NI Week in Austin, tex
v.l.n.r.: Helmut Wurm (Account Manager, zuständig für die Firmenbetreung in Österreich), Gerald Ferner, Shelley Gretlein (Vice President, Corporate Marketing), Michael Schütz, Wolfgang Rominger (V&V Engineer, NXP Semiconductors Austria GmbH). (© FH JOANNEUM)

Die eigene Bachelorarbeit in Texas präsentieren: check

Linda Schwarz,

Gerald Ferner und Michael Schütz haben ausgezeichnete Bachelorarbeiten verfasst und durften die Ergebnisse bei der NI Week in Austin, Texas (USA), präsentieren. Über 250 Vorträge fanden auf der „National Instrument“-Veranstaltung statt – darunter war auch jener der beiden „Electronics and Computer Engineering“-Masterstudenten, die die Vortragsreihe für den Semiconductor-Bereich eröffneten.

Gerald Ferner und Michael Schütz haben „Elektronik und Computer Engineering“ im Bachelor an der FH JOANNEUM studiert. Als im sechsten Semester dann das Pflichtpraktikum anstand, entschieden sich die beide sich beim Mikroelektronikspezialisten NXP zu bewerben. Sie wurden engagiert und haben dort dann auch ihre Bachelorarbeit verfasst. Das Thema dieser ist es, ein Konzept zu entwickeln, das erklärt, wie eine Abstraktionsschicht für Messungen aufgebaut werden könnte. Diese Abstraktionsschicht hat zum Ziel verschiedenartig implementierte Messungen zu vereinheitlichen, um den Wartungsaufwand und die Entwicklungszeit für neue Messungen zu reduzieren. Im Praktikum wurden die beiden Studenten von Wolfgang Rominger betreut, der ihnen vor allem viel Wissen zu LabVIEW, einer Software vom „National Instruments“-Unternehmen, vermittelte.

Ein sehr komplexes Thema, das auf der NI Week auf sehr großes Interesse stieß. Die Ergebnisse der Bachelorarbeiten waren für Expertinnen und Experten an der NI Week neue wichtige Erkenntnisse im Halbleiterbereich. Gerald Ferner erzählt: „Die Reaktionen auf unsere Präsentation waren durchwegs positiv. Besonders interessant war aber die anschließende Diskussionsrunde, bei der klar wurde, dass die Thematik, die wir behandelten, für viele interessant, aber noch von niemandem so richtig umgesetzt wurde. Es gab einige Vorträge mit dem gleichen Thema, die in ihrer Kurzbeschreibung vielversprechend waren. Allerdings haben wir schnell bemerkt, dass noch niemand eine funktionale Lösung gefunden hat und alle quasi auf dem gleichen Stand sind wie wir.“

Michael Schütz (links) und Gerald Ferner (rechts) mit Jeff Kodosky, dem Cofounder von National Instruments und Father of LabVIEW. (© Privat)

Die NI Week wurde von 3.200 internationalen Anwenderinnen und Anwendern sowie Entwicklerinnen und Entwicklern besucht und insgesamt gab es über 250 verschiedene Sessions bei der technischen Konferenz. Gerald Ferner und Michael Schütz haben ihre Bachelorarbeit zuvor bereits in Wien und Fürstenfeldbruck (Deutschland) präsentiert. Das amerikanische Publikum war allerdings ein anderes und deshalb war die Anspannung vor internationalen Expertinnen und Experten zu sprechen etwas größer. Neben den eigenen Vorträgen blieb auch noch Zeit, sich andere Präsentationen anzuhören. So kamen die beiden nicht nur mit der neuen Erfahrung vor amerikanischem Publikum zu präsentieren, sondern auch mit neuem Wissen zurück an die FH JOANNEUM.

Michael Schütz erzählt: „Auch die anderen Vorträge sowie alle Ausstellungen waren sehr informativ. Man bekommt einen Überblick, was unterschiedlichste Unternehmen rund um den Globus entwickeln und in welche Produkte die gewonnenen Erkenntnisse einfließen. Weiters konnten wir interessante Gespräche mit mehreren Teilnehmerinnen und Teilnehmern führen und auch Kontakte knüpfen."

Die Veranstaltung war typisch amerikanisch, sagt Gerald Ferner: „Es gab große Keynotes mit einstudierten Reden und gezielten Pointen – man hatte stets das Gefühl, man will die großen Präsentation aus dem Silicon Valley nachahmen. Daher war auch Marketing ein großer Teil der Veranstaltung für National Instruments. Den vielen interessanten Aspekten hat das nicht geschadet und die Veranstaltung noch beeindruckender gemacht.“

Auch von der Stadt Austin in Texas können die beiden nur Positives berichten: sauber, freundlich, modern und viele Sehenswürdigkeiten. Insgesamt war die Reise nach Austin für die beiden Studenten ein großer Schritt in ihrer Karriere: Sie konnten nicht nur wichtige internationale Kontakte knüpfen, sondern zeigten auch, dass im vermeintlich kleinen Land Österreich sehr viel Fortschrittliches und Innovatives geleistet wird und dass man mit einem Studium an der FH JOANNEUM und viel eigenem Engagement mit dem weltweiten Markt gut mithalten kann. Die Reise wurde vom Institut Electronic Engineering unterstützt.