Pressemitteilung

Lehrgangsstart: „Akademische Peer-Beraterin / Akademischer Peer-Berater“ an der FH JOANNEUM

 
Lehrgangsstart: „Akademische Peer-Beraterin / Akademischer Peer-Berater“ an der FH JOANNEUM 2

Menschen mit Behinderungen in Österreich sind noch immer überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen. Die neue Weiterbildung an der FH JOANNEUM ist ein Instrument, mit Kompetenz, Selbstreflexion und Praktika Teilnehmerinnen und Teilnehmern bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu bieten. Der Lehrgang „Akademische Peer-Beraterin / Akademischer Peer-Berater“ startete am 3. Oktober 2018 unter Beisein von Landesrätin Doris Kampus sowie Nationalratsabgeordneter Martina Kaufmann in Vertretung von Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl.

20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden ab 3. Oktober 2018 an der FH JOANNEUM zu akademischen Peer-Beraterinnen und Peer-Beratern ausgebildet. Als Personen mit Körper- oder Sinnesbehinderung geben sie ihre eigenen Erfahrungswerte an Personen in ähnlichen Lebenssituationen weiter – alle nötigen Kompetenzen dazu erlangen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in dem dreisemestrigen Lehrgang.

Finanzierung und Inhalte

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fallen keine Lehrgangsgebühren an – das ist möglich, weil die steirische Regierung die Kosten der Weiterbildung deckt. Konkret übernehmen in Form einer einzigartigen Kooperation die steirischen Ressorts Soziales unter der Leitung von Landesrätin Doris Kampus sowie Wissenschaft unter der Leitung von Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl jeweils die Hälfte der Ausgaben.

„Mit der Einrichtung dieses Lehrgangs im akademischen Kontext beschreiten wir in der Steiermark einmal mehr neue Wege“, betont Soziallandesrätin Doris Kampus. „Die Beratung von Menschen mit Behinderung durch Menschen mit Behinderung wird die Qualität der Beratung mit Sicherheit noch weiter verbessern. Peer-Beraterinnen und Peer-Berater bringen ihre ganz eigenen Kompetenzen in den Beratungsprozess ein.“ Insgesamt hebt die Soziallandesrätin hervor, dass der neue akademische Lehrgang auf geradezu beispielhafte Weise belegt, wie die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention – mehr und bessere Ausbildung für Menschen mit Behinderung – umgesetzt werden können. Dafür nehme das Sozialressort rund 140.000 Euro in die Hand. Doris Kampus wünscht allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine informative Ausbildung und einen erfolgreichen Abschluss.

„Arbeit bedeutet nicht nur, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Arbeit ist auch ein wichtiger Teil der Sinnerfüllung des Lebens. Die Möglichkeit, einer sinnstiftenden Beschäftigung nachzugehen, muss allen Menschen in unserer Gesellschaft offenstehen. Der Lehrgang für Lehrgang ‚Akademische Peer-Beraterin / Akademischer Peer-Berater‘ soll einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Menschen mit Beeinträchtigung neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen und andere Menschen dabei zu unterstützen. Das nützt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst, ihren künftigen Klientinnen und Klienten aber auch unserem Arbeitsmarkt und unserer Gesellschaft“, so Nationalratsabgeordnete Martina Kaufmann, die in Vertretung von Wissenschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl am Lehrgangauftakt teilnahm.

„Die Ausbildungsziele des Lehrgangs umfassen drei zentrale Punkte: Selbsterfahrung und Empowerment, Beratung auf Augenhöhe sowie Kompetenzerwerb“, erklärt Martin Gössl, Leiter des Lehrgangs. Durch diese zentralen Punkte ergeben sich Tätigkeiten in der unmittelbaren Arbeit mit Klientinnen und Klienten im Einzel- und Gruppenkontext. Peer-Beraterinnen und Peer-Berater begleiten und unterstützen beim Empowerment, verfügen über Verweisungswissen, arbeiten in Projekten mit und fördern die Bewusstseinsbildung sowie Partizipation im privatwirtschaftlichen und öffentlichen Kontext.

