialen Umgang mit Menschen liegen. Ich habe erkannt, dass ich gerne als Schnittstelle zwischen den Kund:innen und der Kreation fungieren wollte. Ich bin dann zufällig auf den Kultur- und Szeneguide LUUPS gestoßen, die damals gerade eine Projektleiter:in für den Standort Graz gesucht haben. Ich bekam dann den Job, und die Gestaltung und Dokumentation dieses Gutscheinbuchs war dann letztendlich auch meine Bachelorarbeit.

Du hast auch den Master in Communication Design an der FH JOANNEUM gemacht, oder?

Ja, im Masterstudium konnte ich meine Fähigkeiten vertiefen und die Stärken noch besser herausarbeiten, gleichzeitig aber auch Menschen aus ganz Europa kennenlernen. Für meine Masterarbeit habe ich mich für die Vernetzungen des „kreativen Grazer Stadtteils Lend“ interessiert. Da wohne ich selbst nun schon über 13 Jahre. In weiterer Folge führte dann meine vernetzende Art zu meinem ersten Job als Marketingleiterin bei der Diagonale, dem Festival des österreichischen Films: Peter Schernhuber ist damals durch meine Arbeit für LUUPS auf mich aufmerksam geworden. Die Masterarbeit hat dann meine Liebe zu Graz und meine Leidenschaft für die Kreativwirtschaft nochmals unterstrichen.

Wie kann man sich deine Arbeit für die Diagonale vorstellen?

Den beiden Intendanten, Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber, war es immer wichtig, dass das Festival eng mit der Stadt Graz verbunden ist. Das Fundament dazu hat Barbara Pichler geschaffen, aber den enormen „Zubau“ und somit eine Reichweite und Strahlkraft, die das Festival in den letzten Jahren erreichen konnte, das hat die Diagonale den beiden Herren – mit unermüdlicher Tätigkeit und innovativen Kollaborationen – zu verdanken. Mit dieser Vision im Hinterkopf war ich von Beginn an mit dem Entwickeln neuer und vor allem spannender Kooperationen mit lokalen Unternehmen, wie z.B. mit den heimischen Produzenten mapbagrag®, AEIJST Styrian Pale Gin oder der Blumenausstattung Vom Hügel, befasst.
Und bekanntlich sagt man ja „…nach dem Festival ist vor dem Festival!“. Man beginnt eigentlich direkt danach wieder mit Verhandlungen und dem Erstellen von Verträgen. Dazu überlegt man sich eine Marketingstrategie, die man verfolgen möchte und bahnt neue Kooperationen durch Akquisen an. Umso näher das Festival dann rückt, desto intensiver wird auch die Arbeitszeit und umso spürbarer und erlebbarer wird die Essenz meiner Arbeit. Bis dorthin schreibt man einfach sehr, sehr viele Mails (lacht). Das Highlight für mich ist definitiv die Festivalwoche an sich, wenn die wochenlange Vorbereitung in der Stadt sichtbar wird.

Was ist das Besondere an deiner Arbeit?

LUUPS und die Diagonale waren in den letzten Jahren nicht nur meine beiden Standbeine, sondern sie setzten jedes Jahr neue Impulse und bergen Überraschungen. Das Schöne ist, einerseits mit LUUPS ein Buch in Händen halten zu können, worauf ich stolz bin. Bei der Diagonale darf ich andererseits jährlich ein Festival mitgestalten, zu dem Menschen aus den verschiedensten kulturellen Sparten anreisen, um daran teilhaben zu können. Das sind für mich das Zeichen, an denen ich bemerke, dass ich meine Aufgabe – ich bin ja im Herzen auch noch Pfadfinderin – erledigt habe und nach Hause gehen kann.

Was würdest du angehenden Informationsdesigner:innen raten?

Vielleicht kann ich ihnen den Tipp auf den Weg mitgeben: „Wenn man etwas wirklich gerne macht, dann macht man es auch gut!“ Bleib neugierig, stay focused!

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