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Interview, FH JOANNEUM

Studiengangsleiter Daniel Fabry im Interview

FH JOANNEUM, 28. April 2020
Interview Daniel 1

Daniel Fabry leitet seit Mai 2018 den Studiengang „Communication, Media, Sound and Interaction Design“. Im Interview spricht er über seine Vision der Studiengänge, Herausforderungen und seine Tätigkeiten außerhalb der FH JOANNEUM.

Was reizt Sie am meisten an Ihrer neuen Position als Studiengangsleiter?

Daniel Fabry: Es ist Gestaltungsarbeit auf einer neuen Ebene, die stark konzeptionell geprägt ist. Die Gestaltungsmassen sind vielleicht etwas abstrakter, die Prozesse komplexer, die Interessen der Beteiligten vielschichtiger. Aber letztendlich handelt es sich um einen Designprozess, es ist Prozessdesign.

Welche Ziele haben Sie als Studiengangsleiter?

Fabry: Design unterliegt einer Veränderungsdynamik, zum Beispiel durch technologischen Innovationsdruck, und neue Designmärkte entwickeln sich in allen Branchen. Zugleich verschwimmen die Grenzen zwischen den traditionellen Gestaltungsdisziplinen: Interaktionsdesign, Mediendesign oder Editorial Design sind inzwischen in transdiziplinären Prozessen miteinander verbunden. Dies bedeutet, dass in der Gestaltung immer mehr auch das Design der Gestaltungsprozesse wichtig wird, es geht also immer mehr um Prozessdesign. Für Designerinnen und Designer wächst die Notwendigkeit, flexibel zu sein ‒ sie müssen ihre Methoden quasi miterfinden, über ihre Kernkompetenzen hinaus. Eine „Doppelbelastung“, die ich aber als große Chance sehe.

Mein Ziel ist es, am Studiengang „Communication, Media, Sound & Interaction Design“ ein Umfeld zu schaffen, das diesen Gegebenheiten Rechnung trägt, sprich, die Studierenden so ausbildet, dass sie eine breite Basis in vielen Disziplinen, aber ein sehr tiefes Wissen in einer Teildisziplin haben. Designerinnen und Designer als Universalistinnen und Universalisten, aber mit einer Kernkompetenz. Die vier Vertiefungsrichtungen, die wir anbieten „Communication, Media, Sound & Interaction Design“ sollen noch mehr miteinander zu tun haben als bisher. Sie sollen in transdisziplinären Projekten zusammenspielen.

Es braucht eine entsprechende Infrastruktur, die Intensivierung des Austauschs im internationalen Feld und die Erweiterung von Netzwerken mit Wirtschaftspartnerinnen und -partnern, Designuniversitäten und Institutionen der angewandten Forschung. So wollen wir zu einer handwerklich-technischen Designausbildung finden, die dem State-of-the-Art entspricht, bei der Methoden- und Querschnittskompetenz das verbindende Element darstellen und bei der das Nachdenken über kulturelle und kulturtechnische Aspekte wichtiger Teil der Gestaltungshaltung sind.

Was ist die größte Herausforderung?

Fabry: Die Gestaltungsräume offen zu halten: Als Designer schätze ich Projekte, bei denen man viele Optionen hat und bei denen Qualität als zentrale Kategorie außer Zweifel steht. Diese Freiräume müssen hergestellt und bewahrt werden. Die Herausforderung besteht darin, bei begrenzten Ressourcen die richtigen Prioritäten zu finden.

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade an der FH JOANNEUM sind?

Fabry: Keine Sorge! Da wird mir auch nicht langweilig … Insbesondere meine zwei Kinder stellen mir zahlreiche Gestaltungsanforderungen. Roboter, Fingerskateboards, Kastanienmännchen usw. Es ist erfrischend und faszinierend zu sehen, wie sie die Welt wahrnehmen und welche Lösungsansätze sie für Probleme haben. Da kann man sich durchaus als Designer sehr inspirieren lassen. Ich verbringe auch viel Zeit in der Werkstatt des Ateliers Schillerstrasse ‒ einem interdisziplinären Co-Gestaltungsspace. Da ich viel mit digitalen Medien zu tun habe, liebe ich analoges Arbeiten. In den letzten Jahren habe ich als Selbstständiger zahlreiche mediendidaktische Projekte für Museen und Science-Center umgesetzt und dabei interaktive Hands‒On-Objekte entwickelt, welche Inhalte in einer Kombination aus analogen und digitalen Medien vermitteln.

Seit einigen Jahren bin ich auch wieder aktiv am Musik machen, das war immer schon eine Leidenschaft von mir. Ich spiele Schlagzeug in der Surf-Band „Wetter“. Außerdem bin ich Teil der Kunst- und Theorieneigungsgruppe monochrom. Da kann es auch mal vorkommen, dass ich Menschen lebendig begrabe. Aber das ist eine andere Geschichte …

Hinweis

Mehr zu Daniel Fabry finden Sie hier.

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