Eva studiert Informatik: ein Traum von Weihnachtsferien 2

Eva studiert Informatik: ein Traum von Weihnachtsferien

Eva-Maria Kienzl,

Ferien. Ruhe. Nichts zu tun. Wie traumhaft sich das alles anhört. Spielt es nur leider bei mir nicht. Mehr als die Hälfte der Weihnachtsferien ist vorbei und es ist noch so viel zu tun – auch, weil ich bisher nicht ganz fleißig war.

Heute ist der erste Tag des neuen Jahres. Es ist gerade 20:21 Uhr. Eigentlich sollte ich noch lernen – den Nachmittag habe ich nämlich mit schlafen verschwendet. Musste nach den Silvesterfeierlichkeiten einfach sein. Jetzt bin ich putzmunter. Meine Wohnung glänzt. Die Familienbesuche sind vorbei. Meine Katzen sind versorgt. Es sollte also mit den Ablenkungen und Ausreden für die fehlende Lernmotivation vorbei sein. Aber da fällt mir noch etwas ein: Anstatt mich mit Mitschriften und anstehenden Prüfungen auseinanderzusetzen, könnte ich noch meinen ausstehenden Blogbeitrag schreiben. Et voilà: Hier bin ich. Prokrastinieren hoch 1.000 kann ich.

Was bisher geschah …
Der Dezember ist verflogen. Ich war ein paar Tage auf einer Studienberatungsmesse in Innsbruck. Danach hatte ich ganz schön zu tun, um das Verpasste nachzuholen. Wie es die Schülerinnen und Schüler sicher auch in lebhafter Erinnerung haben, gibt es in den Wochen vor Weihnachten noch viele Abgaben und auch kleinere Prüfungen. Um bei dem ganzen Stress die kommenden Feiertage nicht zu vergessen, gehört zumindest ein Treffen auf einen Glühwein mit Studienkolleginnen und -kollegen dazu. Das hat bei uns die Studiengangsleitung organisiert – ein guter Moment, Dankeschön dafür zu sagen. Aber mehr als ein Punsch muss nach zweieinhalb anstrengenden Monaten schon drinnen sein: Daher galt es noch eine Weihnachtsfeier für den Jahrgang zu planen – bei solchen To dos bin ich immer vorne dabei.

So habe ich mich direkt nach der sechsstündigen Heimfahrt aus Tirol mit Studienkollegen getroffen, um mit dem Programmieren eines Hangman-Spiels zu starten. Ich habe in der Lernpause für den Datenbanken-Laptest die letzten Geschenke besorgt und während ich das Matheübungsblatt gerechnet habe, Punsch gekocht. Zum Glück ist in der letzten Woche vor Weihnachten eine Lehrveranstaltung ausgefallen, sonst wäre es mit dem Christbaumkauf noch knapp geworden. Aber in dieser Zeit gibt es auch erste Belohnungen für fleißige Arbeit in den vergangenen Wochen zu sehen: beim Überblick über die Mitarbeitsnoten, bei Ergebnissen der bisherigen Tests und Bewertungen der abgegebenen Aufgaben. Es schaut ganz gut aus. Aber lieber nicht zu früh freuen und ausruhen ist sowieso nicht drinnen.

Was noch geschehen muss …
Beim Ausblick auf Jänner bekomme ich etwas Bauchweh. Es sind wirklich nur noch fünf Tage bis zur ersten Prüfung. Zumindest für diese Erkenntnis war das Schreiben des Blogbeitrags gut. Die Erinnerung an den Studienkollegen, der am 26. Dezember nach Lernunterlagen gefragt und zu lernen begonnen hat, beruhigt mich nicht gerade. Vielleicht helfen die hard facts. Beim schnellen Durchzählen komme ich auf zwölf Prüfungen in vier Wochen. Für Entspannung sorgt das nicht. Aber es ist eine Zahl, mit der ich arbeiten kann. Eine Klausur nach der anderen muss abgearbeitet werden. Die Frage, die bleibt: Wo fängt man da am besten an? Meine Antwort: irgendwo.

