Porträt

Anja Wilawitzer

Auslandssemester an der Howest Hogeschool in Kortrijk, Belgien .

 
Viel mehr, als Schokolade und Waffeln

Willkommen in Kortrijk – einem kleinen Ort im Westen Flanderns, dessen richtige Aussprache ich erst nach meiner Ankunft erlernen durfte. Mein drittes Studiensemester konnte ich an der Howest Hogeschool in Kortrijk, Belgien absolvieren. Vorab wusste ich kaum etwas über das Land oder die zwei Regionen Flandern und Wallonien, doch genau das machte die Erfahrung umso spannender!

Der Spirit der internationalen Community von Howest riss mich vom ersten Tag an mit. Schon in der Einfindungswoche lernte ich mindestens zwei Dutzend neue Leute aus der ganzen Welt kennen – von Mexiko und Costa Rica bis hin zu Spanien und Schweden. Mit neuen Freunden an der Seite lebt man sich natürlich schnell ein: Unter der Woche wurden die fordernden Aufgaben der Uni abgearbeitet, am Wochenende hielt es uns jedoch selten in Kortrijk. Wir besuchten einerseits gerne die bekanntesten Städte Belgiens, wie zum Beispiel Gent, Brügge, Brüssel und Antwerpen. Mit dem Bus schafften wir es allerdings (fast) problemlos bis nach Paris, London und Amsterdam!

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Foto: © Anja Wilawitzer
Wochenend-Ausflug mit dem Zug nach Gent zur bekannten Graffiti Street.

Auch im alltäglichen Leben wurde einem nie langweilig. Abgesehen davon, dass es den internationalen Koordinatorinnen und Koordinatoren von Howest nie an Eventideen mangelte (Barbecue im Winter, Late-Night-Schwimmen im Hallenbad, Karaoke-Abende usw.), musste man die Region Flandern erstmal verstehen lernen. Gesprochen wird in der Region Flämisch – eine Art Dialekt von Niederländisch. Vor allem anfangs klang die Sprache oft niedlich und einfach lustig: „Sinaasappelsap“ (übersetzt: Orangensaft) war eines unserer Lieblingsworte. Doch auch Französisch hörte man immer wieder, einige einheimische Studierende haben sogar mit soliden Deutsch-Kenntnissen aufgetrumpft!

Ansonsten liegt Belgien wohl irgendwo zwischen gesund (Fahrräder überall, man nutzt quasi nichts anderes) und ungesund (Waffeln, Schokolade, Fritten, Bier – muss ich noch mehr sagen?), zwischen Regen und … noch mehr Regen. Dennoch kann ich eines versprechen: Mit all seinen Absurditäten zieht einen nicht nur das Land, sondern vor allem die riesige internationale Community von Howest richtig in den Bann und bereichert einen mit unvergesslichen Momenten.

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Foto: © Anja Wilawitzer
Eine Klasse, sechs Nationen: Abschlussfoto der internationalen „Journalismus & Tourismus“-Klasse im Wintersemester 2020.