„Das Peer-Konzept umfasst das Prinzip der Selbstbetroffenheit als Schlüssel für eine empathische Kommunikation und als Schlüssel für erfolgreiche Hilfe- und Beratungsbeziehungen mit Menschen, die einen ähnlichen Lebenshintergrund besitzen. Wir als FH JOANNEUM freuen uns, eine Weiterbildung anzubieten, die diese Kommunikation auf Augenhöhe fördert“, so Karl Peter Pfeiffer, wissenschaftlicher Geschäftsführer der FH JOANNEUM.

Martin Payer, kaufmännischer Geschäftsführer der FH JOANNEUM: „Menschen mit Behinderungen sind noch immer von unzähligen Barrieren im täglichen Leben auf unterschiedlichsten Ebenen betroffen. Wir freuen uns, diesen Schwerpunkt zu setzen und so die Wichtigkeit von Arbeit für alle Menschen zu betonen. Ganz unserer Überzeugung nach, dass eine solide Ausbildung essentiell für gute Jobchancen ist.“ Personen, die diese Tätigkeitsfelder abdecken, werden in zahlreichen Organisationen gebraucht. Unter diesen Organisationen ist auch der Verein Selbstbestimmt Leben, der den Lehrgang tatkräftig unterstützt: „Diese Weiterbildung ist eine Chance, dass Menschen mit Behinderungen durch die Vermittlung von Kompetenz und durch ihre Expertise als Betroffene als Professionistinnen und Professionisten wirken können“, sind sich Robert Konegger, Obmann des Vereins, sowie Vereinsmitglied Dietmar Ogris einig. Berufschancen für Lehrgangsteilnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer ergeben sich neben Initiativen für Selbstbestimmtheit in weiteren Non-Profit-Organisationen und Vereinen, bei institutionalisierten Leistungsanbietern wie gemeinnützigen GmbHs sowie ausgegliederten Serviceanbieter, in der öffentlichen Verwaltung und in Bildungseinrichtungen. Auch eine selbstständige Tätigkeit nach Maßgabe gesetzlicher Rahmenbedingungen ist möglich.

Eckdaten zum Lehrgang:
• Start: 3. Oktober 2018
• Akademischer Abschluss: Akademische Peer-Beraterin / Akademischer Peer-Berater
• Anzahl der Semester / Anzahl der ECTS: 3 Semester / 62 ECTS (1 ECTS entspricht ungefähr 25 Arbeitsstunden)
• Organisation: Berufsbegleitend
• Unterrichtssprache: Deutsch
• Anzahl der Plätze pro Jahr und Ablauf: 20 Plätze pro Durchgang
• Lehrgangsgebühren: keine
• Standort: FH JOANNEUM Graz
• Leitung: FH-Prof. Mag. Dr. Martin J. Gössl, Dozent (FH) am Institut Soziale Arbeit der FH JOANNEUM

Lehrgangsstart_Akademische_PeerBeratung_(C)FHJOANNEUM_ManfredTerler: v.l.n.r.: wissenschaftlicher Geschäftsführer der FH JOANNEUM Karl Peter Pfeiffer, Nationalratsabgeordnete Martina Kaufmann in Vertretung von Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, kaufmännischer Geschäftsführer der FH JOANNEUM Martin Payer, Lehrgangsleiter Martin Gössl, Landesrätin Doris Kampus, Mitglied des Vereins Selbstbestimmt Leben Dietmar Ogris und Robert Konegger, Obmann des Vereins Selbstbestimmt Leben (vorne).
Foto: © FH JOANNEUM / Manfred Terler
v.l.n.r.: wissenschaftlicher Geschäftsführer der FH JOANNEUM Karl Peter Pfeiffer, Nationalratsabgeordnete Martina Kaufmann in Vertretung von Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, kaufmännischer Geschäftsführer der FH JOANNEUM Martin Payer, Lehrgangsleiter Martin Gössl, Landesrätin Doris Kampus, Mitglied des Vereins Selbstbestimmt Leben Dietmar Ogris und Robert Konegger, Obmann des Vereins Selbstbestimmt Leben (vorne).