Deshalb habe ich heute schon Grammatik und Vokabeln gelernt. Englisch ist zwar in chronologischer Reihenfolge erst die sechste Prüfung, aber ich spekuliere darauf, dass ich die Wörter in einer Schublade in meinem Köpfchen speichern und dann mit kurzer Wiederholung am Tag vor der Prüfung reaktivieren kann. In den Ferien möchte ich noch die Inhalte der Lehrveranstaltung Betriebssysteme zusammenfassen (Klausur Nr. 5). An den Übungsinhalten in diesem Fach komme ich sowieso nicht vorbei, startet mein Studienjahr doch mit dem Labtest Betriebssysteme (also die Nr. 1). Ein bisschen Programmieren sollte auch noch vor dem dazugehörigen dreistündigen Laptest sein (Nr. 2 im Abarbeitungsranking). Ich bin schon jetzt gespannt, wie ich in der kurzen Zeit ein funktionstüchtiges Programm schreiben soll, aber ich lasse mich gerne positiv überraschen. Das erste Wochenende nach den Ferien ist für Grundlagen der Informatik (Nr. 3) reserviert. Für den Laptest in Netzwerktechnologien (Nr. 4) muss ich mir noch etwas überlegen. Und an alles, was danach kommt, will ich noch nicht denken.

Fünf Tage – viele Ziele: Ich bin gespannt, was ich alles schaffe. Eines steht fest: Von meinem Lernplätzchen werde ich mich nicht weit entfernen. Aber immerhin habe ich den Christbaum im Blick.

Outtakes

  • In den Weihnachtsferien krank sein – manche Dinge ändern sich auch im dritten Studium nicht. Aber jetzt bin ich den ganzen Jänner gesund.
  • Es ist etwas kindisch, also bitte nicht auslachen: Ich habe mir ein Farmspiel heruntergeladen, das ich schon ewig nicht mehr gespielt habe. Imaginäres Getreide zu ernten und das Backen von irrealen Himbeermuffins sind eine großartige Ablenkung. Vielleicht sollte ich das Spiel wieder löschen.
  • Meine liebe Arbeitskollegin Sophie hat mir in Innsbruck eine Frage gestellt, die ich schnell beantwortet habe und die mich trotzdem eine Zeit lang beschäftigt hat: „Fühlst du dich aktuell eher als Mitarbeiterin oder als Studentin, Eva?“ Ich habe mich ad hoc für Studentin entschieden. Und das ist irgendwie auch logisch. Immerhin verbringe ich ganz eindeutig mehr Zeit im Hörsaal als im Büro. Und da ist noch gar nicht der Aufwand für Aufgaben und Lernen eingerechnet. Aber ich bin sehr gerne Arbeitskollegin – ist nur gerade nicht die richtige Zeit, um diese Rolle par excellence im Herzen zu tragen. Kommt wieder.
  • Wegen dieses Blogbeitrags habe ich auf das Finale der Darts-WM verzichtet. Wehe, es war spannend.
  • Mein Tagebuch, das ich zum Studienstart von meinen Arbeitskolleginnen und -kollegen bekommen habe, hat mich nach meinen Jahresvorsätzen gefragt. Meine Antwort: Vorerst den Jänner überleben und dann das restliche Jahr genießen. Los geht‘s.
Hinweis:

Mein Name ist Eva und ich berichte in meiner Blogreihe von meinem Studierendenleben. Die vorangegangenen Beiträge sind hier zu finden. Eins noch: Auch wenn ich hier von konkreten Erfahrungen zu meinem Studium „Mobile Software Development“ berichte, ist vieles, was ich hier schreibe, auch bei anderen FH-Studiengängen ähnlich.

Anfang Februar wird es den nächsten Beitrag dieser Blogreihe geben. Hoffentlich mit guten Erinnerungen und lustigen Geschichten zu den Prüfungen. Bis dahin wünsche ich alles Gute für die Klausuren, Schularbeiten oder den ganz normalen Alltagswahnsinn.