Zwei Wege, ein Ziel
Selina wusste früh, wo sie hinwill. „Nach der Matura habe ich ein Pausenjahr gemacht, wo ich mich mit etwas komplett anderem beschäftigt habe. Aber dann habe ich gemerkt, dass mir Design total abgeht”, erzählt die Absolventin der Ortweinschule. Nach dem Bachelor Informationsdesign war für sie klar: Sie macht den Master mit Vertiefung Communication Design. „An der FH gefällt mir, dass man viele Leute aus der Praxis hat. Man merkt, wenn sich Sachen am Arbeitsmarkt verändern, dass die schnell auch bei uns im Unterricht ankommen.”
Valeries Weg war anders. Nach dem Sprachengymnasium studierte sie vier Jahre Biomedical Engineering – und war unglücklich. „Der Inhalt war interessant, aber der Arbeitsalltag war einfach nicht meins. Ich wusste eigentlich immer schon, ich würde gerne irgendwas Kreatives studieren.” Ein Auslandssemester in Kanada wurde zum Wendepunkt. „Ich habe Content für meine Uni gemacht, Videos gefilmt und geschnitten. Ich habe gemerkt, wie viel richtiger sich das anfühlt.”
Die FH JOANNEUM bot genau das, was sie suchte. „Was die FH mit Media Design anbietet, habe ich so nirgends anders gefunden. Und ich konnte in Graz bleiben.” Der Quereinstieg? „Es war eine steile Lernkurve, aber es war rundherum sehr viel Unterstützung da. Sobald jemand sagte: ‘Ich hab keine Ahnung von dem Programm’, gab es einen Crashkurs.”
Das Imposter-Syndrom überwinden
Beide kennen das Imposter-Syndrom – das Gefühl, nicht gut genug zu sein. „Dieser Moment, wenn man merkt, die anderen können bestimmte Sachen so viel besser”, beschreibt Selina. Sie sah Studienkolleg:innen, die in 3D-Programmen außergewöhnlich talentiert waren. „Ich war einfach extrem schlecht darin. Dann dachte ich: Die sind alle so viel besser.” Die Erkenntnis kam durch Gruppenarbeiten. „Wenn alle was Unterschiedliches mitbringen und sich gegenseitig austauschen – das ist sehr inspirierend. So viel wie andere an den Tisch mitbringen, bringe ich ja auch mit.” Valerie erlebte Ähnliches. „Ich dachte: Wow, alle anderen können das so viel besser.” Die Umstellung? „Von ‘ich bin eingeschüchtert’ zu ‘ich lasse mich inspirieren’. Nicht: Die können das besser, also brauche ich es nicht probieren. Sondern: Die können das besser – ich kann von denen lernen.” Ihre Programmierkenntnisse aus dem Bachelor halfen im Kurs “Designing with Code”. „Da habe ich gemerkt: Ich kann auch was zurückgeben.”