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Porträt

Martina Raminger, BA MA

Absolventin von Informationsdesign und Ausstellungsdesign

Martina Raminger ist Designerin und führt gemeinsam mit ihrem Partner das Büro für Gestaltung Raminger & Hirzberger. Ihre Schwerpunkte liegen auf nachhaltigen Markenauftritten für Unternehmen sowie auf authentischer, hochwertiger Fotografie.

🎓 Das habe ich studiert:

Mein Job: Designer:innen mit Büro für Gestaltung “raminger & hirzberger” in St. Ruprecht/Raab, Österreich

📭 So kannst du mich erreichen: raminger & hirzberger

Design für sapheo organics

Design für sapheo organics

Package Design

Package Design

Design für Weiz Kampagne

Design für Riegerbauer

Könnt ihr das Setting eures Büros beschreiben?

Unser Büro befindet sich direkt neben unserem Wohnhaus. Früher war dies ein landwirtschaftlicher Betrieb mit mehreren Lagerhallen. Einen Raum davon haben wir umgebaut, ein Büro eingerichtet und einfach ausprobiert, wie es läuft in der Selbstständigkeit. Die Fläche ist ideal – etwa 40 m² – und dient uns jetzt als Arbeitsplatz. Ein großer Vorteil: Unser Arbeitsweg dauert keine 5 Sekunden. Früher haben wir beide in Agenturen in Wien und Graz gearbeitet – hier ging viel Zeit für den Arbeitsweg verloren. Jetzt haben wir gemeinsam drei Kinder und durch das Büro gleich nebenan können wir Familie und Beruf gut kombinieren und z.B. jeden Tag gemeinsam Mittagessen. Unser Agenturleben ist stark mit der Familie verknüpft, das war für uns ein wichtiger Aspekt in der Selbstständigkeit. Von der Grundstruktur wollten wir unser Gestaltungbüro bewusst klein halten. In großen Agenturen gibt es oft viel Bürokratie und lange Wege, es kommt nicht selten zu Kommunikationsverlusten. Das wollten wir vermeiden: „klein, aber fein“. So können wir direkter und effizient mit unseren Kunden:innen im Austausch sein. Wenn wir zusätzliches Know-how brauchen, greifen wir auf unser Netzwerk zurück – Programmierer:innen, Texter:innen etc. Je nach Projekt und Bedarf holen wir die passenden Leute dazu und können so ein breites Leistungsspektrum anbieten.

Wie ist das Arbeiten im Team, ihr seid ja auch ein Paar, wie kann man sich das vorstellen?

Wir haben beide in Agenturen gearbeitet und nebenbei immer wieder kleinere Aufträge bekommen, die wir gemeinsam umgesetzt haben. Irgendwann war klar: Wir müssen den Schritt in die Selbstständigkeit gemeinsam wagen. Am Anfang war es ein Prozess, wo wir erst hineinwachsen mussten. Es war wichtig, Grenzen abzustecken, wie weit man mit Kritik gehen kann, ohne den anderen zu verletzen. Und wie man Beziehungsthemen nicht in die Arbeit rein lässt. Mit diesen Aspekten können wir aber mittlerweile gut umgehen. Und wenn das einmal klappt, ist ein kleiner Familienbetrieb stark aufgestellt, weil wir alle gemeinsam am selben Strang ziehen.

Musstet ihr irgendwann Werbung machen?

Nein, das war nie notwendig. Sehr viel läuft über Mundpropaganda. Die beste Werbung ist immer noch gute Arbeit. Wenn die Kund:innen zufrieden sind und dich weiterempfehlen – das wirkt stärker als jede Kampagne. So ist es öfters vorgekommen, dass wir für einen Kunden ein Design gestaltet haben und ein wenig später dann ein weiterer, ähnlicher Betrieb zu uns gekommen ist, weil ihm/ihr unsere Arbeit gefallen hat: „Das find ich richtig gut – könnt ihr auch für uns etwas machen?“ Das hat in verschiedenen Bereichen funktioniert: Von Einkaufshäusern bis hin zu Ärzten. Außerdem haben wir schon relativ früh bei Werbepreisen mitgemacht – besonders beim steirischen Landespreis Green Panther waren wir immer wieder sehr erfolgreich. Das war für uns gute Publicity. Dadurch waren wir in lokalen Medien vertreten und sind so in der Region bekannter geworden.

Wie beeinflusst die KI eure Arbeit?

