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Abenteuer Modena

Kaan Kilicaslan und Laurens Friesen, 24. Juni 2026

Kaan Kilicaslan und Laurens Friesen studieren im Masterstudiengang Fahrzeugtechnik/Automotive Engineering und haben ihr Auslandssemester gemeinsam in Modena (Italien) verbracht. Hier teilen sie ihre Eindrücke.

Unser Wintersemester 2025 in Modena war sowohl fachlich als auch persönlich eine der spannendsten Erfahrungen unseres bisherigen Studiums. Die Region Emilia-Romagna verbindet italienische Lebensfreude mit einer einzigartigen Ingenieurskultur – besonders für Studierende der Fahrzeugtechnik ist Modena ein absoluter Traum.

Zwischen Motor Valley und Uni-Alltag

Die Bewerbung und Organisation des Auslandssemesters verlief unkompliziert und die Unterstützung durch die Koordinatoren in Graz war jederzeit sehr hilfreich. Nach unserer Ankunft in Modena erleichterten die Welcome Days der Universität den Einstieg enorm. Schnell lernte man andere internationale Studierende kennen und bekam einen guten Überblick über das italienische Universitätssystem. Besonders die gemeinsamen Ausflüge und Aktivitäten mit ESN bleiben uns sehr in Erinnerung.

Wir haben gemeinsam in einer gemütlichen Wohnung im Herzen der Altstadt gelebt. Gerade in Modena lohnt sich das besonders, weil sich das soziale Leben stark draußen abspielt – sei es bei gemeinsamen Aperitivos, Pasta-Abenden oder spontanen Ausflügen in die umliegenden Städte. Ein wichtiger Tipp: Frühzeitig nach einer Unterkunft suchen, da die Wohnplätze speziell zum Semesterstart schnell vergeben sind.

Studium im Herzen des Motor Valley

Für Studierende der Fahrzeugtechnik bietet Modena eine einzigartige Umgebung. Die Region ist nicht grundlos als „Motor Valley“ bekannt – Unternehmen wie Ferrari, Maserati, Lamborghini, Dallara und Pagani prägen die gesamte Region. Dadurch spürt man die Begeisterung für Motorsport und Fahrzeugentwicklung im Alltag ständig.  
Die Lehrveranstaltungen waren insgesamt sehr praxisorientiert und eng mit industriellen Anwendungen verbunden. Besonders spannend waren für uns die Kurse zu CFD-Simulationen, Brennstoffzellentechnik und NVH (Noise, Vibration & Harshness), bei denen theoretisches Wissen direkt mit aktuellen Entwicklungen aus der Automobilindustrie verknüpft wurde. So gab es u.a. Exkursionen zu Lamborghini und Dallara bzw. Vorlesungsbesuche von Ferrari. Der Austausch mit internationalen Studierenden machte die Erfahrung umso spannender! Auch abseits der Lehrveranstaltungen bietet die Universität moderne Lernräume und eine sehr offene Atmosphäre. Die italienische Art zu studieren ist insgesamt etwas entspannter, gleichzeitig aber stark von Eigeninitiative geprägt. Dafür bleibt neben dem Studium genug Zeit, um das Land und die Kultur kennenzulernen. 

Italienischer Alltag und Kultur

Das Leben in Modena spielt sich viel draußen ab, auch im Winter. Nach den Vorlesungen trifft man sich oft auf dem Piazza Grande oder in kleinen Cafés und Bars in der Altstadt. Gerade die italienische Esskultur macht den Alltag besonders: günstige Espressi an der Bar, frische Pasta in kleinen Trattorien, weltbeste Pizzen und natürlich der klassische Aperitivo gehören schnell zur täglichen Routine. 
Auch die Mobilität ist unkompliziert. Innerhalb der Stadt kommt man problemlos mit dem Fahrrad oder zu Fuß überall hin. Für Reisen in andere Städte eignet sich das italienische Zugnetz sehr gut. Wochenendtrips nach Bologna, Florenz, Mailand oder an die Adriaküste lassen sich spontan und vergleichsweise günstig organisieren. 
Besonders reizend an Modena ist, dass die historische Stadt einen urigen, authentisch italienischen Lebensstil vermittelt. Man fühlt sich direkt italienisch und nicht wie ein X-beliebiger Tourist. 

Technik und Motorsport

Ein absolutes Highlight während des Semesters waren die Besuche der Museen und Werke rund um Modena. Besonders beeindruckend waren das Museo Ferrari und das Museo Enzo Ferrari. Da wir beide Teil des Formula Student Teams Joanneum Racing Graz sind, war es für uns etwas ganz Besonderes, legendäre Fahrzeuge und Entwicklungsprozesse direkt vor Ort zu erleben. Auch außerhalb der Museen merkt man schnell, welchen Stellenwert Motorsport in der Region hat. Es gibt regelmäßig Motorsportevents, Oldtimer-Treffen und kleinere Ausstellungen in der Region, die man oft spontan besuchen kann. Auch sind die Rennstrecken Firano di Maranello und Imola sehr leicht zu erreichen. Ein Highlight für alle F1 Fans ist die Liveübertragung aller F1 Rennen in der Stadthalle von Maranello.  

Fazit

Modena hat uns gezeigt, wie eng Technik, Design und Leidenschaft im Fahrzeugbau miteinander verbunden sein können. Besonders die Kombination aus hochwertiger Ingenieurskultur, internationalem Austausch und italienischer Lebensweise machte dieses Semester zu einer unvergesslichen Erfahrung. Wer sich für Fahrzeugtechnik begeistert und gleichzeitig italienische Kultur, gutes Essen und Motorsport erleben möchte, für den ist Modena der perfekte Ort für ein Auslandssemester.  

© Kaan Kilicaslan und Laurens Friesen

© Kaan Kilicaslan und Laurens Friesen

© Kaan Kilicaslan und Laurens Friesen

© Kaan Kilicaslan und Laurens Friesen

© Kaan Kilicaslan und Laurens Friesen

Tipp:

Diese Reise wurde durch eine Erasmus-Förderung unterstützt. Falls du auch Interesse an einem Auslandsaufenthalt hast informiere dich hier.

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