Verstehen, wie es läuft

Mit Unterstützung ins Studium starten

Julia Czipoth,

Wie meldet man sich zu Prüfungen an und wo befindet sich die Mensa? Welche Prüfungen haben einen besonders hohen Lernaufwand und wie wird die Anwesenheitspflicht geregelt? Diese und ähnliche Fragen tauchen vor allem zu Beginn eines neuen Studiums auf. Am Institut Informationsmanagement gibt es ein Mentoring-Programm, welches erfahrene Studierende mit Erstsemestrigen vernetzt und den Start erleichtern soll.

Auch in diesem Semester sind fast 1.700 junge Menschen in ihr Studium an der FH JOANNEUM gestartet. An mehreren Studiengängen gibt es Programme, die ihnen den Einstieg in das Studium erleichtern sollen. Barbara Wallner und Thomas Rinnhofer unterstützen die neuen Studierenden an ihrem Institut Informationsmanagement:

Was motiviert Sie zur Teilnahme am Mentorinnen- und Mentorenprogramm?

Barbara Wallner: Generell die Freude am Umgang mit Menschen und das Arbeiten im Team.
Thomas Rinnhofer: Auf der einen Seite spielt sicher die Möglichkeit, Leute vom neuen Jahrgang auf eine zwanglose Art und Weise kennenzulernen, eine große Rolle, auf der anderen Seite weiß ich selbst nur zu gut, wie verwirrend der Einstieg in ein neues Studium sein kann. Da ich sehr dankbar war, dass mir damals bei meinem Einstieg bereits erfahrene Studierende bei jeder Art von Frage bezüglich des Studiums sofort mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind, möchte ich diese Erfahrung nun weitergeben.

Welche Erwartungen haben Sie an das Programm?

Barbara Wallner: Dass es mir in erster Linie Spaß macht und diese Erwartung wurde bereits in den ersten Wochen mehr als bestätigt. Des Weiteren bin ich mit der Erwartung in dieses Programm gekommen, dass man uns Mentorinnen und Mentoren bewusst die Verantwortung und das Vertrauen für gewisse Tätigkeiten schenkt, zum Beispiel die Planung und Umsetzung einer Weihnachtsfeier für den gesamten Studiengang.
Thomas Rinnhofer: Meine Erwartungen liegen vor allem darin, dass ich den neuen Studierenden bei eventuellen Fragen und Problemen zu helfen versuche, wo ich nur kann und ihnen somit den Einstieg ins Studium erleichtere. Ich dränge mich niemandem auf, aber sie sollten wissen, dass sie jederzeit zu mir kommen können.

Wie kann man sich dieses Mentoring vorstellen?

Barbara Wallner: Die Mentorinnen und Mentoren stehen den Studierenden aus dem ersten Semester zur Verfügung, falls Fragen bezüglich Prüfungen, Lehrveranstaltungen oder sonstige Anliegen auftauchen. Damit die Studierenden mit den Mentorinnen und Mentoren vertraut werden, gibt es in unserem Studiengang zu Beginn des Wintersemesters zwei traditionelle Veranstaltungen: Wine&Cheese und den Buschenschankausflug.
Thomas Rinnhofer: Zunächst treffen das Team der Mentorinnen und Mentoren und der neue Jahrgang bei zwei gemütlichen Events aufeinander. Man kommt ins Gespräch, tauscht sich (und Handynummern) aus und nach und nach kommen dann die Fragen.

Haben Sie das Programm selbst in Anspruch genommen? Wenn ja, wie haben Sie damals davon profitiert?

Barbara Wallner: Ja, ich habe das Programm in Anspruch genommen. Was ich aus dem Mentoring-Programm mitnehmen konnte ist, dass es sich auf jeden Fall lohnt, dabei zu sein. Einerseits lernt man neue Leute kennen und andererseits erfährt man durch dieses Programm, was es heißt, im Team zu arbeiten und hilfsbereit zu sein.
Thomas Rinnhofer: Ich selbst habe das Programm oft in Anspruch genommen und war sehr erleichtert zu wissen, dass man immer eine Anlaufstelle hat, wenn Fragen auftauchen sollten, mit denen man sich nicht unbedingt gleich an die Vortragenden wenden will.

Was ist das Wichtigste, das man als Erstsemestrige beziehungsweise Erstsemestriger wissen muss?

Barbara Wallner: Welche Lehrveranstaltungen mehr Zeit in Anspruch nehmen beziehungsweise welche generell anspruchsvoller sind.
Thomas Rinnhofer: Das Wichtigste ist mit Sicherheit zu wissen, dass man keine Scheu haben sollte uns Mentorinnen und Mentoren zu kontaktieren, falls Fragen auftauchen – egal welcher Art auch immer. Weiters sollte man den Aufwand für die einzelnen Fächer nicht unterschätzen und schon früh genug damit anfangen, mitzulernen – auch wenn die Prüfung selbst noch in weiter Ferne liegt.

Barbara Wallner und Thomas Rinnhofer sind Mentorin und Mentor aus Leidenschaft.

Die Firma BearingPoint (vormals Infonova) und die FH JOANNEUM sind schon seit vielen Jahren Partner: Das steirische Softwareentwicklungsunternehmen sponsert nicht nur eine jährlich stattfindende Veranstaltung für die Mentorinnen, Mentoren und Erstsemestrige, sondern bietet auch zahlreiche Praktikumsstellen für Studierende an.

„Bildung ist nie eine Einbahnstraße, bei der Lehrende ihre Studierenden unterrichten. Beim Mentoring tauscht man als Lehrender seine Lebens- und Berufserfahrung gegen Visionen, Lebensweisen und den Zeitgeist der Millennials aus. Das hält mich als Mentor jung.“

Gerhard Greiner, Partner bei BearingPoint