Künstliche Intelligenz ist bei uns ein wichtiges Werkzeug geworden. Wir nutzen verschiedene Tools, vor allem auf textlicher und bildlicher Ebene. Die wirklich genialen Ideen kommen aber nach wie vor vom Menschen – und das ist auch gut so. Die persönliche Ebene zu Kund:innen ist ein extrem wichtiger Aspekt in unserer Agentur und hier brauchen wir keine KI. Wir spüren uns in ihre Welt hinein – manchmal muss man ein bisschen Psychologe sein.
Wir fragen uns, was brauchen die Kund:innen wirklich? Wie können wir ihnen helfen? Nur wenn ich meinem Gegenüber auf Augenhöhe begegne, es erlebe und verstehe, kann ich auch authentisch gestalten. So etwas kann die KI nicht leisten. Gerade der persönliche Kontakt ist für unsere sehr Arbeit essenziell.

Gibt es Projekte, die wirkliche Highlights waren in eurer gemeinsamen Karriere?

Ein für uns richtungsweisendes Projekt war die Markengestaltung für „Heimatgold“, ein Unternehmen aus Schladming, welches den klassischen Bauernladen auf eine komplett neue High-Level-Identität gehoben hat. Ursprünglich ging es nur um ein Packaging-Design. Doch wir haben das Projekt weitergedacht und ein umfassendes Branding rundherum entwickelt. Während der Präsentation hat der Geschäftsführer kurz den Raum verlassen, um sich sofort den Namen und die Domain zu sichern – er hat ebenso direkt das Potenzial erkannt. Das brachte uns unseren ersten Green Panther in Gold. Wir waren damals noch ganz neu in der Branche, und es war eines unserer ersten größeren Projekte. Dort haben wir erstmals gespürt, was alles möglich ist, wenn man ein durchdachtes Corporate Design entwickelt und größer denkt. Es hat uns gezeigt, wie viel man zu zweit erreichen kann.
Ein anderes Highlight war für uns das Projekt „Naturschönheiten“, das wir gemeinsam für die beiden Unternehmen „Kulmer Fisch“, ein Vier-Generationen-Betrieb aus der Haslau, und der innovativen Floristin „Dorfblume“ umgesetzt haben. Für dieses Projekt haben wir ein Fotokonzept entwickelt, das alle vier Generationen einzigartig portraitiert und mit den vier Jahreszeiten verbindet. Die zentrale Botschaft: Schönheit ist altersunabhängig. Diese besondere Wärme und Herzlichkeit, die in dieser Familie und in ihrem Betrieb gelebt wird, haben wir dadurch visuell eingefangen. Das Ergebnis war so überzeugend, dass wir dafür beim Green Panther sowohl Silber als auch Gold gewonnen haben.

Was braucht man eurer Meinung nach als selbstständige Designer:in?

Man muss auf jeden Fall gut zuhören können, um ein echtes Bewusstsein für die Problemstellung zu entwickeln. Und natürlich braucht es ein Gespür – für Farben, Formen, Typografie, Layout und Ästhetik. Wichtig ist auch, immer wieder zu überraschen. Nicht bei der ersten Idee stehen bleiben, sondern immer wieder weiterdenken, um das Optimum zu erreichen. Selbstständigkeit bedeutet natürlich auch den Mut aufzubringen, den sicheren Hafen einer Anstellung zu verlassen. Man muss sich bewusst sein, dass es auch mal Zeiten gibt, wo man nicht voll ausgelastet ist. Und man sollte in gewisser Hinsicht organisiert sein und auch erkennen können, welche Bereiche wie z.B. Steuerangelegenheiten, man besser auslagert.
Es kann sicher von Vorteil sein, wenn man vorher in einer Agentur gearbeitet hat. Dort lernt man professionelle Designprozesse kennen – wie man Kampagnen entwickelt, wie man gestaltet und wie man auch aus kleinen Details noch mehr herausholen kann.
Man sollte sich bewusst sein, dass man nicht gleich zu Beginn die ganz großen Etats an Land zieht. Aber auch kleinere Projekte können spannend sein. Man hat einen viel persönlicheren Zugang zu den Kund:innen, die Prozesse sind direkter und Entscheidungen werden schneller getroffen.

Was ist euch aus der Studienzeit an der FH hängengeblieben?

Im Bachelorstudium fand ich besonders spannend, dass wir in so viele unterschiedliche Disziplinen hineinschnuppern konnten. Das hat unglaublich viel für das spätere Berufsleben als Designer:in gebracht. Der Master war für mich dann noch einmal ein echtes Highlight – vor allem wegen der vielen Eindrücke in unseren Studienreisen: Los Angeles, San Francisco, Las Vegas, Toronto, Montreal. Graz hat sich damals als City of Design beworben, und wir durften die Ausstellung dafür gestalten. Wir waren in anderen Cities of Design unterwegs, haben vor Ort recherchiert, Eindrücke gesammelt – das war richtig cool!

Unsere Absolvent:innen

Du möchtest weitere Absolvent:innen der FH JOANNEUM kennenlernen, mehr über ihr Studium und ihren Berufsweg erfahren? Hier findest du alle Porträts.

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