Kambodscha – Lachen ist die beste Medizin 1

Kambodscha: Lachen ist die beste Medizin

Sabrina Mildner und Lea Wyss,

Kambodscha ist eines der ärmsten Länder der Welt: Weder gesundheitliche Versorgung noch die notwenige Infrastruktur sind in ausreichendem Ausmaß vorhanden. Trotzdem versprühen die Bewohnerinnen und Bewohner des Landes eine Lebensfreude und Energie, die ansteckend wirkt. Wir Sabrina Mildner und Lea Wyss, frische Physiotherapie-Absolventinnen der FH JOANNEUM, durften uns von dieser Lebensfreude und Freundlichkeit der Kambodschanerinnen und Kambodschaner selbst überzeugen und unser letztes Praktikum im Angkor Hospital for Children (AHC) in Siem Reap absolvieren.

Unsere zweite Familie

Wir wurden sowohl im Krankenhaus als auch in unserem Hostel, in dem wir für sechs Wochen leben durften, sehr herzlich empfangen. Wir wurden als Teil einer Familie gesehen und fühlten uns dementsprechend wohl. Die Teilnahme an familieninternen Geburtstagsfeiern, kleine Freundlichkeiten und Snacks zwischendurch, Komplimente oder Sightseeing mit Einheimischen – all diese Dinge machten unser Praktikum zu einer wunderbaren und vielseitigen Erfahrung, die nicht nur arbeitstechnische, sondern auch persönliche Veränderungen mit sich brachte. Es verstärkte sich unsere Freude an der Arbeit mit den Kindern im Krankenhaus noch zusätzlich: Arbeit macht mehr Spaß, wenn man sich wohlfühlt und Freude daran hat.

Wachse an Herausforderungen

Wir durften im AHC vor allem im stationären und ambulanten Bereich arbeiten und wurden mit Diagnosen wie Lungenentzündung, ICP, Hämophilie oder Asymmetrien konfrontiert. Ob wetterbedingte, sprachliche, kulturelle oder arbeitstechnische Hürden, wir hatten so einige Schwierigkeiten, die durch die Arbeit mit den Kindern im Krankenhaus entstanden und welche durch gut durchdachte Lösungen zu überwinden waren.

Gemeinsam und mit der Hilfe aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses und ganz besonders dem Physioteam, konnten wir dies aber gut meistern. Es war eine Bereicherung, besonders auf persönlicher Ebene, diese Hürden zu überwinden und daran zu wachsen. Ohne sprachliche Verständigungsmöglichkeit oder gewohnte Arbeitsmittel fühlt man sich zu Beginn oft überfordert doch sowohl eigene Lösungsmöglichkeiten als auch besonders die Unterstützung durch hilfreiche Kolleginnen und Kollegen erstickten aufkommende Panik oder Ratlosigkeit in so einigen Situationen im Keim.

Medizinische „Standards“

Ob andere Arbeitsmittel, weniger Möglichkeiten oder schockierende Hygienestandards: Wir durften im AHC so einiges sehen und kennenlernen. Nicht vorhandene Therapiematerialien forderten uns eine Menge an Kreativität und Flexibilität ab. Doch auch ohne all diese materiellen Dinge kann Therapie wirken, Spaß machen und den Betroffenen weiterhelfen.

Operationen oder kleinere Eingriffe, die in keiner Hinsicht irgendwelchen Hygienestandards eines europäischen Landes entsprechen würden, können das Leben ganzer Familien verändern. Die Freude der Einheimischen mit kleinen Mitteln und wenig Möglichkeiten eine Veränderung im Leben eines Kindes oder dessen Familie zu bewirken, war im gesamten Krankenhaus spürbar.

Freue dich über Kleinigkeiten, nicht Perfektes und das Leben an sich. Mit diesem Satz möchten wir diesen kurzen Artikel, der mit Sicherheit nur einen kleinen Anteil all unser Erfahrungen wiederspiegelt, die wir machen durften, beenden. Wir möchten uns auf diesem Weg auch noch bei Maria Kormann bedanken, ohne die wir die Möglichkeit dieses Praktikums nicht gehabt hätten und so einige positive Erfahrungen nie gemacht hätten. Des weiteren, vielen Dank an Rektor Karl Peter Pfeiffer für die finanzielle Unterstützung ohne die das Praktikum gar nicht möglich gewesen wäre.

Danke an alle Beteiligten, dass Sie uns ein Erlebnis ermöglicht haben, das wir mit Sicherheit nie vergessen werden und das uns vor allem in persönlicher Hinsicht verändert und weitergebracht hat.