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MAXJAKO – maximale Bebauungsdichte, maximaler Freiraum

Katharina Makoru, 17. März 2021
MAXJAKO – maximale Bebauungsdichte, maximaler Freiraum

Das Areal um die Grazer Messe und die Stadthalle waren Teil der Lehrveranstaltung. Foto: Katharina Makoru

Die Grazer Messe und die Stadthalle befinden sich exakt im Zentrum des Bezirks Jakomini in Graz. Dieses Areal und seine Nachbarschaften wurden im Wintersemester 2020/21 als Planungsgebiet für den „Entwurf im urbanen Raum“ im Masterstudium Architektur herangezogen.

Eine breite Straße, ein enormes Verkehrsaufkommen und Lärmbelastung, versiegelte Fläche soweit das Auge reicht und kaum Raum für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer. Dies beschreibt die Conrad-von-Hötzendorf-Straße, welche unmittelbar an die Messe beziehungsweise den Messeplatz grenzt und zu den wesentlichen Herausforderungen der Aufgabenstellung zählte.

Aufgabenstellung und Areal

Das Areal bildet zwar das geographische Zentrum des Bezirkes, wird aber derzeit hauptsächlich als Transitraum und nicht als attraktiver Aufenthaltsraum wahrgenommen. Die zentrale Aufgabenstellung für uns „Architektur“-Studierenden lautete deshalb folgendermaßen: Das Messeareal samt Nachbarschaft soll als neues Zentrum wahrgenommen werden und es soll eine Aufwertung des Gebietes erreicht werden. Wir Studierenden entwickelten im Rahmen der Lehrveranstaltungen „Entwurf 3“ und „Freiraumplanung“ im Wintersemester 2020/21 Vorschläge für die Transformation des Bereiches rund um die Grazer Messe. Das Projekt lief unter dem Namen MAXJAKO.
Doch Was macht ein Zentrum zum Zentrum? Dieser Frage gingen wir nach und entwickelten neben stadträumlichen Strukturen auch Konzepte für die Themenbereiche Verkehr, Nutzung, oder Freiraum.

Photo: Katharina Makoru

Planungsgebiet rund um die Messe Graz.

Annäherung an das Thema und das Gebiet

Im Herbst hatten wir vor Beginn des zweiten Lockdowns die Möglichkeit, gemeinsam das Entwurfsgebiet zu erkunden und erhielten durch den Jakomini-Bezirksvorsteher noch zusätzliche Informationen, die für unseren späteren Entwurf als relevante Fakten herangezogen werden konnten. Noch vor Ort teilten wir Studierende uns in Teams von zwei bis drei Personen auf und beschäftigten uns zunächst mit sogenannten Hard- und Softfacts. Die Hardfacts, wie beispielsweise Anordnung und Ausrichtung der baulichen Struktur, Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und Höhe der Bebauung, konnten durch die Analyse von Planmaterialien entnommen werden. Die Analyse der Softfacts wie Tag- und Nachtleben, Soziokultur der Wohnbevölkerung und Gestaltung der Bebauung, erforderten eine erneute bewusste Erkundung der Umgebung in einzelnen Teams.

Arbeiten in Zeiten von Corona

Die ersten Arbeitsaufträge und Besprechungen konnten noch gemeinsam im Hörsaal durchgeführt werden, bevor es nach kurzen drei Wochen wieder an der Zeit war, die Sachen zu packen und den Arbeitsplatz nach Hause zu verlegen. Die Situation war uns Studierenden bekannt, jedoch war es eine Herausforderung einen gemeinsamen Entwurf aus der Ferne zu machen. Entwurfsbesprechungen sind im Normalfall mit Skizzen von den Betreuerinnen und Betreuern auf den vorbereiteten Plänen verbunden. Dies war bei Videokonferenzen natürlich nicht mehr möglich.

Photo: Makoru & Rippl

Aufwertung des Areals rund um die Conrad-von-Hötzendorf-Straße.

Teamwork-Projekte im Zeichenprogramm ArchiCAD ermöglichten uns Studierenden eine leichtere Zusammenarbeit, da man einfach durch einen Klick die Arbeitsschritte der Teampartnerin oder des Teampartners unmittelbar nachverfolgen konnte. Videokonferenzen, zahlreiche Anrufe und Nachrichten ermöglichten gemeinsame Diskussionen über die unterschiedlichen Themenstellungen, welche im Laufe des Semesters vertieft bearbeitet werden mussten. Wir erarbeiteten unterschiedliche Lösungsansätze, wie beispielsweise das enorme Verkehrsaufkommen reduziert oder wie der massiven Versiegelung der Bodenfläche entgegengewirkt werden könnte.

In wöchentlichen Online-Besprechungen mit unserer Betreuerin und unserem Betreuer wurden Unklarheiten diskutiert und weitere Zielsetzungen festgelegt. Nach den offiziellen Besprechungen folgten die Besprechungen im Team: Welche Ziele sollen als nächstes verfolgt werden? Und wie kann man gemeinsam detaillierte Lösungen für spezifische Situationen entwickeln? Nicht nur ständige Videokonferenzen und alleiniges Arbeiten am Schreibtisch waren der Unterschied zum normalen Studienalltag, vor allem fehlten uns gemeinsame Diskussionen im Zeichensaal.

Photo: Muhr & Palma-Wehr

So könnte der Eintrittsbereich zur Messehalle zukünftig aussehen.

Fazit

Am Ende des Semesters wurden die Ergebnisse in einer digitalen Abschlusspräsentation dem Jakomini-Bezirksvorsteher präsentiert. Dieser erhielt dadurch eine zusätzliche Sichtweise darauf, welches Potential die vorhandene städtebauliche Situation mit sich bringt und wie ein zukünftiges Zentrum des Bezirkes aussehen könnte. Schlussendlich sind wir Studierende an den Herausforderungen gewachsen und konnten Ergebnisse präsentieren, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Hinweis

Katharina Makoru ist Studentin des Masterstudiengangs „Architektur“ der FH JOANNEUM Graz.

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