Rendering eines Projekts, das beim Holzbaupreis eingereicht wurde.
Rendering des Projekts „holzgrid“.

Holz in Form gebracht

Stefanie Weinrauch,

Malte Brendemühl, Katharina M. Hengel, Selina Schnellnberger und Bernhard Spies heißen unsere vier ehemaligen Studierenden, die ihre Arbeiten beim steirischen Holzbaupreis 2017 eingereicht haben. Die Gedanken hinter ihren Entwürfen haben sie mit uns geteilt.

Alle zwei Jahre schreiben die Landesinnung Holzbau, proHolz Steiermark und Besser mit Holz den Holzbaupreis Steiermark aus. Dieses Jahr nehmen zwei Projekte teil, die im Rahmen einer Auftragsstudie unter Wettbewerbsbedingungen in Lehrveranstaltungen des Master-Studiengangs „Architektur“ erarbeitet wurden. Die Aufgabe war es, neue und repräsentative Verkaufs- und Informationsstände für den steirischen Bauernbund zu entwerfen.

Afoch Huiz...
Selina Schnellnberger und Bernhard Spies

Nach dem Motto „schlicht und elegant“ wurde die klassische und einfache Hüttenform auf ein Minimum heruntergebrochen. In einem zweiten Schritt wurde mit Symmetrie, Firsthöhen und der Dachneigung experimentiert, sodass ein möglichst spannendes Objekt entsteht. Der Körper soll durch seine reduzierte kantige Form und dem Material Holz den Spagat zwischen Tradition und Moderne schaffen und so zum Imageträger des Bauernbundes werden.

Um den Transport und die Montage möglichst einfach zu gestalten, wurde die Bauernbundhütte in einfache und ebene Module unterteilt. Ein Modul setzt sich jeweils aus einem Rahmen und einer Deckplatte aus gebeiztem Eichenholz zusammen. Insgesamt bilden 23 Module eine Hütte, wobei das größte Modul knapp 100 Kilogramm wiegt.

Damit die Hütte flexibel eingesetzt werden kann, wurden über die beiden Längsseiten aufklappbare Flächen vorgesehen, die im offenen Zustand eine Theke, sowie ein Vordach bilden. An den Giebelseiten ist jeweils eine Tür vorgesehen, sodass die Hütte von beiden Seiten aus begehbar ist. Mit diesen Voraussetzungen sind verschiedenste Szenarien möglich – einmal ist die Hütte an beiden Seiten komplett geöffnet und dient als Ausschank, ein anderes Mal werden nur kleine Flächen aufgeklappt und es entsteht ein Ticketschalter für Karten.

holzgrid – der Schein einer Hütte
Malte Brendemühl und Katharina Hengel

Ein Holzmodell einer Hütte.

Mit der Holzhülle wird eine einfache Form konstruiert, die Raum für verschiedene Nutzungen schafft. Sie ist aufgelöst in eine vertikale Lattenstruktur, wodurch eine Durchsichtigkeit der äußeren Ebene entsteht. Die innere, textile Ebene ‚scheint‘ durch, ihre Form ist ein Zitat an eine klassische Hüttenform.

Funktional übernimmt die äußere Holzform die konstruktiven Aufgaben, die innere Textilform ist Witterungsschutz und Kommunikationsebene. Zugleich können Logos oder Bilder auf die ‚textile Hüttenform‘ appliziert oder gedruckt werden. Die Hülle besteht aus gleichartigen Holzlatten-Modulen, die in der Länge und Breite variieren. Die vorgefertigten Holzelemente können am Boden zu ganzen Wandelementen zusammengesetzt und dann aufgerichtet werden, um schlussendlich zum Gesamtkubus verbunden zu werden. Die textile Innenform wird durch drei längs verlaufende Profile getragen und kann mittels Hochleistungsklettverschluss an die Profile beziehungsweise untereinander verbunden werden.

Im Bereich der Fenster- und Türöffnungen sind ebenso Klettverbindungen vorgesehen, um die erforderliche Lage der Öffnungen an die jeweiligen Nutzungsanforderungen anpassen zu können. Für die Holzelemente wird die Verwendung von unbehandeltem Weißtannenholz vorgeschlagen, dieses ist relativ leicht (410 kg/m³), elastisch und sehr belastbar. Durch die variablen Anordnungsmöglichkeiten der Holzmodule sowie deren leichte Bauweise und die Variationsmöglichkeit des Textils kann der Pavillon als Bauernbundball-Hütte, aber auch zum Beispiel als Dorffest-Ausschank, Streichelzoo oder Ausstellungspavillon verwendet werden.

Tipp:

Das Voting für den Holzbaupreis läuft hier.