Event

Ungewissheiten in Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit

Ringvorlesung zu „Facetten der Ungewissheit"

 

Von März bis Juni 2019 findet an der FH JOANNEUM in sieben Themenblöcken eine Ringvorlesung zu Facetten der Ungewissheit statt. Am 28. Mai 2019 geht es um Momente der Ungewissheit in ausgewählten Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit, etwa in multiprofessionellen Projektteams und in der Elternschaft.

Ungewisse Daten treten in vielen Bereichen auf. Ungenaue Messwerte, streuende Messergebnisse, unsichere Modellannahmen, vage Informationen oder unpräzise Aussagen sind nur einige Beispiele dafür. Sowohl bei der Planung, Berechnung, Produktion sowie bei Steuerungsprozessen als auch bei Entscheidungen müssen variable und unscharfe Daten berücksichtigt und ausgewertet werden. Die interdisziplinäre Ringvorlesung behandelt in sieben Blöcken verschiedene Facetten der Ungewissheit. Sie gibt einen Überblick über verschiedene Wahrnehmungen der Ungewissheit, wie sie insbesondere in anwendungsorientierten Wissenschaften auftreten, und zeigt Methoden des Umgangs mit ihnen auf. Die Ringvorlesung am 28. Mai 2019 wird vom Institut Soziale Arbeit der FH JOANNEUM veranstaltet und behandelt nachstehende Themen:

Momente der Ungewissheit in ausgewählten Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit: multiprofessionelle Projektteams und Fremdunterbringung (Bernhard Plé, Professor für Soziologie und Empirische Sozialforschung an der FH JOANNEUM)

Die Handlungsfelder der Sozialen Arbeit sind sowohl für diese selbst als auch viele ihrer Zielgruppen dadurch gekennzeichnet, dass die Kontexte nicht immer eindeutig erkennbar sind, sich unvorhersehbar verändern können und die durch Maßnahmen und Handlungen intendierten Abläufe kritischen Einflüssen ausgesetzt sind, welche den Erfolg gefährden können. Exemplarisch werden drei Spannungsfelder aufgezeigt, in welchen trotz gegebener Ambiguitäten und Erwartungsunsicherheiten Handlungen gesetzt und Entscheidungen getroffen werden müssen: in multiprofessionellen Projektteams, in deren Verhältnis zur Linienführung und in der Fremdunterbringung.

Elternschaft: Die letzte riskante Lebensform! (Klaus Posch, Professor für Soziale Arbeit an der FH JOANNEUM)

Vieles ist ungewiss in der Elternschaft: Will ich ein Kind zeugen? Mit wem will ich ein Kind zeugen? Wie wird sich mein Leben ändern, wenn ich ein Kind beziehungsweise Kinder habe? Wie wird unser Kind sein? Wie werde ich mit meinem Kind umgehen? Wie wird das Kind mit mir umgehen? Was werde ich machen, wenn mein Kind Schwierigkeiten hat und macht? Wird mein Kind glücklich sein oder unglücklich? Wird mein Kind mir ähnlich sein? Wird mein Kind mich unterstützen, wenn ich alt und gebrechlich sein werde? Das sind nur einige Fragen, mit denen sich Menschen auseinandersetzen müssen, wenn sie Eltern werden. Es sind zugleich praktische und philosophische Fragen. Eltern sind Jongleurinnen und Jongleure des Alltags und zugleich suchen sie nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Elternschaft ist eine riskante Lebensform und ohne Gewissheit, ob alles gut ausgeht. Darüber wird in der Wissenschaft wenig nachgedacht und gesprochen.

Peter Wilhelmer, Abteilungsleiter für Qualitätsentwicklung und -management, sowie Bernhard Plé moderieren das Event.

Wir laden Sie dazu herzlich ein und bitten um Anmeldung bis 21. Mai 2019 unter evelin.lanz@fh-joanneum.at.